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Probleme beim Umstieg auf die neue Fritzbox

Unitymedia gibt auf Anfrage in einer Stellungnahme an: "Die Wiederherstellung der Sicherungsdatei (Backup & Restore) von einer neueren Fritz-OS-Version auf eine ältere ist, wie im Forum bemerkt, derzeit leider nur auf kleineren Umwegen möglich. (Selektives Wiederherstellen)." Das besagt aber nichts, denn Betroffene stellen fest: Eine selektive Wiederherstellung eines Fullbackups ist nur auf ungebrandeten Boxen, beziehungsweise bei gleicher oder höherer Fritz-OS-Version auf dem Zielgerät möglich. Dazu schreibt der Betroffene: "Die [Unitymedia] Box ist offenbar so customized, dass ein partielles Backup nicht möglich ist und somit auch kein Restore. Ein partielles Backup ist wohl nur auf ungebrandeten Fritzboxen möglich, um dies dann woanders einzuspielen."

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Ohne sauberes Backup und Restore ist die Übernahme komplexerer Funktionen faktisch unmöglich. Unitymedia-Kunden, die auf Docsis 3.1 bei einer 400 MBit oder 1 GBit-Leitung umgestellt werden, gehören, auch auf Grund der Kosten für den Vertrag, eher zu den Power-Usern (beim betroffenen Kunden etwa 150 bis 200 GByte pro Monat). Da ist die simple händische Übernahme der Konfigurationsdaten nicht in zehn Minuten erledigt. Der betroffene Kunde gibt an, dass er als IT-Dienstleister bei einigen Installationen gut und gerne vier bis fünf Stunden zur Einrichtung komplexerer Fritzbox-Konfigurationen (VPN mit Routing, Firewalling, WLAN Repeater, WLAN und LAN MAC-Reservierung, Geräte-Benennung, Smart Home / IoT und Berücksichtigung von VLANs) veranschlagen muss. Das ist bereits der erste Nachteil der Aktion "Zwangstausch des Kabelrouters".

Firmware-Downgrade für Nutzer problematisch

Das Downgrade der Fritz-OS-Firmware von Version 7.10 auf die Version 7.03 bei der neuen Fritzbox Cable 6591 hält für einige Kunden aber noch weitere Überraschungen der negativen Art bereit. Geht man die Änderungen in Fritz OS 7.10 (auf dieser AVM-Seite als Changelog abrufbar) durch, listet AVM eine lange Liste an Fixes und Verbesserungen gegenüber der Vorgängerversion auf. Das reicht vom WLAN Mesh Steering für Geräte über die Unterstützung für SIP-Anlagenanschlüsse (SIP-Trunk) oder DECT-Türsprechanlagen bis hin zu Fehlerbehebungen bei VPN-Einstellungen, Portfreigaben und der Telefonie.

Der erwähnte Kunde kann beispielsweise bestimmte Geräte seit dem Wechsel der Fritzbox nicht mehr zuverlässig betreiben, weil Fritz OS 7.03 dies nicht zulässt. Seit dem Tausch treten durch die ältere Firmware Probleme beim WLAN-Steering und Mesh wegen des automatischen Wechsels zwischen dem 2.4- und 5.0- GHz-Band auf. Diese werden im Changelog der ungebrandeten Fritzbox für Fritz OS 7.12 konkret als behoben aufgeführt.

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Auf Anfragte teilte Unitymedia dazu mit: "Wir werden die von Ihren Lesern angefragten Fritz-OS-Versionen voraussichtlich im ersten Quartal 2020 ausrollen." Wohlgemerkt: Die Fritzbox Cable wurde im November 2019 ausgetauscht, während Unitymedia hofft, die aktualisierte Fritz-OS-Version noch bis Ende März 2020 freigeben zu können.

Telefoniestörungen

Der betroffene Kunde dokumentiert bei seinem Internet-Telefonanschluss "Bursts", die bei HD- beziehungsweise regulärer Internettelefonie oft zu starken Gesprächsstörungen im eingehenden Kanal führen.

