Abo
  • Services:

Uploadfilter: Twitch erwägt Ausschluss von EU-Nutzern

Vor einer Woche ist die umstrittene EU-Urheberrechtsreform verabschiedet worden. Als erste große Plattform deutet jetzt der Videostreamingdienst Twitch Uploadfilter und Geoblocking an.

Artikel von Anton Weste/t3n veröffentlicht am
Twitch erwägt Geoblocking für europäische Nutzer.
Twitch erwägt Geoblocking für europäische Nutzer. (Bild: Elijah Nouvelage/Reuters)

Die Urheberrechtsreform der EU bleibt nicht ohne Konsequenzen für die künftige Strategie von Content-Service-Providern wie Facebook, Youtube oder Twitch. Emmet Shear, CEO von Twitch, kündigte bereits am 8. März 2019 im Talkformat Twitch Town Hall Uploadfilter an und brachte den Ausschluss von EU-Nutzern ins Spiel.

Stellenmarkt
  1. alanta health group GmbH, Hamburg
  2. T-Systems Multimedia Solutions GmbH, Dresden

"Grundsätzlich müssten wir, um uns und unsere Kreativen zu schützen, eine Art automatisiertes Filtersystem implementieren, das sehr restriktiv ist und das alles aus Europa, was eine Urheberrechtsverletzung sein könnte, daran hindert, rauszugehen. Das ist leider eine sehr niedrige Schwelle", sagt Shear. "Wenn jemand in den USA streamt, werden die europäischen Nutzer aus dem Stream herausgefiltert."

Artikel 17 (vorher Artikel 13) der EU-Urheberrechtsrichtlinie macht Content-Service-Provider haftbar, wenn Nutzer auf ihren Seiten unerlaubterweise urheberrechtlich geschütztes Material hochladen. Das neue Recht soll 2021 in Kraft treten.

Emmet Shear, CEO von Twitch, ergänzte seine Kritik am vergangenen Dienstag beim Fortune's Brainstorm Tech Dinner in San Francisco. Am selben Tag war die Richtlinie durch das Europäische Parlament verabschiedet worden. "Das Gesetz ist meiner Meinung nach ziemlich schlecht gemacht und lässt tonnenweise Fragen offen", sagte er. "Es ist völlig unklar, was wir tun müssen, um uns daran zu halten oder nicht."

Für Shear ist die Richtlinie zu vage. Er will per Lobbying erreichen, dass die konkrete Umsetzung eine faire Nutzung von geschütztem Material ermöglicht, etwa wenn im Hintergrund eines Videos ein Filmposter hängt oder jemand zu einer bestimmten Musik die Straße hinabläuft.

Twitch und seine Nutzer verdienen Geld durch Sponsoring und Anzeigen in Videostreams, die meist Menschen zeigen, die Computerspiele live spielen. Da Twitch keine Rechte an den gezeigten Spielen besitzt, könnte die Plattform stark vom neuen Gesetz betroffen sein.

"Große Kollateralschäden" durch Artikel 13

Shear fürchtet durch das Gesetz große Kollateralschäden. Twitch müsse nun maximal restriktiv vorgehen und alles blockieren, "das theoretisch in irgendjemandes Vorstellung eine Urheberrechtsverletzung darstellen könnte. Das behindert wirklich eurer kreatives Schaffen." Shear antwortet auf die Frage des Moderators von Twitch Town Hall, ob Twitch aufgrund von Artikel 13 ein System von Inhaltsfiltern benötigt: "Ja, absolut. Denn wir haben die Verpflichtung, es zu stoppen, bevor es veröffentlicht wird."

Uploadfilter würden sowohl Nutzer in der Europäischen Union als auch außerhalb betreffen: Twitch müsse einerseits sicherstellen, dass niemand in der EU geschütztes Material hochlädt. Andererseits müsse die Plattform aber auch verhindern, dass EU-Nutzer geschütztes Material konsumieren können, das jemand außerhalb der EU hochgeladen hat.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. (-30%) 4,61€
  3. 4,99€
  4. 3,43€

Rail 05. Apr 2019 / Themenstart

Es steht dir frei diese Unternehmen bestmöglich zu meiden. Gibt genug freie...

Rail 05. Apr 2019 / Themenstart

Au das klingt gut für mich als Urheber. Mein Video wird nicht verbreitet (wohlgemerkt...

Rail 05. Apr 2019 / Themenstart

So, wie die da gerade Herumfuchteln ist das nicht wirklich toll..

neocron 05. Apr 2019 / Themenstart

Die UBS zahlt gerade 3,7 Mrd Strafe, die Credit Suisse hat erst vor 2 Jahren 5,3 Mrd...

ceberlin 04. Apr 2019 / Themenstart

Nee, die tummeln sich doch in PSN ingame chats...du musst die NSA Veröffentlichungen aber...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Samsung Galaxy S10 Plus - Test

Das Galaxy S10+ ist Samsungs neues, großes Top-Smartphone. Im Test haben wir uns besonders die neue Dreifachkamera angeschaut.

Samsung Galaxy S10 Plus - Test Video aufrufen
Openbook ausprobiert: Wie Facebook, nur anders
Openbook ausprobiert
Wie Facebook, nur anders

Seit gut drei Wochen ist das werbe- und trackingfreie soziale Netzwerk Openbook für die Kickstarter-Unterstützer online. Golem.de ist dabei - und freut sich über den angenehmen Umgangston und interessante neue Kontakte.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Hack Verwaiste Twitter-Konten posten IS-Propaganda
  2. Openbook Open-Source-Alternative zu Facebook versucht es noch einmal
  3. Klage eingereicht Tinder-Mitgründer fordern Milliarden von Mutterkonzern

Batterieherstellung: Kampf um die Zelle
Batterieherstellung
Kampf um die Zelle

Die Fertigung von Batteriezellen ist Chemie und damit nicht die Kernkompetenz deutscher Autohersteller. Sie kaufen Zellen bei Zulieferern aus Asien. Das führt zu Abhängigkeiten, die man vermeiden möchte. Dank Fördergeldern soll in Europa eine Art "Batterie-Airbus" entstehen.
Eine Analyse von Dirk Kunde

  1. US CPSC HP muss in den USA nochmals fast 80.000 Akkus zurückrufen
  2. Erneuerbare Energien Shell übernimmt Heimakku-Hersteller Sonnen
  3. Elektromobilität Emmanuel Macron will europäische Akkuzellenfertigung fördern

Cascade Lake AP/SP: Das können Intels Xeon-CPUs mit 56 Kernen
Cascade Lake AP/SP
Das können Intels Xeon-CPUs mit 56 Kernen

Während AMD seine Epyc-Chips mit 64 Cores erst im Sommer 2019 veröffentlichen wird, legt Intel mit den Cascade Lake mit 56 Kernen vor: Die haben mehr Bandbreite, neue Instruktionen für doppelt so schnelle KI-Berechnungen und können persistenten Speicher ansprechen.
Von Marc Sauter

  1. Cascade Lake Intel legt Taktraten der Xeon SP v2 offen
  2. Optane DC Persistent Memory So funktioniert Intels nicht-flüchtiger Speicher
  3. Cascade Lake AP Intel zeigt 48-Kern-CPU für Server

    •  /