Abo
  • Services:
Anzeige
Das London Eye ist in der Wikipedia auf einigen Fotos geschwärzt.
Das London Eye ist in der Wikipedia auf einigen Fotos geschwärzt. (Bild: Kham Tran/CC BY-SA 3.0)

Urheberrecht: Die Panoramafreiheit ist bedroht

Das London Eye ist in der Wikipedia auf einigen Fotos geschwärzt.
Das London Eye ist in der Wikipedia auf einigen Fotos geschwärzt. (Bild: Kham Tran/CC BY-SA 3.0)

Muss in Zukunft jedes Urlaubsbild auf Rechtsverletzungen geprüft werden, bevor es auf Facebook landet? Das könnte die anstehende EU-Urheberrechtsreform mit sich bringen.
Von Torsten Kleinz

In diesen Tagen bildet sich eine merkwürdige Koalition zur Verteidigung der Panoramafreiheit, also dem Recht, öffentliche Gebäude oder Kunst zu fotografieren und die Aufnahmen anschließend zu verwerten. Zu ihr gehören Wikipedia-Aktivisten und Berufsfotografen, aber auch PR-Verbände und die britische Yellow Press. "Die EU will Ihre Fotos vom London Eye verbieten", warnt der Daily Express und The Times wählt nationalistische Töne: "Die Franzosen können Unsinn zum Gesetz machen - es bleibt dennoch Unsinn".

Anzeige

Gegenstand der Empörung ist ein Report des Europaparlaments zur anstehenden Urheberrechtsreform. Parlament und Kommission wollen eigentlich die Unterschiede zwischen den Mitgliedsländern mindern, um einen einheitlichen Handelsraum für Digitalgüter in Europa zu schaffen und so den Konzernen aus Amerika Paroli bieten zu können. So sollen Länderschranken beseitigt und die Analyse großer öffentlicher Datenmengen erleichtert werden.

Doch in der Fassung, die am 9. Juli beschlossen werden soll, ist auch ein Satz enthalten, der von vielen als mögliches Ende der Panoramafreiheit interpretiert wird: "Das Europaparlament vertritt die Auffassung, dass die gewerbliche Nutzung von Fotografien, Videomaterial oder anderen Abbildungen von Werken, die dauerhaft an physischen öffentlichen Orten platziert sind, immer an die vorherige Einwilligung der Urheber oder sonstigen Bevollmächtigten geknüpft sein sollte", heißt es in dem Text.

Genehmigung benötigt

Einfacher ausgedrückt: Wer Bilder im öffentlichen Raum macht, soll vor Veröffentlichung abklären, ob im Foto geschützte Werke wie Skulpturen, Fassaden oder Kunstwerke zu sehen sind und deren Urheber um Genehmigung bitten. Für Deutschland, Großbritannien und viele andere europäische Länder wäre dies ein erheblicher Rückschritt: Wer sich auf öffentlichem Grund befindet, hat hier relativ freie Wahl, was er fotografiert und kann diese Bilder - auch gewerblich - publizieren.

Diese Freiheit sieht nun Julia Reda in Gefahr. Die Europaabgeordnete der Piratenpartei ist eigentlich zuständig für den Report zum Urheberrecht. Doch in den Ausschüssen wurden über 550 Änderungsanträge eingereicht, darunter auch das Amendment 421 des liberalen französischen Abgeordneten Jean-Marie Cavada. Hatte Reda in ihrem Bericht noch die Panoramafreiheit für ganz Europa festschreiben wollen, verkehrte der Rechtsausschuss diese Passage ins Gegenteil.

Sind Facebook-Fotos kommerziell?

Reda befürchtet Folgen für die Bürger: "Eine Einschränkung der Panoramafreiheit auf nichtkommerzielle Nutzungen würde also Millionen von Europäerinnen und Europäern in Konflikt mit dem Urheberrecht bringen", schreibt Reda in ihrem Blog. Facebook sei etwa eine kommerzielle Plattform. Wer dort Urlaubsfotos veröffentliche, könne sich nicht auf die Ausnahmeregelung für unkommerzielle Veröffentlichungen verlassen.

Andere Abgeordnete sind mit der vorgesehenen Regelung auch nicht zufrieden, halten sie aber für vertretbar. So hat der Report auch nach der Verabschiedung durch das Parlament keine Gesetzeskraft, sondern gibt der EU-Kommission lediglich Richtlinien für ihre Vorschläge zur Urheberrechtsreform. Die müssen anschließend noch mal das Parlament durchlaufen.

