Abo
  • Services:

Urheberrecht: EU-Bürger könnten Fair-Use-Ausnahme bekommen

Die Verhandlungen um das Urheberrecht auf EU-Ebene haben lange einer Abwehrschlacht gegen absurde Vorschläge wie das Leistungsschutzrecht geglichen. Jetzt könnte es anders werden - und es könnte mehr Freiheiten für die Gestaltung kreativer Werke bringen, ähnlich wie in den USA.

Artikel von veröffentlicht am
EU-Bürger könnten ein Recht auf Remix bekommen.
EU-Bürger könnten ein Recht auf Remix bekommen. (Bild: Medion/Otto)

In Europa einen Remix zu erstellen, also verschiedene, möglicherweise auch urheberrechtlich geschützte Werke zu einem neuen Werk zu kombinieren, ist derzeit mit vielen Risiken behaftet und gesetzlich in vielen Fällen nicht erlaubt. In den USA ist das anders. Die Fair-Use-Ausnahmen im Urheberrecht bieten US-Bürgern deutlich mehr Freiraum, um zum Beispiel Fanvideos von der Lieblingsserie zu erstellen oder andere Remixe anzufertigen, solange das Ergebnis nicht kommerziell vermarktet wird.

Inhalt:
  1. Urheberrecht: EU-Bürger könnten Fair-Use-Ausnahme bekommen
  2. Die Kommission berücksichtigt die Interessen der Konsumenten nicht genug

In den Genuss ähnlicher Ausnahmen könnten demnächst auch EU-Bürger kommen, wenn sich ein Änderungsantrag des konservativen französischen Abgeordneten Marc Joulaud durchsetzt. Joulaud sitzt im Kulturausschuss des Europäischen Parlaments, der beratend an der Gesetzgebung zur Richtlinie über den Digitalen Binnenmarkt mitwirkt. Ob dieser Vorschlag im Abschlussbericht des federführenden Ausschusses landen wird oder nicht und ob er eine Mehrheit im Plenum des Parlaments finden kann, ist derzeit noch unklar.

Leistungsschutzrecht und Einschränkungen beim Data-Mining

Die Richtlinie enthält im Entwurf der Europäischen Kommission viele umstrittene Elemente, darunter auch die Forderung nach einem europaweiten Leistungsschutzrecht für Presseverleger. Außerdem soll es nach dem Willen der Kommission Einschränkungen bei der automatischen Verarbeitung und Durchsuchung urheberrechtlich geschützter Werke geben, konkret betroffen wären Verfahren zum "Text- und Data-Mining".

Gegen die umstrittenen Passagen hat sich mittlerweile Widerstand formiert, der aktuelle Entwurf des federführenden Rechtsausschusses zum Beispiel enthält keinen Verweis mehr auf ein spezielles Leistungsschutzrecht, vielmehr sollen Verleger künftig auch im Namen ihrer Autoren klagen können, wenn urheberrechtlich geschützte Artikel illegal kopiert werden. Bislang ist dies schwierig, weil Verlage zwar ein Nutzungsrecht an den Artikeln ihrer Autoren besitzen, aber kein eigenständiges Urheberrecht. Dieses bleibt immer bei den Autoren.

Stellenmarkt
  1. TLI Consulting GmbH, Nürnberg, Hannover, Berlin, Erlangen
  2. Ruhrverband, Essen

Seit langem fordern Aktivisten, neue Ausnahmen im Urheberrecht zu schaffen. Der deutsche Gesetzgeber spricht hier von Schranken, also Ausnahmen für die Nutzung bestimmter Werke. Damit soll ein Ausgleich zwischen dem exklusiven Nutzungsrecht des Urhebers und den Interessen der Allgemeinheit ermöglicht werden. Schranken regeln zum Beispiel das Zitatrecht von Presse und Satire, aber auch die Wiedergabe und Verbreitung urheberrechtlich geschützter Werke etwa im Schulunterricht oder im Universitätsbetrieb.

Die vorgeschlagenen Ausnahmen für nutzergenerierte Inhalte, so die Formulierung im Änderungsantrag, würde eine solche neue Regelung schaffen.

Die Kommission berücksichtigt die Interessen der Konsumenten nicht genug 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 319,90€ (Bestpreis!)
  2. (aktuell u. a.Transcend 256-GB-SSD 41,49€, Chieftec 550/600W Netzteile ab 42,90€)
  3. 229,99€

Crass Spektakel 18. Mär 2017

Und ganz wichtig: Da Fair-Use hohe juristische Bedeutung hat wird eben gerade NICHT wegen...

Crass Spektakel 18. Mär 2017

Im Ernst, es gibt viele heisse Stichwörter die ursprünglich aus der USA kamen und heute...

maxmoon 14. Mär 2017

Es ist größerer Unsinn, wenn jemand ungestraft etwas der Gesellschaft zugänglich macht...

Bujin 13. Mär 2017

Juristisch seriös wäre nur die Konsolidierung eines Anwalts (guter Rat ist bekanntlich...

Vaako 13. Mär 2017

Wird nie passieren in der EU nicht solange Firmen wie Springer "Lobbyarbeit" machen dürfen.


Folgen Sie uns
       


Microsoft Hololens 2 - Hands on (MWC 2019)

Die Hololens 2 ist Microsofts zweites AR-Headset. Im ersten Kurztest von Golem.de überzeugt das Gerät vor allem durch das merklich größere Sichtfeld.

Microsoft Hololens 2 - Hands on (MWC 2019) Video aufrufen
Programmierer: Wenn der Urheber gegen das Urheberrecht verliert
Programmierer
Wenn der Urheber gegen das Urheberrecht verliert

Der nun offiziell beendete GPL-Streit zwischen Linux-Entwickler Christoph Hellwig und VMware zeigt eklatant, wie schwer sich moderne Software-Entwicklung im aktuellen Urheberrecht abbilden lässt. Immerhin wird klarer, wie derartige Klagen künftig gestaltet werden müssen.
Eine Analyse von Sebastian Grüner

  1. Urheberrecht Frag den Staat darf Glyphosat-Gutachten nicht publizieren
  2. Vor der Abstimmung Mehr als 100.000 Menschen demonstrieren gegen Uploadfilter
  3. Uploadfilter SPD setzt auf Streichung von Artikel 13

Mobile-Games-Auslese: Rollenspiel-Frühling mit leichten Schusswechseln
Mobile-Games-Auslese
Rollenspiel-Frühling mit leichten Schusswechseln

Action im Stil von Overwatch bietet Frag Pro Shooter, dazu kommt Retro-Arcade-Spaß mit Cure Hunters und eine gelungene Umsetzung des Brettspiels Die Burgen von Burgund: Neue Mobile Games sorgen für viel Abwechslung.
Von Rainer Sigl

  1. Gaming Apple Arcade wird Spiele-Flatrate für iOS und MacOS
  2. Indiegames Stardew Valley kommt auf Android
  3. Mobile-Games-Auslese Die Evolution als Smartphone-Strategiespiel

Leistungsschutzrecht: Das Lügen geht weiter
Leistungsschutzrecht
Das Lügen geht weiter

Selbst nach der Abstimmung über die EU-Urheberrechtsreform gehen die "Lügen für das Leistungsschutzrecht" weiter. Auf dieser Basis darf die Regierung nicht final den Plänen zum Leistungsschutzrecht zustimmen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Urheberrechtsreform Was das Internet nicht vergessen sollte
  2. Urheberrecht Uploadfilter und Leistungsschutzrecht endgültig beschlossen
  3. Urheberrecht Merkel bekräftigt Zustimmung zu Uploadfiltern

    •  /