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Unix: OpenBSD 5.5 löst Unix-Zeitproblem

Die Unix-Zeit von OpenBSD nutzt nun fast ausschließlich eine 64-Bit-Variable und löst damit das Jahr-2038-Problem. Die Installation ist zudem signiert.
/ Sebastian Grüner
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OpenBSD mit 64-Bit-Zeit (Bild: OpenBSD)
OpenBSD mit 64-Bit-Zeit Bild: OpenBSD

In dem Ur-Unix der Bell Labs wurde die Zeit in einer 32-Bit-Variablen gespeichert, was in direkt oder indirekt darauf aufbauenden Betriebssystemen übernommen worden ist. Diese Variable time_t läuft im Jahr 2038 über(öffnet im neuen Fenster) , weil damit für positive und negative Werte nur zweimal 68 Jahre gespeichert werden können. OpenBSD 5.5(öffnet im neuen Fenster) hat dieses Problem durch einen Wechsel hin zu einer 64-Bit-Variablen behoben.

Mit dieser neuen Variablen lassen sich zumindest theoretisch etwas weniger als 300 Milliarden Jahre repräsentieren. Für die Umstellung hat das Team seinen gesamten Quellcode überprüft und viele verschiedene Programme angepasst, darunter auch Spiele sowie zahlreiche Ports. Für die Teile des Systems, die mit 64 Bit nicht umgehen können, kommt von nun an eine vorzeichenlose Variable zum Einsatz, die bis zum Jahr 2106 benutzt werden kann.

Signierte Installation

Mit Hilfe des neuen Signify-Kommandos(öffnet im neuen Fenster) sind die Installationsroutine selbst sowie sämtliche Pakete kryptografisch signiert. Noch ist die Installation ohne Überprüfung der Signatur möglich, wird vom Entwickler-Team aber nicht empfohlen. Außerdem vertraut die Paketinstallation pkg_add standardmäßig nur noch signierten Paketen.

Darüber hinaus lassen sich nun Installationen erstellen, die ohne Aufsicht durchlaufen. Dieser Vorgang lässt sich über eine spezielle Konfigurationsdatei(öffnet im neuen Fenster) kontrollieren. Für x86-kompatible Architekturen bietet das Team auch selbst erstellte Abbilder an, die auf USB-Speicher geschrieben werden können.

Die vielfach verwendete Firewall pf besitzt ein neues System zum Einreihen der Pakete mit entsprechend neuer Syntax. Der Zufallszahlengenerator arc4random(öffnet im neuen Fenster) nutzt die ChaCha20-Stromverschlüsselung(öffnet im neuen Fenster) von Daniel J. Bernstein und das Zufallszahlensystem des Kernels verwendet Daten aus dem Bootloader, um Funktionen auch im frühen Bootprozess bereitzustellen.

Für Desktop-Nutzer enthaltene Ports sind unter anderem Gnome 3.10, KDE SC 4.11, aktuelle ESR-Releases von Firefox und Thunderbird, Chromium 32 oder auch Libreoffice 4.1.4. Weitere Änderungen und eine Auflistung weiterer Ports finden sich in der Ankündigung. Installationsabbilder sind über die Spiegelserver des Projekts(öffnet im neuen Fenster) verfügbar.


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