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Der Meltdown auf einer Intel-CPU (Symbolbild)
Der Meltdown auf einer Intel-CPU (Symbolbild) (Bild: Marc Sauter/PC Games Hardware/Montage: Oliver Nickel)

Wie Windows-Nutzer den Mikrocode bekommen

Die Auswirkungen auf Meltdown können mit Software-Updates in den Betriebssystemen begrenzt werden, für die Variante 2 von Spectre sind aber Microcode-Updates für die CPUs unerlässlich. Viele Hersteller versuchen derzeit, Updates dafür bereitzustellen. Dabei ist die Verunsicherung offenbar groß, auf detaillierte Anfragen bei mehreren Unternehmen haben wir meist noch keine zufriedenstellende Antwort bekommen.

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Klar ist: Intel selbst hat zur Mitigation von Spectre in der zweiten Variante, (Branch Target Injection, CVE - 2017-5715) bereits Microcode-Updates entwickelt. Auch AMD stellt optionale Microcode-Updates für Ryzen sowie Epyc bereit und verweist aber darauf, dass ein Angriff über diese Lücke sehr schwer auszunutzen sei. Microcode-Updates für ältere CPU-Modelle will AMD in den kommenden Wochen ausliefern.

Mit dem Microcode steuern CPU-Hersteller die interne Funktionsweise des Prozessors abseits der mit Halbleitern festgelegten Funktionsweisen. Auf einem von uns verwendeten Sony Vaio Pro mit Linux findet sich zum Beispiel aktualisierter Intel-Microcode mit dem Datum 2017-11-20, der gegen Spectre gepatcht ist. Dabei handelt es sich um einen Core i5-4200U auf Haswell-Basis.

Der Microcode wird nicht dauerhaft auf der CPU abgelegt, sondern jedes Mal beim Start in einen beschreibbaren Speicher (Store) auf dem Chip geladen. Aus diesem Grund wird das Update für Windows-Nutzer auch vom UEFI bereitgestellt und vor dem Boot-Vorgang des Betriebssystems aktiviert.

Intel hat angekündigt, dass 90 Prozent der Chips aus den vergangenen fünf Jahren "innerhalb einer Woche" nach Bekanntwerden der Sicherheitslücken gepatcht würden. Dabei hat der Hersteller das nicht selbst in der Hand.

Denn die entsprechenden Updates hat das Unternehmen den OEM-Herstellern nach eigener Aussage bereits Anfang Dezember zur Verfügung gestellt. Die meisten Hersteller werden den Nutzern die Mikrocode-Updates per Bios-oder UEFI-Update zur Verfügung stellen. Bislang ist kein zuverlässiger Mechanismus bekannt, der ein Update des Microcodes ohne Beteiligung der Bios- oder UEFI-Hersteller ermöglicht.

Grundsätzlich gibt es auch Programme, mit denen Nutzer den Mikrocode selbst aufspielen können. Dies müsste aber nach jedem Start erneut gemacht oder über ein Skript automatisiert werden. Wenn für einen Prozessor neuer Mikrocode von Intel vorliegt, aber kein neues Bios oder UEFI vom Mainboardhersteller oder OEM, könnte dies als Notlösung funktionieren. Für normale Anwender ist dies aber kein empfehlenswerter Weg. Alternativ können Windows-Nutzer ohne Herstellerunterstützung auf eine Linux-Distribution umsteigen.

Auch die Mikrocode-Updates sind nicht perfekt

Intel selbst hat bei einigen der Updates offenbar auch Probleme festgestellt und diese nach Aussage von Lenovo zurückgezogen. Betroffen sind Kaby-Lake- (U/Y, U23e, H/S/X) und Broadwell-Modelle (E). Bei den Kaby-Lake-Chips soll es zu Problemen im Stromsparmodus S3 kommen, die das System anhalten. Bei einigen Broadwell-CPUs hingegen wurden ab und an auftretende Bluescreens während des Startprozesses beobachtet. Wer die Updates bereits installiert hat, soll diese nach Angaben von Intel weiterhin nutzen. Wer dies noch nicht getan hat, soll auf verbesserte Versionen warten.

Ankündigungen gibt es zum Beispiel von Asus und MSI, außerdem von Notebooksherstellern wie Fujitsu und Dell. Der Hersteller MSI hat die Folgen der Veröffentlichungen dabei offenbar nicht vollständig verinnerlicht. In einer Mitteilung schreibt das Unternehmen von "mögliche[n] Sicherheitslücken in der aktuellen Intel-Mikrocode-Version". Spekulativ ist im aktuellen Fall allerdings nicht die Sicherheitslücke, sondern nur die Befehlsausführung der betroffenen Prozessoren.

Dell hat die Updates für zahlreiche Geräte bereits fertig, andere sollen in Kürze folgen. Auch Lenovo hat für zahlreiche Geräte bereits fertige UEFI-Updates, durch die zurückgezogenen Updates von Intel verschiebt sich der Patchzeitraum allerdings teilweise bis Ende Februar. In Lenovos Auflistung fehlen Geräte der X2X-Serien, diese erhalten also offenbar keine Updates.

Surface-Geräte werden direkt von Microsoft ausgestattet

Eine Ausnahme von dieser Regel sind die Surface-Geräte von Microsoft. Diese sollen das Update direkt über Windows-Update erhalten. Damit dürfte die Patchquote bei den Surface-Geräten deutlich höher sein als bei den restlichen PCs.

Denn nicht alle Hersteller bieten eine automatische Überprüfung auf Bios-und UEFI-Updates an. Und selbst wenn Nutzer die Updates angeboten bekommen, dürften viele entweder befürchten, durch die Patches etwas an ihrem Rechner zu zerstören oder die in Rede stehenden Performance-Verluste zu erleiden.

Grundsätzlich sollte Microsoft, ähnlich wie es bei Linux funktioniert, in der Lage sein, aktualisierten Mikrocode während des Bootprozesses zu laden. In einigen Versionen der Server-Betriebssysteme verfährt das Unternehmen auch so. Bislang geschieht dies bei Privatnutzern aber nicht und bisher gab es auch keine wirkliche Notwendigkeit dafür. Ob das Unternehmen sich vorstellen kann, diese Option für Anwender anzubieten, die keine Herstellerunterstützung bekommen, wollte eine Sprecherin auf Nachfrage von Golem.de nicht kommentieren.

 Wie Microsofts Meltdown-Patch funktioniert, ist geheimWas macht Apple für MacOS-Nutzer? 

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Phantom 19. Jan 2018

Ja ich habe jetzt auch mein Gerät in der Liste gefunden. Gestern war es noch nicht da...

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Der Held vom... 19. Jan 2018

Wie hier schon mehrfach erwähnt, rein von der Leistung her lohnt es nicht. Anders sieht...

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Quantium40 19. Jan 2018

Ob die potentiellen Leistungseinbußen überhaupt ins Gewicht fallen, hängt schon jetzt...

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SolemSchicktLes... 19. Jan 2018

TL DR: Kann Meltdown Daten lesen, die nicht im Level 1 Data Cache der CPU liegen? Wenn ja...

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mehrfachgesperrt 17. Jan 2018

Netter und anschaulicher Vergleich. Danke dafür.

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