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Unix: Einzige bekannte Kopie von Unix V4 aufgetaucht

Die Universität Utah hat aufgeräumt – und in einem Lagerraum eine spektakuläre Entdeckung gemacht: eine Kopie des verschollenen Unix V4.
/ Tobias Költzsch
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Das Band ist mit dem PDP-11 kompatibel - hier ein Modell aus dem Computermuseum der Universität Stuttgart (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Band ist mit dem PDP-11 kompatibel - hier ein Modell aus dem Computermuseum der Universität Stuttgart Bild: Tobias Költzsch/Golem

An der Universität Utah ist ein Magnetband aufgetaucht, bei dem es sich offenbar um eine vollständige Kopie von Unix V4 handelt. Das berichtet Robert Ricci auf Mastodon(öffnet im neuen Fenster) . Ricci ist Professor an der Kahlert School of Computing an der Universität Utah.

Ricci zufolge handelt es sich um ein Unix V4 von Bell Labs. Die Kopie stammt voraussichtlich aus dem Jahr 1974, die Handschrift ordnet Ricci seinem Doktorvater Jay Lepreau zu.

Von Unix V4 gibt es bislang keine bekannten vollständigen Kopien. Dem Computer History Wiki zufolge hat die Unix Heritage Society eine komplette Version des Nutzerhandbuchs und den Quellcode einer frühen Version des V4-Kernels. Der Kernel von V4 war der erste, der in C geschrieben wurde.

Band geht an das Computer History Museum

Unix V4 ist mit dem PDP-11 kompatibel, genau genommen mit dem PDP-11/45. Die Universität Utah wird nicht selbst versuchen, die Software von dem Magnetband zu kopieren; das überlässt sie dem Computer History Museum in Mountain View, Kalifornien.

Aufgrund der Wichtigkeit des Fundes wird das Magnetband nicht an das Computer History Museum verschickt; stattdessen wird ein Mitarbeiter der Universität Utah das Band persönlich abgeben. Geplant ist, dass der Mitarbeiter mit dem Auto fährt – für die Strecke benötigt man elf bis zwölf Stunden Fahrzeit.

Am Computer History Museum will sich Al Kossow von Bitsavers des Bandes annehmen und die Unix-V4-Kopie digitalisieren. Wie The Register(öffnet im neuen Fenster) herausgefunden hat, erklärte Kossow in der Mailingliste der Unix Heritage Society(öffnet im neuen Fenster) , dass es sich um ein Magnetband von 3M handelt, weshalb die Chancen gut stünden, dass die Software darauf zu retten ist.


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