Urheberrecht: Ein Anwalt, der klingonisch spricht

Klingonen gibt es vielleicht nur im Fernsehen, aber Klingonisch ist eine lebendige Sprache: Mindestens einen Muttersprachler gibt es, Literatur und auch klingonisch geschlossene Ehen. Im Urheberrechtsstreit um die Sprache aus Star Trek kontert sogar der Anwalt mit klingonischen Zitaten.

Artikel von veröffentlicht am
Klingonen gehen mit der Zeit - und nutzen Smartphones. Ihre Sprache wird derzeit vor Gericht verhandelt.
Klingonen gehen mit der Zeit - und nutzen Smartphones. Ihre Sprache wird derzeit vor Gericht verhandelt. (Bild: Jim Young/Getty Images)

Wem gehört die klingonische Sprache? Diese Frage beschäftigt zurzeit ein Gericht in den USA. Denn das Filmstudio Paramount Pictures möchte Urheberrechte für die Sprache zugesprochen bekommen. Eine Gruppe mit dem Namen Language Creation Society findet jedoch: Sprache gehört denen, die sie sprechen: Fans, klingonische Muttersprachler und Heiratswillige. Jetzt hat der Anwalt Marc Randazza im Namen der Organisation einen Unterstützerbrief (Amicus Curiae) eingereicht - mit klingonischen Weisheiten, Zitaten des Dude Jeffrey Lebowski ("Der Teppich hat den Raum erst gemütlich gemacht") und großer klingonischer Literatur.

Inhalt:
  1. Urheberrecht: Ein Anwalt, der klingonisch spricht
  2. Nur ein Vulkanier könne Paramounts Logik erklären

Der Streit findet im Kontext um den Fanfilm Axanar statt. Die Filmstudios Paramount und CBS haben die Filmemacher verklagt, weil sie Urheberrecht des Unternehmens verletzten. Diese waren nach eigenen Angaben überrascht von der Klage, denn: "Axanar ist ein Fanfilm. Wie andere Fanfilme auch ist Axanar basierend auf einer sehr langen Beziehung zwischen den Fans und den Produktionsstudios [Paramount und CBS, Anmerkung vom Autor] in die Produktionsphase eingetreten", erklärt Alec Peters. "Ich bin enttäuscht, dass ich von der Klage aus den Medien erfahren habe."

Wer hat's erfunden?

Im Kern geht es um die Frage: Wer hat's erfunden? Paramount behauptet, dass dem Unternehmen die Rechte zustünden, weil es dem Wissenschaftler Marc Okrand im Jahr 1984 den Auftrag zur Entwicklung einer neuen Sprache gegeben habe. Doch bekanntlich heißt es auf Klingonisch "wa' Dol nIvDaq matay'DI' maQap.": "Wir gewinnen gemeinsam, als großes Ganzes".

Denn genau das, so argumentiert Anwalt Randazza in dem Dokument, sei geschehen. Nachdem Paramount einige Phrasen in den Filmen verwendet habe, habe sich eine aktive Community gebildet, die die klingonische Sprache aktiv nutzte und weiterentwickelte. Es gebe sogar mindestens einen Fall, in dem ein Kind Klingonisch als Muttersprache gelernt habe.

Sprache hat sich "von textlichen Ketten befreit"

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Außerdem habe Paramount eben keine ganze Sprache entwickeln lassen, sondern nur einige Phrasen und Versatzstücke. Erst im Jahr 1985 veröffentliche Okrand das erste klingonische Wörterbuch. Ursprünglich als Scherz gedacht, habe sich daraus ein erfolgreiches Buch entwickelt, das mehr als 250.000 Mal verkauft wurde. Danach habe sich die Sprache "von ihren textlichen Ketten" befreit. Seitdem hat Okrand zwei weitere Bücher zur klingonischen Sprache und Grammatik veröffentlicht.

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Nur ein Vulkanier könne Paramounts Logik erklären 
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redwolf 24. Jun 2016

OK und was hat das mit dem Artikel zu tun?

redwolf 24. Jun 2016

Jede Programmiersprache hat einen anderen Zweck oder Philosophie dahinter. Manche sind so...

Ludoviko 03. Jun 2016

Die Zahl der Muttersprachler ist nicht wirklich wesentlich bei Esperanto. Man will sich...

DjNorad 03. Mai 2016

auch wenns mehr als traurig ist... das ist zu simpel gedacht ... ohne jegliche...



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