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Unterwassersabotage: Russische U-Boote spähen britische Kabel aus

Drei russische U-Boote haben britische Unterwasserinfrastruktur ausspioniert. Verteidigungsminister John Healey droht Putin Konsequenzen an.
/ Andreas Donath
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K-322 Cachalot, Akula-Klasse (Bild: US Navy)
K-322 Cachalot, Akula-Klasse Bild: US Navy / CC0 1.0

Drei russische U-Boote haben laut dem britischen Verteidigungsminister John Healey eine verdeckte Operation über Kabel und Pipelines nördlich der britischen Hoheitsgewässer durchgeführt.

In einer direkten Ansprache an den russischen Präsidenten Wladimir Putin sagte Healey laut einem Bericht der BBC bei einer Pressekonferenz in der Downing Street: "Wir sehen Sie. Wir sehen Ihre Aktivitäten über unsere Kabel und unsere Pipelines, und Sie sollten wissen, dass jeder Versuch, sie zu beschädigen, nicht toleriert wird und schwerwiegende Folgen haben wird."

Nach Angaben Healeys setzte Russland ein Akula-Angriffs-U-Boot(öffnet im neuen Fenster) als Ablenkung ein, während zwei Spezialboote der geheimen Gugi-Einheit, dem Hauptdirektorat für Tiefseeforschung, Unterwasserkabel auf dem Meeresgrund auskundschafteten. Das Akula verließ das Gebiet, als es entdeckt wurde. Die beiden Gugi-Boote(öffnet im neuen Fenster) blieben.

Die Royal Navy reagierte mit der Fregatte HMS St Albans, einem Versorgungsschiff und Merlin-Hubschraubern zur U-Boot-Abwehr. Sonarbojen wurden abgeworfen, um der Gegenseite zu zeigen, dass man jede Stunde der Operation beobachtet habe.

90 Prozent des Internetverkehrs hängen daran

Rund 60 Unterseekabel laufen entlang der britischen Küste an Land, vor allem in East Anglia(öffnet im neuen Fenster) und Südwestengland. Über sie läuft mehr als 90 Prozent des täglichen britischen Internetverkehrs. Dazu kommen Gaspipelines aus Norwegen durch die Nordsee, über die etwa 77 Prozent der britischen Gasimporte fließen.

Das Gugi, das direkt dem russischen Verteidigungsminister und dem Kreml unterstellt ist, spezialisiert sich auf genau diese Ziele: Unterwasserüberwachung und Sabotage. Die Mini-U-Boote der Einheit sind darauf ausgelegt, Kabeln unbemerkt nahe zu kommen oder Daten abzugreifen, die durch sie übermittelt werden.

Russland bestritt die Vorwürfe. Die Botschaft in London erklärte laut BBC, man bedrohe keine Unterwasserinfrastruktur. Ex-Verteidigungsattaché John Foreman sagte dem Fernsehsender, die russische Bedrohung sei längst bekannt. Die eigentliche Frage sei, "ob wir etwas dagegen tun."


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