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Unix Desktop: KDE SC 4.13 mit neuer semantischer Suche

Die KDE-Arbeitsflächen und -Bibliotheken sind eingefroren und nur noch die Anwendungen der 4er-Reihe erhalten neue Funktionen. Größte Änderung ist die neue semantische Suche, Baloo.
/ Sebastian Grüner
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Eine der sichtbaren Neuerungen: Tabs in Okular (Bild: KDE)
Eine der sichtbaren Neuerungen: Tabs in Okular Bild: KDE

Um die Portierung auf Qt 5 und die KDE-Frameworks 5 samt neuem Desktop voranzutreiben, erhalten die KDE-Bibliotheken und -Arbeitsflächen nur noch Fehlerbehebungen. Mit Version 4.13(öffnet im neuen Fenster) bekommen deshalb hauptsächlich die Anwendungen neue Funktionen. Aber es gibt auch eine neue semantische Suche: Baloo.

Baloo statt Nepomuk

Die alte Suche Nepomuk konnte laut Aussage des Maintainers Vishesh Handa nicht mehr verbessert werden, ohne den Code grundlegend zu verändern. Nepomuk verwendet Virtuoso und damit RDF-Daten (Resource Description Framework) zum Speichern, was aber Handa zufolge übermäßig viel Arbeitsspeicher benötigt. Außerdem arbeitet Nepomuk nicht sehr gut mit Akonadi zusammen, dem Zwischenspeicher für KDEs Personal Information Management (PIM). Deshalb entschied sich das Team für die Entwicklung der Alternative Baloo.

Baloo bietet sämtliche Funktionen von Nepomuk, ohne RDF zu verwenden. Die eigentliche Suche ist durch Plugins umgesetzt worden. Die Entwickler betrachten Nepomuk als veraltet und die meisten Anwendungen benutzen Baloo schon. Nepomuk ist nur noch für Distributionen enthalten, die nicht so schnell auf das neue System wechseln können.

Kontact mit besserer Leistung

Am meisten profitiert wohl die PIM-Suite Kontact von den Änderungen, die sich durch die Verwendung von Baloo ergeben. So ist die Suche in E-Mails nun wesentlich schneller und verlässlicher. Für eine bessere Leistung von Kontact sorgen aber auch Arbeiten am Akonadi-Server, der nun unter anderem die Suchfunktion von IMAP benutzen und so die Volltextsuche an den Server auslagern kann.

Große Anhänge können in KMail nun dank eines kleinen Helfers verschickt werden, der die Anbindung an persönliche Cloud-Dienste wie Dropbox, Box, KolabServer, YouSendIt oder Webdav-Dienste bereitstellt. Statt des übergroßen Anhangs bekommt der Adressat so nur einen Link auf die gewünschte Datei.

Viele weitere Kleinigkeiten

Endlich ist es auch möglich, in dem Dokumentenbetrachter Okular verschiedene Dateien als Tabs in einer laufenden Instanz der Anwendung anzuzeigen. Zudem verwendet Okular nun die Auflösung des Monitors zum Rendern von PDFs.

Der Texteditor Kate bekommt mittlerweile so viele ausgefeilte neue Funktionen, dass die Entwickler die Community auffordern, Wünsche zu Kate zu äußern. Mit 4.13 erhielt Kate ein Build-Plugin, um Make-Dateien auszuführen. Auch die Unterstützung für Python wurde verbessert. Gwenview erlaubt nun Vorschauen auf RAW-Dateien und der digitale Globus Marble zeigt jetzt auch die Positionen von Sonne, Mond und Planeten.

Weitere Neuerungen der KDE-Anwendungen(öffnet im neuen Fenster) finden sich in der offiziellen Ankündigung. Der Quellcode steht ab sofort zum Download(öffnet im neuen Fenster) bereit. Binärpakete für verschiedene Distributionen sollten demnächst folgen. Da auch noch in diesem Jahr nicht alle Anwendungen auf Qt5 und die Frameworks 5 portiert werden, plant das Team weitere Veröffentlichung in der 4er-Reihe.


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