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Unitymedia: Open Access wird für den Kunden "einfach teurer"

Stadtnetzbetreiber und Zweckverbände haben ihren Standpunkt zu Open Access und dem Diginetz-Gesetz bereits oft dargelegt. Doch was sagt eigentlich der Kabelnetzbetreiber Unitymedia dazu?

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Netzausbau
Netzausbau (Bild: VKU)

Für Unitymedia ist das Open-Access-Modell nicht das Allheilmittel für den Breitbandausbau, der Kabelnetzbetreiber setzt in erster Linie auf eine eigene Infrastruktur und auf Infrastrukturwettbewerb. Das hat Wolf Osthaus, Senior Vice President Regulatory & Public Policy bei Unitymedia, im Gespräch über das Diginetz-Gesetz und den Mitverlegungsanspruch mit Golem.de gesagt. Der Grund liege dabei ganz einfach darin, dass sich das im konkreten Fall nicht rechne.

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Die Gemeinde Linkenheim-Hochstetten im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg verlegte in ihrem Neubaugebiet komplett FTTH (Fiber To The Home) und wollte dies im Open-Access-Modell für andere Betreiber öffnen. Doch die Deutsche Telekom und Unitymedia setzten mit dem Diginetz-Gesetz bei der Bundesnetzagentur durch, dass zusätzlich auch eigene Glasfaserkabel verlegt werden. Bürgermeister Michael Möslang erklärte, dass die Gemeinde ihr Netz damit schlechter finanzieren könne.

Osthaus betonte: "Bei Anmietung ist der Business Case deutlich schlechter als wenn wir mitverlegen. Der Vorleistungspreis wird zum Beispiel so festgesetzt, dass für das eigene Endkundenangebot des Zweckverbands 50 Euro im Monat herauskommen sollen, während wir normalerweise 30 oder 40 Euro verlangen." Das werde "für den Kunden dann einfach teuer", sonst hätte Unitymedia einen lokalen Aufschlag erheben müssen. Den genauen Vorleistungspreis nannte Osthaus jedoch nicht.

Er könne hier nicht den Nachteil erkennen, da der Ausbau aus den Beiträgen der Anlieger bezahlt werde. Alle Mehrkosten trage Unitymedia selbst. Der Zweckverband habe dann zwar "kein Monopol mehr". Zweckverbände würden aber gebildet, um unerschlossene Gebiete zu versorgen, nicht Neubaugebiete. Osthaus: "Neubaugebiete sind hochattraktiv, dort ziehen jede Menge neue Leute hin, die einen Anschluss brauchen, und die Ausbaukosten sind gering, weil die Straßen ja eh offen sind. Auch wenn drei Betreiber dort verlegen, ist es für jeden ein gutes Geschäft."

Diginetz-Novelle noch nicht beschlossen

Das Bundesverkehrsministerium plant eine Novelle des Diginetz-Gesetzes, um Überbau- und Doppelausbau von Glasfaserleitungen künftig zu verhindern. Erreichen wollte der Gesetzgeber mit Paragraf 77i das sinnvolle Mitverlegen von Glasfaser beim Tiefbau für Strom-, Wasser- oder Gasleitungen. Das Bundesverkehrsministerium will eine Unzumutbarkeitsregelung in das Gesetz aufnehmen, um einen Überbauschutz zu schaffen. Der Diginetz-Referentenentwurf ist aber immer noch in Ressortabstimmung.

Doch laut Osthaus passiert dieser Überbau gar nicht besonders häufig. "Das ist in der Praxis kein wirklich großes Problem. Was es gab, sind drei Fälle in Neubaugebieten auf der grünen Wiese und nur einen Antrag in einem Fördergebiet. Und der wurde dann auch richtigerweise abgelehnt." Dem Geschäftsführer des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), Jürgen Grützner, sind dagegen inzwischen rund zwei Dutzend kritischer Fälle bekannt.

In Fördergebieten habe Unitymedia ohnehin nie vorgehabt, einen Überbau zu machen. "Wenn sich Unitymedia ein ausgeschriebenes Fördergebiet angeschaut hat und wenn wir zum Ergebnis kommen, das nicht zu machen, weil es sich nicht rechnet, dann wird der Ausbau nicht attraktiver, wenn auch noch ein anderer ausbaut, der zusätzlich Fördermittel erhält." Dass im echten Förderfall kein Überbau gewollt sei, verstehe er auch gut. Auch nach einer Änderung des Diginetz-Gesetzes müsse es aber möglich sein, eine Mitverlegung bei Neubaugebieten, beim Straßenbau und Ähnlichem zu erreichen.

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Vanger 10. Sep 2018

Du hast wirklich überhaupt keinen Plan worüber wir hier reden, oder? Also weder jemals...

DerCaveman 10. Sep 2018

Man müsste dann nur noch irgendwie verankern, dass auch, bei entsprechendem technischen...


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