Universal Windows Platform: Epic-Chef warnt vor Microsoft-Monopol
Tim Sweeney, Chef und Mitgründer des Spiele- und Middlewareherstellers Epic Games (Unreal Engine 4), warnt in einer Kolumne in der Zeitung The Guardian(öffnet im neuen Fenster) vor einem neuen Microsoft-Monopol. Das könne auf Basis der Universal Windows Platform entstehen, mit der es eigentlich in erster Linie möglich sein soll, eine App zu veröffentlichen, die gleichzeitig auf Windows 10, der Xbox One und auf Mobilegeräten mit Windows läuft.

Ein kleines Problem beim Verständnis der Vorwürfe von Sweeney: Der Epic-Chef kennt die Universal Windows Platform im Detail, er diskutiert nach eigenen Angaben schon seit Monaten mit Microsoft über das Thema. In der Öffentlichkeit gibt es aber noch Informationsbedarf, den Microsoft wohl erst Mitte März 2016 auf der Game Developers Conference oder sogar erst Ende März 2016 auf seiner Entwicklertagung Build(öffnet im neuen Fenster) decken möchte.
Im Kern sagt Sweeney, dass mit der Universal Windows Platform der Microsoft-eigene Windows Store einen unfairen Vorteil beim Vertrieb von Spielen erlange. Andere Anbieter, darunter Steam ebenso wie Origin von EA und Gog.com, hätten kaum eine Chance, dagegen zu bestehen. Letztlich würde Microsoft damit auf Windows, auf der Xbox und auf Mobilgeräten langfristig zum einzigen relevanten Vertriebskanal, ähnlich wie Apple unter iOS mit dem Appstore.
Microsoft gegen alle?
Nach Auffassung von Sweeney wurde Windows 10 vor allem deshalb von Microsoft kostenlos vertrieben, um eine möglichst starke Marktstellung zu erreichen und diese nun unter anderem durch die Universal Windows Platform zu monetarisieren. "Microsoft stellt sich damit gegen die gesamte PC-Industrie – inklusive der Konsumenten – und ganz besonders gegen Spieler. Aber auch gegen Entwickler wie Epic Games, gegen Publisher wie Electronic Arts und Activision, und gegen Distributoren wie Valve und Good old Games" , schreibt Sweeney.
Auf Sweeneys Vorwürfe geantwortet hat unter anderem Windows-Manager Kevin Gallo von Microsoft(öffnet im neuen Fenster) . Er sagt, die Universal Windows Platform sei ein "offenes Ökosystem" , das von jedem Entwickler und jedem Store genutzt werden könne.
Sweeney hat durchaus selbst geschrieben, dass die kommende Plattform grundsätzlich offen sei. Allerdings habe Microsoft dafür gesorgt, dass die entsprechenden Funktionen so tief im Betriebssystem versteckt seien, dass kaum ein Konsument den Zugang finden dürfte. Er fordert die Branche deshalb auf, die Universal Windows Platform in der aktuell geplanten Form zu bekämpfen.