  • Unitymedia lehnt eine Rückkehr zur Fritzbox 6490 definitiv ab. (Screenshot: Günther Born)
  • Sogenannte Bursts führen zu Störungen bei der Telefonie. (Screenshot: Günther Born)
Sogenannte Bursts führen zu Störungen bei der Telefonie. (Screenshot: Günther Born)

Unitymedia bekommt diese Störungen trotz gründlichen Technikereinsatzes und nochmaligen Austauschs der Fritzbox und der Verlegung auf einen neuen VoIP-Switch-Port und intensiver 2nd-Level-Analyse nicht in den Griff. Die Aussage der Technik lautete: "Wenn wir eine Referenz für eine perfekt eingepegelte und einstrahlungsarme Docsis-3.0/3.1-Leitung (Layer 1+2) benötigten, würden wir Ihre nehmen." Aktuell ist aber unklar, ob die Störungen auf die Fritz-OS-Version und die Fritzbox-Kabel oder den Unitymedia-Kabelanschluss zurückzuführen ist.

Warum der eigene Router problematisch sein kann

Es gibt zwar die freie Routerwahl in Deutschland und häufig wird geraten, eine eigene Fritzbox ohne Branding zu verwenden. Dies ist zwar technisch möglich und ermöglicht auch schnellere Fritz-OS-Firmware-Upgrades. Dieser Schritt würde mehrere, oben skizzierte Probleme wohl beheben, will aber gut bedacht sein. Der betroffene Unitymedia-Kunde schreibt dazu: "Unitymedia leistet [für die eigenen Fritzboxen] kostenfreien Austausch, wie hier aus internen technischen Gründen oder nach dem Supportende durch AVM oder bei Defekten. Unitymedia übernimmt auch die Gewährleistung für den Netzbetrieb. Gibt es Störungen mit Internet und Telefon, endet die Gewährleistung für das Netz beim Übergabepunkt (Hausverteiler), also vor der eigenen Fritzbox."

Da der vom Zwangstausch betroffene Kunde über technische Probleme (Verbindungsabbrüche, Störung eingehender Gespräche) im Unitymedia-Kabelnetz berichtet, fällt er bei jedem Ereignis, das einen Technikereinsatz auslöst, in die Beweispflicht, dass es nicht am eigenen Router liegt. Und ständig droht dann, dass der Technikereinsatz separat in Rechnung gestellt wird.

Dies ist keine Lösung für ihn. Der Anschaffungspreis eines Kabelrouters liegt bei etwa 230 Euro mit 5 Jahren AVM-Support. Andererseits enthält die Unitymedia-Telefonie-Komfort-Option (5 Euro monatlich) die Miete für die Fritzbox und würde beim Einsatz eines eigenen Routers nicht entfallen. Denn die kostenpflichtige Komfort-Option ist generell erforderlich um SIP (VoIP) mit einer (eigenen) Fritzbox nutzen zu können. Der Kunde trüge also die doppelten Kosten (Kauf und Miete) und könnte die Fritzbox Cable beim Wechsel des Internetanbieters nicht weiterverwenden.

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 Unitymedia: Upgrade beim Kabelstandard, Downgrade bei Fritz OS
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Dystopinator 22. Sep 2020

5 euro extra abkassieren?

1e3ste4 26. Feb 2020

Was soll das sein und warum sollte ein Kabelrouter ein Modul für DVB-T2 haben? Die...

Feyh 21. Feb 2020

Genau daran liegt es, dass du keine Ausfälle mehr hast. Durch den Powerupload wird dein...

rv112 17. Feb 2020

Doch, besser wäre ein D3.1 Modem. Mit dem Cisco belastest Du das Netz unnötig mit nur 8...

Magicman61 16. Feb 2020

Die Connect Box ist nur Docsis 3.0. Die Vodafone Station kann sowohl Docsis 3.0 und...


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