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Universum: Ursprung des Weltalls auf der Rückseite des Mondes hörbar

Es sollen Aufnahmen aus einer Zeit entstehen, noch bevor es erste Sterne gab. Dafür braucht man Stille wie auf der dunklen Seite des Mondes .
/ Mario Petzold
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Haro 11 ist ein Gebiet, in dem die Geburt von Sternen beobachtet werden kann. Das Team von Cosmocube will noch weiter zurückblicken. (Bild: ESO/ESA/Hubble and NASA)
Haro 11 ist ein Gebiet, in dem die Geburt von Sternen beobachtet werden kann. Das Team von Cosmocube will noch weiter zurückblicken. Bild: ESO/ESA/Hubble and NASA

Forschungsteams der Universitäten von Cambridge(öffnet im neuen Fenster) und Portsmouth in Großbritannien wollen die sogenannte Wasserstofflinie aus der Frühzeit des Universums aufzeichnen. Da es sich dabei um eine Radiowelle handelt, ist es jedoch auf der Erde und in ihrer näheren Umgebung deutlich zu laut dafür.

Um in die Zeit vor der Entstehung der ersten Sterne zurückblicken zu können, soll im Zuge des Projekts Cosmocube(öffnet im neuen Fenster) ein Satellit auf die dunkle Seite des Mondes geschickt werden. Dort stellt der Mond einen geeigneten Schutzschirm gegen die von der Erde ausgesendeten Radiowellen dar.

Im Mondorbit mit bestem Blick

Etwa 100 km über der Mondoberfläche soll der kleine Satellit zwei Jahre lang kreisen. Auf der erdabgewandten Seite wird er nach der HI-Linie(öffnet im neuen Fenster) oder Wasserstofflinie suchen und auf der erdzugewandte Seite die Messdaten übermitteln.

Die charakteristische Radiostrahlung von Wasserstoff entsteht, wenn sich der Kernspin des Elektrons im Wasserstoff umdreht. Die Welle hat eine Länge von 21 cm, was 1,42 Gigahertz entspricht.

Dunkle Geburt des Universums

Diese Strahlung wird im Weltall kaum gedämpft und ist deshalb der perfekte Kandidat, um den Wasserstoff und seine Verteilung in der Zeit zwischen dem Urknall und der Entstehung der ersten Sterne zu untersuchen. Zumindest im sichtbaren Bereich des Lichts gab es damals somit noch nichts zu entdecken.

Allerdings liegt die Wasserstofflinie wegen der Rotverschiebung nach knapp 13 Milliarden Jahren im Bereich zwischen 10 und 100 Megahertz. Auf der Erde herrscht in diesem Spektrum keine Ruhe, hinter dem Mond vermutlich schon. Und genau dort soll in ein Universum zurückgeblickt werden, das gerade durchsichtig(öffnet im neuen Fenster) wurde, aber noch ohne Lichtquelle war.


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