Universal Windows Platform: "Diesen Weg hätten wir nicht gehen sollen"

Microsoft gesteht einige Fehler bei der Implementierung von Applikationen der Universal-Windows-Platform ein. Durch deren Einführung haben sich im Prinzip zwei Programmtypen parallel entwickelt: die genannten UWP-Apps und traditionelle Win32-Anwendungen. In einem Gespräch mit dem IT-Magazin ZDnet(öffnet im neuen Fenster) sagt Microsoft-UWP-Leiter Kevin Gallo: "Diesen Weg hätten wir nicht gehen sollen" . Auf der Build 2019 hat das Unternehmen noch einmal seine Pläne vorgestellt, um beide Programmformen wieder auf einen Nenner zu bringen. So gibt es beispielsweise XAMLS Islands – ein Tool, welches GUI-Elemente für Win32-Anwendungen bereitstellt und diese an den Funktionsumfang von UWP-Programmen anpasst.
UWP wurde mit Windows 10 und dem Fokus auf Touch- und Stifteingabe eingeführt – ist aber auch mit Windows 10 Mobile kompativel. Die Plattform bietet vorgefertigte Elemente für verschiedene Bildschirmgrößen – mit dem Ziel, dass sich so konforme Programme auf allen möglichen Geräten gleich anfühlen und identisch aussehen. Das konnte mit traditionellen Win32-Apps nicht so einfach erreicht werden. Allerdings hat UWP den Nachteil, dass es sich auf das Windows-Ökosystem beschränkt und so erstellte Software nur über den Microsoft Store verteilt wird.
Erste Schritte ab Ende Mai
Die neue Version von XAML-Islands(öffnet im neuen Fenster) – das bereits 2018 erstmalig gezeigt wurde – soll mit dem May-2019-Update für Windows 10 erscheinen. Microsoft möchte die Lücke zwischen UWP- und Legacy-Anwendungen aber weiter überbrücken und etwa Windows Runtime Environments für nichtpaketierte Windows-Desktop-Apps bringen. Das ist beispielsweise Software, die nicht unbedingt auf UWP basieren. Auch diese Funktion soll laut ZDnet mit der Windows-Version 1903 im Mai kommen.
"Er [der Microsoft Store] ist nicht der einzige Weg, über den Windows-Nutzer ihre Apps erhalten können. [...] Leute wollen einfach nur wissen, ob eine App als gut eingestuft werden kann" , sagt Gallo. "Wenn wir fertig sind, wird alles nur noch Windows-Apps genannt werden" . Die UWP-Plattform wird dabei wohl nicht verschwinden. Sie soll laut ZDnet nur eben mit anderen Programmarten konsolidiert werden.