Unterwegs auf der Babymesse: "Eltern vibrieren nicht"

Unternehmen wollen die Kindererziehung umkrempeln und digitalisieren. Dabei setzen sie auf getunte Kinderwagen, Socken mit Bluetooth und Feinstaubmesser im Kinderzimmer. Es bleibt die Frage: Wollen Eltern das wirklich?

Ein Bericht von veröffentlicht am
Eine Bluetooth-Socke soll der Gesundheit des Babys helfen.
Eine Bluetooth-Socke soll der Gesundheit des Babys helfen. (Bild: Owlet)

Man kann eigentlich nur hoffen, dass nicht die Hersteller von Babyzubehör bestimmen werden, wie die Eltern der Zukunft ihre Kinder erziehen. Auf der Messe Kind und Jugend 2017 in Köln wurde deutlich, dass sie vor allem auf zwei Entwicklungen setzen: dass Eltern lästige Pflichten, wie etwa ihre Kinder zu schaukeln, gern an Maschinen abtreten und gleichzeitig aus der Ferne die absolute Kontrolle über ihren Nachwuchs wünschen.

Inhalt:
  1. Unterwegs auf der Babymesse: "Eltern vibrieren nicht"
  2. Überwachung im Kinderzimmer
  3. Socke mit Bluetooth

Die vielbeschworene Digitalisierung soll nun endgültig die Kinderzimmer übernehmen, das vernetzte Kinderzimmer war in diesem Jahr ein Schwerpunkt auf der Messe. Viele traditionelle Hersteller halten sich damit zwar noch zurück - bei europäischen Kinderwagenherstellern gibt es vergleichsweise wenig elektronischen Schnickschnack. Asiatische Unternehmen und jüngere Firmen zeigen dagegen, dass man praktisch jedes Produkt digitalisieren kann, wenn man nur will - und dass Eltern vom Herzschlag bis zum Atemzug jede Regung des Nachwuchses digital überwachen können, wenn man sie nur von der Sinnhaftigkeit überzeugt.

"Bewegt sich wie du"

Am Stand des Herstellers 4 Moms etwa thront etwas, was ein bisschen aussieht wie ein Babysitz fürs Auto, aber auf einem futuristischen Gestell und mit dem Hinweis auf eine App. Daneben prangt der Werbespruch des Unternehmens: "Moves Like You Do" - Bewegt sich wie du. Es handelt sich bei dem Gerät um eine Kinderwiege, die sich bewegen kann, und zwar genauso wie die Eltern. "Bei den meisten Herstellern bewegen sich die Sitze vollkommen unnatürlich und vibrieren. Aber Eltern vibrieren nicht", erklärt uns eine Mitarbeiterin. Für die Konzeption des Produktes habe man daher die Bewegungen Hunderter Eltern studiert, um diese möglichst genau nachahmen zu können.

Gesteuert wird der Babysitz Mamaroo 4 entweder über große Tasten am Fuß oder über eine Smartphone-App. Diese kommuniziert per Bluetooth, nutzt aber keine Clouddienste, um Daten zentral abzulegen. Es können verschiedene Bewegungsmuster ausgewählt werden, außerdem Geräusche, die die Kinder beruhigen sollen. Wer will, kann außerdem per Klinkenkabel andere Musikquellen nutzen. Die Lautsprecher sind aber zumindest für ausgebildete Ohren kein Genuss.

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Mitten in einer der Messehallen befindet sich das versprochene "vernetzte Kinderzimmer". Zwischen zwei Gängen wurden Wände aufgestellt, um ein merkwürdig fahles und ungemütliches Kinderzimmer nachzubauen, ausgestattet mit Kinderbett, Nachttisch, einer Kindersitzgruppe und einem kurzflorigen Teppich. Ein Mitarbeiter der Firma Z-Wave erläutert uns die verschiedenen Elemente: Ein Bewegungssensor zeigt, wenn das Kind nachts aufsteht, eine elektrisch regelbare Nachttischlampe gibt ihm Licht. Sensoren überwachen Türen und Fenster und messen die Luftqualität oder austretende Feuchtigkeit. Eine Steckdose signalisiert über verschiedenfarbige LEDs, ob bestimmte Sensorwerte sich im vorgegebenen Rahmen bewegen oder nicht.

Es kann aber noch viel mehr mit digitalen Helfern überwacht werden.

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Überwachung im Kinderzimmer 
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Garius 25. Sep 2017

Das sind nicht irgendwelche Pädagogen, sondern Menschen die ihr Leben lang in bestimmten...

plutoniumsulfat 24. Sep 2017

Da die Forschung da selbst noch nicht wirklich weiter ist, vermutlich keinen einzigen...

plutoniumsulfat 24. Sep 2017

Was ich für viel wichtiger halte: Dem Kind das Bewusstsein dafür geben, dass das so ist...

plutoniumsulfat 24. Sep 2017

Und was bringts dir dann? Eine diskussionswürdige Position. Dürfte wohl nicht für jeden...



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