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Unseriöse KI-Weiterbildungen: Zertifizierungsstellen fehlt fachkundiges Personal

Die undurchsichtige Förderstruktur des Bundes macht es unseriösen Anbietern einfach, mit mangelhaften Schulungsangeboten Geld zu verdienen.
/ Mike Faust
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Die Agentur für Arbeit reagierte bereits mit einer Warnung vor unseriösen Schulungsanbietern. (Bild: Agentur für Arbeit / Foto: Mike Faust, Golem)
Die Agentur für Arbeit reagierte bereits mit einer Warnung vor unseriösen Schulungsanbietern. Bild: Agentur für Arbeit / Foto: Mike Faust, Golem

Der Markt für staatlich geförderte Weiterbildungen für Arbeitnehmer zeigt im Bereich KI starke Schwächen. Laut einem Bericht der FAZ(öffnet im neuen Fenster) werden strukturelle Lücken im System ausgenutzt, um mit inhaltlich minderwertigen Schulungsangeboten Geld zu verdienen oder direkt Fördermittelbetrug zu begehen.

Viele Kurse beschränken sich auf die Bedienung von Tools wie ChatGPT, anstatt notwendige Kompetenzen, wie die Bewertung von Daten oder die Integration von KI im Unternehmen zu vermitteln. Zudem findet häufig kein Abgleich statt, ob die angebotene Schulung zu den bereits vorhandenen Fähigkeiten des Teilnehmers oder den Bedürfnissen im Unternehmen passen.

Während Direktanbieter von Weiterbildungen ihre Qualität hochhalten müssen, um Unternehmenskunden nicht zu verlieren, fehlt durch die Förderungsstruktur das direkte Feedback von Firmen, wodurch unseriöse Anbieter teils lange am Markt operieren können.

Kein fachkundiges Personal und zu viele Angebote

Hinzu kommt, dass auch den Zertifizierungsstellen nicht ausreichend fachkundiges Personal zur Verfügung steht, um komplexe Lehrpläne für KI-Schulungen zu bewerten. Die Arbeitsagenturen haben ebenfalls kaum Möglichkeiten, die Fülle an Angeboten zu prüfen, wodurch von diesen geförderte Teilnehmer häufig in Kursen landen, die nicht für sie geeignet sind.

Zwar plant die Bundesregierung bereits eine Modernisierung des Zertifizierungs- und Förderungssystems, dies gilt aber als komplexes und zeitaufwändiges Unterfangen. Unterdessen hat die Bundesagentur für Arbeit bereits mit Warnhinweisen auf Werbung unseriöser Anbieter(öffnet im neuen Fenster) reagiert.

Eine Golem-Leserbefragung vom November 2025 zeigte ebenfalls, dass das Förderungssystem viel zu oft an seinen eigenen Strukturen scheitert. Während einige Teilnehmer von guten Trägern, starken Dozenten und echten Chancen berichteten, sprachen viele andere von fehlender fachlicher Tiefe und von Prüfungen, die sie in keiner Weise auf die berufliche Realität vorbereiteten.


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