Uploader: Vom Serienfan zum illegalen Distributor

Nicht nur die großen Torrent- und Streamingportale verdienen gut am illegalen Vertrieb von Serien und Filmen, es gibt auch eine weitgehend im Dunkeln operierende Spezies: die Uploader. Auch sie können mittlerweile von ihrer umstrittenen Arbeit leben.

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Präparierte Kamera zum Abfilmen im Kino
Präparierte Kamera zum Abfilmen im Kino (Bild: GVU)

Bevor auf einer Streamingseite wie einem der vielen Nachfolger des abgeschalteten Kino.to ein aktueller Kinofilm oder die neue Folge einer Fernsehserie erscheint, muss die Datei irgendwo im Netz hochgeladen worden sein. Dafür sind die sogenannten Uploader zuständig, die wegen der direkten Beteiligung an der Verbreitung der Inhalte besonders im Fokus von Strafverfolgern stehen. Einer von ihnen, John genannt, hat nun Torrentfreak berichtet, wie er aus diesem Hobby so etwas wie einen Beruf gemacht hat.

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John begann die Beschäftigung mit illegalen Kopien, als er nach einem Umzug in ein anderes Land von einem legalen Streamingangebot ausgeschlossen wurde. Ein Freund verwies ihn auf eine Seite mit Links zu Serien, und später fügte er dort selbst einen ersten Link hinzu. Bei der weiteren Beschäftigung mit der Seite stellte er fest, dass manche Nutzer dort Hunderte oder gar Tausende Links eingestellt hatten.

Geld verdienen mit Links

Die Motivation dahinter erkannte John schnell: Es ging ums Geld. Die Seiten, auf denen die Streams der Inhalte tatsächlich liegen, bezahlen für häufig aufgerufene Links. Das klappt über sogenannte "affiliate programs", wie sie in der Onlinewirtschaft üblich sind: Wer häufig auf Inhalte verlinkt, wird an den Werbeeinnahmen beteiligt.

Um damit richtig Geld zu verdienen, muss man bei den Streams aber sehr erfolgreich sein und die Links zuerst und exklusiv besitzen. Laut John zahlen die Affiliate-Programme für 1.000 Aufrufe eines Streams nur 1 oder 2 US-Dollar. Mit den höchstens zehn Serienfolgen, die er pro Tag hochladen konnte, war das noch nicht lohnend.

Daher fand John Wege, die Vorgänge des Uploads und des Eintragens von Links zu automatisieren. Die bescheren ihm inzwischen ein "hübsches Auskommen", wie er Torrentfreak sagte. 200.000 Links auf verschiedenen Streamingportalen stammen laut Angaben des Uploaders von ihm, sie verweisen auf 30.000 Videodateien. Wie viele Dopplungen es dabei gibt, geht aus dem Bericht nicht hervor, für das Geschäftsmodell von John ist das aber auch nicht relevant.

Das Klischee vom leicht verführbaren Jugendlichen scheint John nicht zu erfüllen. Er gibt an, dass in seiner Kindheit die beliebteste Serie, deren Neuausstrahlung er wöchentlich verfolgte, "Happy Days" gewesen sei. Die Produktion der Serie wurde aber schon 1984 in den USA eingestellt, und das Gespräch deutet darauf hin, dass John damals in den Vereinigten Staaten lebte.

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deadeye 22. Okt 2013

Mir ist das sowas von.... Irgendwann werden die schon kapieren, dass das mit dem...

Everesto 22. Okt 2013

Keine Frage: die Content-Industrie hat da gepennt, und in den Bereichen, wo sie...

Anonymer Nutzer 22. Okt 2013

70¤ fände ich etwas happig aber 30-50¤/Monat wäre mir sowas wert, dafür könnte ich aber...

Himmerlarschund... 22. Okt 2013

Ist oft so :-)

Egon E. 22. Okt 2013

Stimmt. Das unternehmerische Risiko, das man bei einer millionenschweren Produktion...


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