Unwetter: Wie viel Hochwasser verträgt ein Elektroauto?

Deutsche Hersteller machen sehr unterschiedliche Angaben über die Wassertauglichkeit von Elektroautos. Und können Teslas wirklich schwimmen?

Ein Bericht von veröffentlicht am
Ein Auto fährt durch eine überschwemmte Straße in London.
Ein Auto fährt durch eine überschwemmte Straße in London. (Bild: Justin Tallis/Getty Images)

Es sind Bilder, wie sie in den vergangenen Wochen häufig zu sehen waren: Überraschte Autofahrer versuchen, sich und ihr Fahrzeug durch überflutete Straßen in Sicherheit zu bringen. Zahlreiche Fahrzeuge versinken in den Wassermassen, weil ein Weiterfahren nicht mehr möglich war. Bei einer zunehmenden Verbreitung der Elektromobilität stellt sich daher die Frage: Sind Elektroautos bei der Durchfahrt durch Wasser gefährlicher für die Insassen? Und bleiben sie aufgrund einer geringeren Wattiefe möglicherweise früher als Verbrennerautos liegen?

Inhalt:
  1. Unwetter: Wie viel Hochwasser verträgt ein Elektroauto?
  2. Keine Stromschläge für Insassen zu befürchten
  3. Können Teslas wirklich schwimmen?

Strom und Wasser vertragen sich bekanntlich nicht besonders gut. Sobald Feuchtigkeit in elektronische Bauteile eindringt, besteht die Gefahr von Funktionsverlusten oder einer kompletten Zerstörung. Das gilt gleichermaßen für die Elektronik in Verbrennern wie in Elektroautos. "Sobald die elektronische Datenbusverbindung ausfällt, wird sowohl der Verbrenner als auch das Elektrofahrzeug nicht mehr fahrbereit sein. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn das Auto in einer überfluteten Umgebung parkt", teilte Audi auf Anfrage von Golem.de mit.

Audis schaffen 50 cm Wassertiefe

Theoretisch können Elektroautos sogar besser im Wasser funktionieren als Verbrenner, da sie keinen Sauerstoff ansaugen müssen. Nicht-nukleare U-Boote nutzen bei Tauchfahrt daher einen Elektromotor, der von Akkus oder einer Brennstoffzelle mit Energie versorgt wird. Doch im Gegensatz zu U-Booten sind Elektroautos nicht so gut gegen Wasser isoliert, als dass der Antrieb bei beliebigen Wassertiefen noch funktionieren würde.

Das betrifft weniger Komponenten wie die Hochvoltbatterie oder den Elektroantrieb. Diese sind in der Regel flüssigkeitsgekühlt und daher hermetisch abgeschlossen, so dass Flüssigkeit weder aus- noch eindringen kann. Das gilt jedoch nicht in gleicher Weise für die Kabelsteckverbindungen zwischen den Bauteilen oder andere Komponenten.

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Erstaunlicherweise machen die Hersteller sehr unterschiedliche Angaben dazu, was die zulässige Durchfahrttiefe ihrer Fahrzeuge betrifft. So teilte Audi mit: "Bei Audi stellen wir sicher, dass unsere Fahrzeuge (Verbrenner und Elektroautos) bis zu einer Wassertiefe von 50 cm eine Wasserdurchfahrt in Schrittgeschwindigkeit unbeschadet überstehen. Es besteht keine Modellabhängigkeit in dieser Anforderung." Immerhin können Audi-Fahrzeuge somit langsam durch knietiefes Wasser fahren.

Bis zur Unterkante der Karosserie

Deutlich vorsichtiger äußerte sich Mercedes-Benz. "Wenn eine Wasserdurchfahrt nicht vermeidbar ist, so darf die Wasserhöhe bei ruhigem Wasser maximal der Unterkante der Karosserie entsprechen. Unterschiedliche Fahrzeug-Modelle weisen natürlich verschiedene Fahrzeughöhen auf, so dass die Bodenfreiheit nicht pauschal auf eine Höhe festgelegt werden kann", sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

Ein SUV wie der EQC könnte vollbeladen aufgrund der geringen Bodenfreiheit von 97 Millimetern somit nur durch knöcheltiefes Wasser fahren. Beim EQA könnte bei einer Bodenfreiheit von 20 cm das Wasser immerhin bis zur Wade reichen. Nochmal 10 cm höher könnte das Wasser beim Extremgeländewagen EQC 4x4² stehen.

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Ein wichtiger Faktor für eine sichere Wasserdurchfahrt sei zudem die Fahrgeschwindigkeit. Mercedes empfiehlt daher, nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit zu fahren. Da nach einer Wasserdurchfahrt die Bremsen eine verminderte Bremswirkung aufwiesen, sollte der Fahrer das Fahrzeug vorsichtig abbremsen, bis die volle Bremswirkung wiederhergestellt sei.

Keine Gefahr für die Insassen soll durch eine überschwemmte Hochvolt-Batterie ausgehen.

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Keine Stromschläge für Insassen zu befürchten 
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derdiedas 08. Aug 2021

Gar nichts ist dafür ausgelegt! Ja bei meinem Geländewagen steht 70cm Wattiefe (nach...

ManKetnas 30. Jul 2021

Tesla von zum Beispiel 2015 haben Xenon Scheinwerfer, die Hochspannung wird aber meines...

Poolk 30. Jul 2021

Das ist bei 12V völlig egal. (!) Das einzig problematische ist z.B das Steuergerät. Aber...

berritorre 29. Jul 2021

Jaja, die Wunder-Audis... Es ist echt spannend, wie viele Leute es riskieren ins...

derdiedas 29. Jul 2021

Naaa ja, hat der Fluss grobes Geröll dann wird auch das teuer. Denn normale Autos sind...



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