Abo
  • Services:

Urheberrecht: EuGH erlaubt keine Ausnahme für digitale Schülerreferate

Schüler müssen beim Hochladen von Referaten das Urheberrecht beachten. Der EuGH lässt für solche Zwecke keine Ausnahmen gelten.

Artikel veröffentlicht am ,
Hätten die Schüler doch nur dieses CC-lizenzierte Foto von Córdoba genommen.
Hätten die Schüler doch nur dieses CC-lizenzierte Foto von Córdoba genommen. (Bild: Berthold Werner/CC-BY-SA 3.0)

Die Nutzung eines im Internet ohne Schutzhinweis verfügbaren Fotos auf einer Schulwebseite verstößt aus Sicht des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) gegen das Urheberrecht. Dies entschieden die Luxemburger Richter am Dienstag und gaben damit einem Berufsfotografen recht (Rechtssache C-161/17). Der zuständige EuGH-Gutachter Manuel Campos Sánchez-Bordona hatte in seinem Schlussantrag vom April 2018 hingegen keine Urheberrechtsverletzung angenommen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte den Fall dem EuGH vorgelegt.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Stuttgart
  2. Dataport, Altenholz

Der Berufsfotograf hatte das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Waltrop auf Unterlassung und Schadenersatz verklagt, weil auf der Internetseite der Gesamtschule Waltrop ein von ihm aufgenommenes Foto der Stadt Córdoba gezeigt wurde. Eine Schülerin hatte das Bild von der Seite eines Online-Reisemagazins kopiert, wo es ohne Angaben zum Urheber stand. Der Fotograf argumentierte, er habe nur dem Reisemagazin ein einfaches Nutzungsrecht überlassen. Die Nutzung auf der Schulwebseite ohne seine Zustimmung verletze seine Rechte.

Keine Ausnahmen für Unterrichtszwecke

Der EuGH-Generalanwalt hatte aus mehreren Gründen angenommen, dass im konkreten Fall die Nutzung ohne Zustimmung des Fotografen erlaubt gewesen sei: "Das Einstellen einer Schularbeit, die eine allen Internetnutzern frei und kostenlos zugängliche Fotografie enthält, ohne Gewinnerzielungsabsicht und unter Angabe der Quelle auf der Internetseite einer Schule stellt kein öffentliches Zugänglichmachen (...) dar, wenn dieses Bild bereits ohne Hinweis auf Nutzungsbeschränkungen auf dem Internetportal eines Reisemagazins veröffentlicht war."

Doch die Richter gehen in ihrem Urteil davon aus, dass die Veröffentlichung des Fotos auf jeden Fall ein "öffentliches Zugänglichmachen" darstellt, das rechtlich geschützt ist. Die entsprechenden Ausnahmen, die Artikel 5 der Urheberrechtsrichtlinie 2001/29 vorsieht, ließ das Gericht im Gegensatz zum Generalanwalt nicht gelten. Zudem richte sich die Veröffentlichung eines Fotos auf einer neuen Website möglicherweise an ein neues Publikum, an das der Rechteinhaber bei der früheren Zustimmung nicht gedacht habe.

Eine solche Veröffentlichung unterscheide sich daher von der Zugänglichmachung durch eine Verlinkung, die auf die ursprüngliche Internetseite verweise. "Denn im Gegensatz zu Hyperlinks, die zum guten Funktionieren des Internets beitragen, trägt die Einstellung eines Werks auf eine Website ohne die Zustimmung des Urheberrechtsinhabers, nachdem es zuvor auf einer anderen Website mit dessen Zustimmung wiedergegeben worden war, nicht im gleichen Maße zu diesem Ziel bei", heißt es in der Pressemitteilung. Ebenfalls spiele es keine Rolle, "dass der Urheberrechtsinhaber - wie im vorliegenden Fall - die Möglichkeiten der Internetnutzer zur Nutzung der Fotografie nicht eingeschränkt hat".



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Honor 9 190€)
  2. 199€
  3. 239€
  4. (u. a. Powerline WLAN Mesh 119,90€, Powerline-Adapter 63€, 8-Port Switch 26,90€)

berritorre 13. Aug 2018

Dann hast du keine Ahnung von Fotografie. Auch Landschaftsfotografie (gute zumindest...

wvoelker 11. Aug 2018

Schon komisch, aber typisch für den EuGH (von hinten durch die Brust ins Auge). Es stand...

quineloe 11. Aug 2018

Abnutzung. Und von Nachtanken hast du ja auch nichts geschrieben.

berritorre 09. Aug 2018

Nein, Troll bin ich sicher keiner. Ich finde das Thema Urheberrecht sehr wichtig...

gott_vom_see 09. Aug 2018

Ich habe das scheinbar unbewusst verwurstet mit einem Beitrag hier im Forum und nehme...


Folgen Sie uns
       


Exoskelett Paexo ausprobiert

Unterstützung bei Arbeiten über Kopf bietet das Exoskelett Paexo von Ottobock. Wir haben es ausprobiert.

Exoskelett Paexo ausprobiert Video aufrufen
Raspberry Pi: Spieglein, Spieglein, werde smart!
Raspberry Pi
Spieglein, Spieglein, werde smart!

Ein Spiegel, ein ausrangierter Monitor und ein Raspberry Pi sind die grundlegenden Bauteile, mit denen man sich selbst einen Smart Mirror basteln kann. Je nach Interesse können dort dann das Wetter, Fahrpläne, Nachrichten oder auch stimmungsvolle Bilder angezeigt werden.
Eine Anleitung von Christopher Bichl

  1. IoT mit LoRa und Raspberry Pi Die DNA des Internet der Dinge
  2. Bewegungssensor auswerten Mit Wackeln programmieren lernen
  3. Raspberry Pi Cam Babycam mit wenig Aufwand selbst bauen

Android-Smartphone: 10 Jahre in die Vergangenheit in 5 Tagen
Android-Smartphone
10 Jahre in die Vergangenheit in 5 Tagen

Android ist erst zehn Jahre alt, doch die ersten Geräte damit sind schon Technikgeschichte. Wir haben uns mit einem Nexus One in die Zeit zurückversetzt, als Mobiltelefone noch Handys hießen und Nachrichten noch Bällchen zum Leuchten brachten.
Ein Erfahrungsbericht von Martin Wolf

  1. Android Q Google will den Zurück-Button abschaffen
  2. Sicherheitspatches Android lässt sich per PNG-Datei übernehmen
  3. Google Auf dem Weg zu reinen 64-Bit-Android-Apps

Chromebook Spin 13 im Alltagstest: Tolles Notebook mit Software-Bremse
Chromebook Spin 13 im Alltagstest
Tolles Notebook mit Software-Bremse

Bei Chromebooks denken viele an billige, knarzende Laptops - das Spin 13 von Acer ist anders. Wir haben es einen Monat lang verwendet - und uns am Ende gefragt, ob der veranschlagte Preis für ein Notebook mit Chrome OS wirklich gerechtfertigt ist.
Ein Test von Tobias Költzsch


      •  /