Unternehmensgründer: Tech-Bros ohne Riesen-Ego und zweifelhaftes Weltbild
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Erfolgreiche Männer wie Elon Musk und Peter Thiel prägen die öffentliche Wahrnehmung der sogenannten Tech-Bros. Dass es sich bei der Gattung der durch technische Innovationen reich Gewordenen streng genommen nur um Unternehmer handelt und exzentrische Selbstdarstellerei und politische Fragwürdigkeit nicht zwingend zum Dasein erfolgreicher Tech-Unternehmer dazugehören, ging in letzter Zeit ziemlich unter.
Dabei lohnt ein Blick auf andere Tech-Bros, die einfach nur Menschen mit guten (oder auch nicht ganz so guten) Ideen sind. Und die die Welt zwar auch nach ihren Vorstellungen verändern möchten, aber möglichst nicht nur zum eigenen Wohl.
In einigen Fällen klappt das, in anderen nicht, wie diese drei Beispiele zeigen.
Peder Nærbø – Rechenzentren, Glasfaserkabel und Erdbeeren
Peder Nærbø hat nicht einmal in seinem Heimatland einen eigenen Wikipedia-Eintrag, dabei gehört er seit 2021 offiziell zu den 400 reichsten Norwegern. Allerdings werden seine Ideen und Projekte vor allem in Wirtschaftspublikationen immer wieder vorgestellt und diskutiert.
Sie zielen schließlich darauf ab, Norwegen zum Premium-Standort für Datenspeicherung und Rechenzentren auch für internationale Tech-Konzerne und Cloudanbieter zu machen. Genauer: Zu einem nachhaltigen Standort, denn das skandinavische Land schafft eine fast kohlenstofffreie Energieproduktion. 90,3 Prozent des produzierten Stroms wird aus Wasserkraft gewonnen, Windkraft macht 8,5 Prozent aus, Gas 0,7 Prozent(öffnet im neuen Fenster) .
Bisher gelten Rechenzentren als Energiefresser, deren Strombedarf durch Cloud Computing und den KI-Boom in den letzten Jahren zudem rasant angestiegen ist. In Irland verbraucht die Branche 18 Prozent des Stroms, in den USA stammten 55 Prozent des Stroms für Rechenzentren aus fossilen Energien.
"Energie-Hubs" für andere Sektoren
Bis 2030 könnte sich der Energiebedarf von Rechenzentren verdoppeln, prognostizierte die Internationale Energieagentur im Juli letzten Jahres(öffnet im neuen Fenster) . 137 der dann benötigten 945 Terawattstunden würden allein für die Kühlung benötigt.
Peder Nærbø möchte mit seinem innovativen Konzept große Rechenzentren zu "Energie-Hubs" machen, die als industrielle Herzstücke für andere Sektoren dienen. Die von Rechenzentren abgegebene Wärme sei, so erklärt er gern, zwar mit ungefähr 36 Grad "niedriggradig" , aber beispielsweise für sogenannte vertikale Landwirtschaft oder Fischzuchtbetriebe in den besonders im Winter kalten Nordregionen perfekt.
Vertikaler Anbau hat den Vorteil, dass er nicht viel Platz und außerdem weniger Wasser benötigt als die klassischen Gewächshäuser. Diese Methode ist für Pflanzen geeignet, die schnell wachsen und nicht viel Platz beanspruchen, gleichzeitig aber Wärme benötigen wie manche Salatsorten, diverse Kräuter plus Kletterpflanzen. Und Erdbeeren, die gut in Hängesystemen gedeihen.



