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Urheberrecht: Amazon haftet für Bilder seiner Marketplace-Verkäufer

Amazon muss seine Marketplace-Verkäufer an der Verwendung von Bildern hindern, an denen sie keine Rechte haben. Das hat der Parfümhersteller Davidoff in Berlin durchgesetzt. Amazon will das Verfahren fortsetzen.
/ Achim Sawall
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Kauf bei Amazon (Bild: Lionel Bonaventure/AFP/Getty Images)
Kauf bei Amazon Bild: Lionel Bonaventure/AFP/Getty Images

Amazon haftet für urheberrechtswidrige Bilder seiner Marketplace-Verkäufer. Über dieses Urteil des Landgerichts Berlin (Aktenzeichen: 16 O 103/14) berichtet der Rechtsanwalt Martin Bahr in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) : Der Rechtsstreit wurde um Produktfotos des Parfüms The Game von Davidoff geführt. Amazon wurde abmahnt, weil die ausschließlichen Nutzungsrechte an dem Bild bei dem Unternehmen liegen.

Amazon argumentierte, dass es sich um fremde Inhalte handele, weshalb der Konzern frühestens dann hafte, nachdem der Verstoß gemeldet worden sei. Zudem sei das Vorgehen kartellrechtsrechtswidrig und rechtsmissbräuchlich, denn es werde versucht, den freien Internethandel von Parfümprodukten zu unterbinden. Noch dazu seien die einzelnen Marketplace-Verkäufer Vertragspartner des Klägers.

Amazon plant Revision

Das Gericht gab jedoch der Klage statt und verurteilte Amazon zur Unterlassung. Es handele sich um keine fremden Inhalte, denn mit einem eigenen Algorithmus bestimme Amazon bereits in vielen Fällen, welche von den Verkäufern hochgeladenen Inhalte ausgewählt und angezeigt würden.

Auch wenn das Unternehmen möglicherweise kartellrechtlich problematisch handele, bestehe deswegen keine Berechtigung für die Nutzungsrechte des Bildes für Dritte. Den Davidoff-Kooperationspartnern sei die Verwendung nur für eigene Zwecke erlaubt gewesen.

Amazon will gegen das Urteil offenbar den Rechtsweg beschreiten. Amazon-Sprecher Christian Blum sagte Golem.de auf Anfrage: "Wir bitten um ihr Verständnis, dass wir laufende Verfahren nicht kommentieren."


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