Unsicher: Kernel.org verabschiedet sich von FTP
Nach mehreren Jahrzehnten im Einsatz wird der Code für den Linux-Kernel ab Anfang März nicht mehr über die FTP-Server des Projekts verfügbar sein, denn die Community will die dazugehörigen Server abschalten, wie es in einer kurzen Nachricht bei Kernel.org(öffnet im neuen Fenster) heißt. Begründet wird dies damit, dass die Verfügbarkeit von FTP "wichtige Protokoll- und Sicherheitsimplikationen" habe.
Letztlich weist diese Entscheidung auf das vergleichsweise hohe Alter des File Transfer Protocol (FTP) hin sowie auf dessen stagnierende Entwicklung. Die erste Version von FTP erschien bereits 1971 und nutzte noch den Vorgänger zu TCP/IP. Zwar ist FTP im Laufe der Zeit an die veränderten Grundlagen angepasst worden, letztlich ist FTP modernen Anforderungen an das Übertragen von Dateien über das Netz aber nicht mehr gewachsen und kann nur noch mit großem Aufwand überhaupt als Übertragungsweg angeboten werden.
"Das Protokoll ist ineffizient und erfordert das Hinzufügen von unangenehmen Behelfslösungen zu Firewalls und Load-Balancing-Daemons", heißt es dazu in der Erklärung bei Kernel.org. Darüber hinaus verfügen die FTP-Server über keinerlei Unterstützung für Caching oder andere Möglichkeiten zur Beschleunigung von Datentransfers, was signifikante Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Systeme habe.
Damit das Abschalten des FTP-Dienstes nicht zu viele Probleme verursacht, soll diese in zwei Phase ablaufen. Ab dem 01. März soll der FTP-Dienst mit den Projekten der Kernel-Community vom Netz genommen werden, Anfang Dezember soll dann auch der Spiegelserver für andere Projekte folgen. Als alternative Transferwege stehen HTTPS, Git, sowie Rsync bereit.
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