Die Unterstützung für die Panoramafreiheit ist groß 

eye home zur Startseite
jones1024 01. Jul 2015

"Facebook sei etwa eine kommerzielle Plattform. Wer dort Urlaubsfotos veröffentliche...

crazypsycho 30. Jun 2015

Ich frage mich welcher Schaden denn entsteht wenn ich ein Urlaubsfoto des Eifelturms bei...

crazypsycho 30. Jun 2015

Das ist irgendwie schon lächerlich. Das hat nix mehr mit Urheberrecht zutun. Ich würde...

dumdideidum 29. Jun 2015

[...] Ja diese Entscheidung zeigt wieder einmal den Charakter der SPD der letzten...

berritorre 28. Jun 2015

Gute Idee, sollte der Blödsinn wirklich durchkommen. Ich denke aber es ist besser, das...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. W&W Asset Management GmbH, Ludwigsburg
  2. operational services GmbH & Co. KG, Berlin, Frankfurt, Nürnberg, Zwickau, Dresden
  3. SSI Schäfer Automation GmbH, Giebelstadt bei Würzburg
  4. Fachhochschule Südwestfalen, Iserlohn


Anzeige
Top-Angebote
  1. 239,53€
  2. für 169€ statt 199 Euro
  3. (u. a. Tekken 7 für 26,99€, Dark Souls III für 19,99€ und Cities: Skylines für 6,66€)

Folgen Sie uns
       


  1. Air-Berlin-Insolvenz

    Bundesbeamte müssen statt zu fliegen videotelefonieren

  2. Fraport

    Autonomer Bus im dichten Verkehr auf dem Flughafen

  3. Mixed Reality

    Microsoft verdoppelt Sichtfeld der Hololens

  4. Nvidia

    Shield TV ohne Controller kostet 200 Euro

  5. Die Woche im Video

    Wegen Krack wie auf Crack!

  6. Windows 10

    Fall Creators Update macht Ryzen schneller

  7. Gesundheitskarte

    T-Systems will Konnektor bald ausliefern

  8. Galaxy Tab Active 2

    Samsungs neues Ruggedized-Tablet kommt mit S-Pen

  9. Jaxa

    Japanische Forscher finden riesige Höhle im Mond

  10. Deep Descent

    Aquanox lädt in Tiefsee-Beta



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Indiegames-Rundschau: Fantastische Fantasy und das Echo der Doppelgänger
Indiegames-Rundschau
Fantastische Fantasy und das Echo der Doppelgänger
  1. Verlag IGN übernimmt Indiegames-Anbieter Humble Bundle
  2. Indiegames-Rundschau Cyberpunk, Knetmännchen und Kampfsportkünstler
  3. Indiegames-Rundschau Fantasysport, Burgbelagerungen und ein amorpher Blob

Xperia Touch im Test: Sonys coolem Android-Projektor fehlt das Killerfeature
Xperia Touch im Test
Sonys coolem Android-Projektor fehlt das Killerfeature
  1. Roboter Sony lässt Aibo als Alexa-Konkurrenten wieder auferstehen
  2. Sony Xperia XZ1 Compact im Test Alternativlos für Freunde kleiner Smartphones
  3. Sony Xperia XZ1 und XZ1 Compact sind erhältlich

Arktika 1 im Test: Monster-verseuchte Eiszeitschönheit
Arktika 1 im Test
Monster-verseuchte Eiszeitschönheit
  1. TPCast Oculus Rift erhält Funkmodul
  2. Oculus Go Alleine lauffähiges VR-Headset für 200 US-Dollar vorgestellt
  3. Virtual Reality Update bindet Steam-Rift in Oculus Home ein

  1. Re: Nachtrag: Ich biete

    bombinho | 16:24

  2. Re: Enttäuscht

    DeathMD | 16:23

  3. Re: Dalli Dalli

    theFiend | 16:20

  4. Re: Sehr Kompakte Beschreibung

    zuschauer | 16:19

  5. Re: Damit die staatlichen Fake News noch länger...

    theFiend | 16:17


  1. 16:25

  2. 15:34

  3. 13:05

  4. 11:59

  5. 09:03

  6. 22:38

  7. 18:00

  8. 17:47


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel