Unternehmenssoftware: Bain Capital gibt Übernahmekampf um Software AG auf
Der Finanzinvestor Bain Capital beendet seinen Versuch einer feindlichen Übernahme der Software AG. Der Software-AG-Konkurrent Rocket Software wird seine Anteile an Silver Lake verkaufen, dem bisherigen Konkurrenten in der Auseinandersetzung. Das teilte Bain Capital am 19. Juni 2023 mit(öffnet im neuen Fenster).
Silver Lake hat bereits einen Kaufvertrag mit dem Großaktionär Software AG Stiftung über deren Anteil von 25,1 Prozent abgeschlossen. Weitere fünf Prozent hat Silver Lake zusätzlich erworben.
Um die Übernahme des Darmstädter Softwarekonzerns gab es eine Auseinandersetzung zwischen Silver Lake und Bain Capital. Bain wollte die 34 Euro pro Aktie, die Silver Lake zahlen wollte, überbieten und plante, die Software AG mit Rocket Software zusammenzulegen.
Die Unternehmensführung der Software AG und die Stiftung als Großaktionär standen jedoch weiter zu Silver Lake und erklärten(öffnet im neuen Fenster): "Es handelt sich hierbei nicht um ein überlegenes Angebot, sodass der Vorstand der Software AG und der im Namen des Aufsichtsrates agierende unabhängige Übernahmeausschuss nicht in der Position sind, darauf einzugehen. Das von Silver Lake am 21. April 2023 angekündigte und am 4. Mai 2023 erhöhte Angebot ist im besten Interesse aller Stakeholder des Unternehmens."
Rocket-Software-Chef Andy Youniss erklärte, man sei überzeugt gewesen, zusammen mit der Software AG ein innovatives Unternehmen mit erweiterter Kundenbasis und größerer geografischer Reichweite schaffen zu können. "Leider waren wir mit unseren Bemühungen nicht erfolgreich."
Silver Lake bewertet die Software AG mit 2,2 Milliarden Euro. Mit der Beteiligung von Silver Lake bekamen Christian Lucas, Managing Director und mitverantwortlich für das Europageschäft bei Silver Lake, sowie Jim Whitehurst, ehemaliger Chef von Red Hat, einen Sitz im Aufsichtsrat der Software AG.
Welche sind die Produkte der Software AG?
Die Software AG brachte im Jahr 1969 ein Datenbanksystem für Großrechner heraus, das weiter als Adabas & Natural angeboten wird. Software zur Integration verschiedener IT-Systeme (Digital Business) bildet inzwischen die größte Sparte.
Die wichtigsten Produkte sind weiterhin das Datenbankmanagementsystem Adabas, die SOA-Registry und -Repository Centrasite, die Entwicklungsumgebung Natural, das SOA-Paket Webmethods und Aris, die Plattform zur Analyse von Geschäftsprozessen. Diese Angebote fasst man als Digital Business Platform (DBP) zusammen und bringt sie seit Jahren verstärkt als Mietprodukt in die Cloud.
Seit der Übernahme von Cumulocity hat die Software AG auch dessen IoT-Plattform im Programm, die mit dem Maschinenbau-Joint-Venture Adamos zusammenarbeitet.
Im März 2022 schloss die Software AG eine Übernahmevereinbarung mit dem US-Softwareunternehmen Streamsets. Der Kaufpreis betrug 524 Millionen Euro.
- Anzeige Hier geht es zum Handbuch für Softwareentwickler bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



