Unterirdischer SMR: 2-Kilometer-Bohrung für Mini-Atomkraftwerk gestartet
Das US-Startup Deep Fission(öffnet im neuen Fenster) hat den Beginn einer Tiefenbohrung in Parsons (Kansas, USA) für sein Konzept eines unterirdischen Atomreaktors vermeldet. Dabei soll eine Tiefe von 6.000 Fuß, umgerechnet knapp 2 km, erreicht werden. Insgesamt drei solcher Bohrungen sind geplant.
Der Durchmesser der Bohrlöcher soll jeweils bei 20 cm liegen, da sie ausschließlich der Erkundung des Untergrunds dienen. Mit den Daten zur geologischen Stabilität, zum Grundwasser und den vorherrschenden Temperatur- und Druckverhältnissen soll die technische Machbarkeit des Vorhabens geprüft werden. Die Informationen sollen in das Design der sogenannten Small Modular Reactors (SMR) einfließen.
Deep Fission plant, seinen eigens entwickelten Druckwasserreaktor in ein noch zu bohrendes Loch mit deutlich größerem Durchmesser abzusenken. In der angestrebten Tiefe wäre der Umgebungsdruck hoch genug, um einen möglichst kleinen Reaktor zu nutzen. Auch die Abschirmung der Strahlung übernimmt in dieser Tiefe das Erdreich.
Zertifizierung und Skalierung kompliziert
Der angedachte Reaktor soll 15 Megawatt Leistung erreichen. Um so viel Strom zu produzieren wie ein großer Kernreaktor, müssten demnach 100 kleine Reaktoren in ebenso vielen Bohrlöchern versenkt werden.
Zudem gibt ein Bericht von IEEE Spectrum(öffnet im neuen Fenster) zu bedenken, dass ein solcher Reaktor nicht nur aus der Ferne gesteuert werden müsse. Auch die Inbetriebnahme, die Erreichung der Kritikalität und die spätere Entnahme von spaltbaren Materialien müssten ferngesteuert in der Tiefe stattfinden. Zunächst müsse die Sicherheit der Prozesse festgestellt werden, bevor überhaupt an einen Reaktorstart zu denken sei.
Unterstützung durch die US-Regierung
Geld für das ambitionierte Projekt dürfte dennoch ausreichend vorhanden sein. Neben privaten Investoren, die sich nach Angaben von Deep Fission bereits eine Leistung von mehr als 12 Gigawatt oder 800 kleinen Tiefenreaktoren gesichert haben, unterstützt auch das US-Energieministerium das Projekt.
Durch eine präsidiale Anordnung(öffnet im neuen Fenster) vom Mai 2025 dürfen darüber hinaus Reaktortests mittlerweile auch außerhalb der nationalen Labore stattfinden.
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