Universität: Datenschützer rügt Überwachungssoftware bei Hochschulprüfung

Bei Online-Klausuren werden Studierende häufig überwacht. Die Programme hält der Landesdatenschutzbeauftragte für gefährlichen "Hokuspokus".

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Bei Online-Klausuren werden die Prüflinge häufig gefilmt und algorithmisch vermessen.
Bei Online-Klausuren werden die Prüflinge häufig gefilmt und algorithmisch vermessen. (Bild: Aksa2011/Pixabay)

Der baden-württembergische Landesdatenschützer Stefan Brink hält die von einigen Hochschulen eingesetzte Überwachungssoftware bei Online-Prüfungen in der Corona-Zeit für hochproblematisch. "Das ist schon jenseits dessen, was wir als Datenschützer für vertretbar halten", sagte Brink am Montag in Stuttgart.

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Studentinnen und Studenten müssten dabei eine "Fernaufsichts-Plattform" auf ihren Rechner spielen, um an einer Prüfung von zu Hause aus teilnehmen zu können. Während des Examens müssten sie dann Kamera und Mikrofon anlassen und dürften ihren Platz vor dem Rechner nicht verlassen. "Man möchte an der Mimik erkennen, ob jemand betrügt", sagte Brink. "Das halten wir für Hokuspokus. Das sind massive Eingriffe in die Freiheit der Studentinnen und Studenten."

Die Software sei in Baden-Württemberg an mehreren Hochschulen im Einsatz. Häufig verständigten sich die Fakultäten darauf, ob die Technik verwendet wird. Mit der Software würden Geräte auch "durchforstet", ob sich Hilfsmittel darauf befinden. "Da haben wir eine ganze Reihe von Hinweisen und Beschwerden", sagte der Datenschutzbeauftragte des Landes.

Es gebe einen gesetzlichen Rahmen des Forschungsministeriums für Online-Prüfungen. Nur: "Die Hochschulen füllen diesen Rahmen sehr unterschiedlich aus." Brink will demnächst Gespräche mit dem Haus von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) führen, um zu klären: "Wo sind die roten Linien und wo werden sie überschritten?"

Schulen und Universitäten werden alleine gelassen.

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Erst im Dezember hatte die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk kritisiert, dass Schulen bei der Auswahl von digitalen Lernmitteln nicht alleingelassen werden dürften. "Dabei handelt es sich hierbei um eine technisch und rechtlich komplexe Aufgabe, die weit über pädagogische Erwägungen hinausgeht und daher nicht länger den Schulleitungen und Lehrkräften aufgebürdet werden sollte", erklärte Smoltczyk. Ähnliches gilt offensichtlich für das Ablegen von Prüfungen in Universitäten oder anderen Bildungseinrichtungen.

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Laut eines Artikels von Netzpolitik.org kommen Universitäten dabei durchaus zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen: So setzt die Fernuniversität Fresenius auf Proctorio, eine Browser-Erweiterung für Chrome, mit der die Prüflinge per Webcam gefilmt und algorithmisch ausgewertet werden - mitsamt ihrem Ausweis, den sie zur Verifizierung in die Kamera halten müssen.

Andere Einrichtungen, wie die Mainzer Universität, sehen das Vorgehen kritisch und setzen auf andere Verfahren wie Take-Home-Klausuren, bei denen Aufgaben in einer bestimmten Zeit bearbeitet werden müssen.

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Serkan.salek 09. Feb 2021

Die die es nicht wissen können ja auch lernen ;) Was zählt ist was hinten raus kommt.

Drohnald 09. Feb 2021

Sollen se doch alle googlen. Eine gute Open Book Klausur kann weder mit Suchfunktion...

narsah 08. Feb 2021

Habe jetzt schon einige Prüfungen so geschrieben. Finde ich wesentlich angenehmer, als...

Benutztername12345 08. Feb 2021

Da hast du leider recht, Feigheit wohin man schaut. Deshalb macht mir jeder Jugendliche...



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