Unwetter an der Ahr: Wie digitale Werkzeuge den Fluthelfern helfen

An manchen Tagen helfen mehrere Tausend Freiwillige bei den Aufräumarbeiten an der Ahr. Über mehrere Webseiten wird die Hilfe koordiniert.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Der Helfereinsatz am Ahrtal wird über verschiedene Webseiten koordiniert.
Der Helfereinsatz am Ahrtal wird über verschiedene Webseiten koordiniert. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Die erschütternden Bilder von der Flutkatastrophe an der Ahr haben viele Menschen zu spontanen Hilfsaktionen animiert. An manchen Tagen reisten mehrere Tausend Freiwillige aus allen Teilen Deutschlands an, um den betroffenen Bewohnern bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Doch diese private Hilfe parallel zu den Einsätzen von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) oder Rotem Kreuz muss ebenfalls koordiniert werden. Die dazu bereitgestellten Webseiten und digitalen Tools können das aber nur teilweise sinnvoll leisten.

Inhalt:
  1. Unwetter an der Ahr: Wie digitale Werkzeuge den Fluthelfern helfen
  2. Häufig keine Reaktion auf Hilfsangebote
  3. Offizielle Handreichungen fehlen

Der Einsatz an der Ahr stellt die privaten Helfer vor viele Herausforderungen. Das betroffene Gebiet ist wegen zerstörter Straßen und Brücken immer noch schwer zu erreichen. Die mobilen Kommunikationsverbindungen waren gerade in den ersten Tagen stark gestört. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es praktisch nicht. Strom- und Wasserversorgung sind auch Wochen nach der Flutwelle noch nicht wiederhergestellt.

Helfercamp im Industriegebiet

Trotz dieser Probleme ist es der Initiative Helfer-Shuttle gelungen, in einem Industriegebiet in der Nähe von Bad Neuenahr-Ahrweiler eine Infrastruktur aufzubauen, um die Helfer zu versorgen und in die Einsatzorte zu verteilen. Eine erste Anlaufstation für Freiwillige ist daher die Seite Helfer-Shuttle.de. Dort sind tagesaktuelle Hinweise verfügbar, wie die Hilfe organisiert wird und wie sich Helfer am besten auf ihren Einsatz im Flutgebiet vorbereiten.

Was ebenfalls wichtig ist: Von der Flut betroffene Personen können dort ihren Hilfsbedarf über ein Formular anmelden. Dazu sind neben Angaben zu Ort und Datum des Einsatzes auch Wünsche zur Zahl der Helfer sowie zu deren Ausrüstung erforderlich.

  • Eine völlig zerstörte Fußgängerbrücke in Ahrweiler (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Straßenbrücke in Ahrweiler wurde ebenfalls weggerissen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Fluten haben große Bereiche der Uferböschung zusammen mit der Infrastruktur wie Gasleitungen weggerissen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auch im Stadtteil Bad Neuenahr hat die Flut große Schäden verursacht. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Spielkasino in Bad Neuenahr wurde stark beschädigt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Viele Häuser in der Region sind vor allem im Erdgeschoss derzeit unbewohnbar. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Fluten haben die Infrastruktur wie Straßenlaternen stark zerstört. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die völlig verschlammten Transformatoren müssen ausgetauscht werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Tausende Fahrzeuge sind von den Fluten weggerissen und völlig zerstört worden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Viele beschädigte Fahrzeuge wurden noch nicht abgeschleppt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auch drei Wochen nach der Flut türmen sich noch die Müllberge in den Straßen von Ahrweiler. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Betroffene Läden und Geschäfte müssen komplett entkernt werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Ein Haken an den Gebäuden zeigt an, dass keine Einsturzgefahr droht. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • 21 Tage nach der Flutwelle haben große Teile von Ahrweiler immer noch keinen Strom. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Täglich kommen teilweise mehrere Tausend freiwillige Helfer an die Ahr, um die Schäden zu beseitigen.(Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Eine völlig zerstörte Fußgängerbrücke in Ahrweiler (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
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Entsprechend dem Bedarf versuchen die Organisatoren des Helfer-Shuttles, Thomas Pütz und Marc Ulrich, jeden Morgen die Helfer auf die verschiedenen Orte zu verteilen. Die Anfragen übersteigen dabei weit die Möglichkeiten. So gab es in der vergangenen Woche täglich bis zu 500 Anfragen, um nur in Bad Neuenahr-Ahrweiler in Häusern den Putz von der Wand zu stemmen. Dem standen rund 100 bis 200 Helfer gegenüber.

Direkter Kontakt über Facebook und Ahrhelp.com

Helfer und Betroffene können aber auch direkt Kontakt miteinander aufnehmen. Dazu gibt es unter anderem eine öffentliche Facebook-Gruppe (Hochwasser in AW - freiwillige Helfer), die derzeit fast 65.000 Mitglieder zählt. Dort veröffentlichen Facebook-Nutzer ihre Anfragen, Angebote und sonstigen Kommentare. Diese lassen sich auch nach bestimmten Themen sortiert aufrufen.

Was, wenn wir einfach die Welt retten?: Handeln in der Klimakrise

Speziell für die Hilfskoordination wurde zudem das Portal Ahrhelp.com ins Leben gerufen. Dieses basiert auf Sharetribe, einer Software für Online-Marktplätze. Die Seite ist wie ein Kleinanzeigenportal aufgebaut, in dem Hilfsangebote oder Spenden sowie Hilfegesuche eingegeben werden können.

Dieses Konzept funktioniert aber im konkreten Fall wie an der Ahr nur eingeschränkt.

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