Unweihnachtliche Filmtipps: Zombie-Apokalypse statt Kevin allein zu Haus

Genug von Kerzen, Plätzchen, Glühwein? Wir haben ein paar Fantasy- und Science-Fiction-Filmtipps ganz ohne Weihnachten, Kitsch, Rentiere und Punsch.

Artikel von Peter Osteried veröffentlicht am
Manchmal ist es zum Schreien.
Manchmal ist es zum Schreien. (Bild: Youtube / Screenshot: Golem.de)

Unsere zehn phantastischen Filmempfehlungen sind allesamt bei Netflix zu finden. Manch einer von ihnen ist angesichts der Flut monatlicher Neuerscheinungen längst verschüttet, lohnt aber die Entdeckung.

10. MUTE (2018)

Mute befand sich einige Zeit in Entwicklung, der Regisseur Duncan Jones sah darin immer eine Art "spirituelles Sequel" zu seinem viel beachteten Film Moon. Allerdings war die ganz große Inspiration für Mute eine andere: Blade Runner.

Mute spielt im Jahr 2052: Der stumme Barkeeper Leo Beiler lebt ein tristes Leben in Berlin. Das hat sich in den vergangenen 40 Jahren in einen urbanen Moloch verwandelt, in dem das pure Chaos herrscht und man niemandem trauen kann. Trotz aller Gefahren, die von den finsteren Gestalten in den Straßen ausgehen, begibt sich Leo jeden Tag aufs Neue hinaus, auf der Suche nach der einzigen Person, die er liebt, aber unter tragischen Umständen verloren hat. Seine große Liebe Naadirah verschwand vor einiger Zeit, und bis heute ist Leo auf der Suche nach ihr. Die einzigen, die eine Lösung für Leos Problem zu haben scheinen, ist eine Gruppe amerikanischer Chirurgen.

Die Besetzung mit Alexander Skarsgard und Paul Rudd ist sehr gut, und die Kameraarbeit von Gary Shaw, der sich vom deutschen Expressionismus, aber auch den Werken von Werner Herzog und Wim Wenders inspirieren ließ, ist hervorragend. Außerdem sieht der Film phantastisch aus, dank des herausragenden Produktionsdesigns.

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So wohlgelitten wie Moon ist Mute allerdings nicht. Nach seiner Veröffentlichung musste er sich harscher Kritik stellen. Tatsächlich hat das Skript Schwächen, und der Film ist vom Erzählfluss her nicht unbedingt der schnellste. Aber das sollte er auch nicht sein.

Jones setzt auf Stimmung, und davon baut er jede Menge auf. Er erzählt eine Noir-Geschichte in einer Welt, gegen die Blade Runner fast schon utopisch-schön aussieht. Der Film hat viele Figuren, weswegen er etwas ungeordnet erscheinen mag; die verschiedenen Handlungsstränge führen erst im Lauf der gut zwei Stunden zueinander. Dies ist kein schneller, kein lauter Film. Er erzählt eine kleine Geschichte, ist dabei aber groß und aufwendig.

9. THE RITUAL (2017)

Der Film basiert auf dem 2011 veröffentlichten, gleichnamigen Roman des britischen Schriftstellers Adam Nevill. In der Art der Inszenierung ist aber sofort zu merken, dass Regisseur David Bruckner auch ein anderes Werk referenziert.

Denn in manchen Passagen und Einstellungen erinnert das Werk an The Rituals, einen US-Horrorfilm aus dem Jahr 1977, in dem - wie in The Ritual - ein paar Freunde im Wald von etwas Gefährlichem verfolgt werden. Zum Ende hin geht Bruckners Film aber einen gänzlich anderen Weg.

Die Geschichte: Vier Freunde beschließen, ihren Urlaub mal nicht in der Stadt, sondern mit einer mehrtägigen Wanderung in Schweden zu verbringen. Sie streifen durch die menschenleere Landschaft, als einer von ihnen sich verletzt. Sie nehmen eine Abkürzung durch ein Waldgebiet und treffen dort auf einen namenlosen Schrecken, der ihnen folgt und nach dem Leben trachtet. The Ritual erinnert auch an den Found-Footage-Klassiker The Blair Witch Project, nur dass Bruckner sich nicht auf die Krücke Found Footage verlässt, sondern seinen Film klassisch erzählt.

Die erste Hälfte des Films ist eindeutig stärker als die zweite. Das kommt vor allem durch die Atmosphäre und das konstante Gefühl der Bedrohung, erzeugt durch eine Kamera, die immer wieder glauben lässt, es sei mehr da, als zu sehen ist. Dadurch ergibt sich große Spannung. Später macht The Ritual eine Kehrtwende und wird zu einem eher traditionellen Horrorfilm - was nicht per se schlecht ist, nur wirkt es deutlich konventioneller.

Insgesamt ist The Ritual stimmungsvoller Horror mit einigen tollen Bildern, einem interessanten, weil ungewöhnlichen Monster und einer klaren Warnung: Nehmt niemals die Abkürzung!

The Ritual [DVD] [2017]

8. EXTINCTION (2018)

Extinction mutet wie eine überlange Folge der Science-Fiction-Serie The Outer Limits an, funktioniert aber gut. Die Hauptfigur des Films, Peter (Michael Peña), hat Träume, die wie Visionen anmuten. In ihnen wird die Erde von Außerirdischen angegriffen, und er muss alles daran setzen, seine Familie zu retten. Eigentlich will er gerade zum Arzt gehen, zögert aber, weil er denkt, dass die Träume eine Warnung sein könnten. Schließlich rafft er sich doch auf. Und dann beginnt die Invasion der Außerirdischen!

Der Film hat anfangs Probleme - sogar so viele, dass man sich häufiger an Skyline erinnert fühlt. Doch letztlich ist Extinction besser als dieser Heuler. Das liegt vor allem daran, dass es später zu einem Twist kommt, der aufwertet, was zuvor gezeigt wurde. Damit kann man auch die teilweise langweiligen ersten beiden Akte im Nachhinein gutheißen - dennoch bleibt das Gefühl, der Film hätte (auch) in dieser Beziehung intensiver gestaltet werden können.

Der Twist ist relativ originell und interessant. Er bereitet auch das Ende vor, das förmlich "Sequel!" schreit. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass es ein solches geben wird - falls der Film sich nicht für Netflix als Erfolg erweist. Dann könnte der Streamingdienst eine Fortsetzung unter eigener Regie machen.

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Eine Zeitschleife, ein Paradoxon, eine Zombie-Apokalypse 
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Sil53r Surf3r 27. Dez 2020

Kein Wunder. Die Vorlage ist von Stephen King. Diesem Autor, der sich morgens beim...

up.whatever 27. Dez 2020

Sorry, aber der Satz ist Blödsinn. "Auslöschung" ist ein mittelmäßiger Film in einem...

Sil53r Surf3r 27. Dez 2020

Naja, nicht jeder hat das Talent, unterhaltsame Filme zu drehen. Viele schaffen es ja...

alextst 26. Dez 2020

... obwohl ich viele Filme schaue. Coole Zusammenfassung. Ist übrigens der erste Golem...

Sil53r Surf3r 26. Dez 2020



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