Unitymedia: Kritische Sicherheitslücken in zehntausenden Zwangsroutern
Allein in Deutschland sind 90.000 Router von Unitymedia-Kunden für kritische Sicherheitslücken anfällig. Sie betreffen den Router mit der Bezeichnung Ubee EVW3226. Die Schwachstelle wurde von dem Österreicher Manuel Hofer(öffnet im neuen Fenster) gefunden.
Offenbar müssen sich Nutzer der Geräte vor dem Herunterladen der Konfigurationsdateien mit nicht Admin-Rechten anmelden. Angreifer können also aus dem lokalen Netzwerk heraus die Konfigurationsdatei des Gerätes auf ihren Rechner herunterladen.
In dieser Datei speichert der Router das Administratorpasswort im Klartext ab. Angreifer, die die Konfigurationsdatei des Gerätes analysieren, können das Passwort also auslesen. Auch die Backup-Datei des Gerätes wird nach Angaben von Hofer nicht abgesichert, obwohl die Sicherung eigentlich verschlüsselt abgelegt werden soll. Stattdessen wird nur die Datei Pass.txt dem Archiv hinzugefügt, die das vom Nutzer gewählte Verschlüsselungspasswort enthält – wiederum im Klartext.
Kunden in Baden-Württemberg betroffen
Angreifer sollen nach Angaben von Hofer außerdem in der Lage sein, durch einen Fehler in der Busybox-Implementation des Gerätes beliebigen Code auf dem Router auszuführen.
Von der Sicherheitslücke betroffen sind Kunden, die in Baden-Württemberg leben, wie uns Unitymedia bestätigte. Das Computer Emergency Response Team des Bundes (CertBUND) bestätigt Hofers Fund(öffnet im neuen Fenster). Derzeit gebe es noch kein Sicherheitsupdate des Herstellers, dieses befinde sich noch in der Testphase.
In der vergangenen Woche hatten Sicherheitsforscher ein Tool veröffentlicht, mit dem die Standardkonfiguration aus SSID und WLAN-Passwort der Geräte ermittelt werden kann. Unitymedia hatte alle Kunden aufgefordert, ein eigenes WLAN-Kennwort zu vergeben, wenn sie das vorher noch nicht getan hatten.
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