Unitymedia: Deutsche Bahn testet Bahnhofsuhren mit LoRa-Protokoll

Die Bahnhofsuhr der Deutschen Bahn ist mit dem LoRaWAN von Unitymedia verbunden. Dieser Netzausbau soll weit einfacher sein als beim Mobilfunk.

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Matthias Emmermann,  Director Business Development B2B, von Unitymedia (links) und Oliver Brandmüller, DB
Matthias Emmermann,  Director Business Development B2B, von Unitymedia (links) und Oliver Brandmüller, DB (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Die Deutsche Bahn testet die Anbindung ihrer Bahnhofsuhren im LoRaWAN von Unitymedia, ein IoT-Funknetz auf Basis des LoRa-Protokolls (Long Range Wide Area Network). "Wir haben rund 50 Bahnhofsuhren so angeschlossen. Wenn die nicht richtig gehen, bekommen wir mehr Anrufe, als wenn der Zug Verspätung hat", sagte Oliver Brandmüller, Project Manager IT and Network Infrastructure DB am 4. Juni 2019 auf der Branchenmesse Anga Com in Köln. Dies sei erheblich kostengünstiger als die Anbindung mit Kabeln.

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Vor ein paar Jahren habe die Bahn laut Brandmüller sogar überlegt, die Bahnhofsuhren ganz abzuschaffen, weil jeder die Zeit auf dem Smartphone nachsehen kann. "Das haben wir intern diskutiert und dann sehr schnell wieder verworfen, weil die Uhr eine Institution ist." Für die Netzanbindung wird mit Unitymedia und anderen Partnern verhandelt. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

Ist beim Smartphone das WiFi angeschaltet, lässt sich über die Bahnhofsuhr auch ein höheres Fahrgastaufkommen feststellen. "Dann wissen wir, der Bauer hat ein Fest auf seinem Feld, und schicken schneller Leute, um die Papierkörbe zu leeren."

Bahn: Mobilfunkausbau ist schwieriger als LoRa

Die LoRa-Technik hat die Größe eines Schuhkartons und erlaubt die Anbindung mehrerer Tausend Sensoren. "Die lassen sich für weniger als hundert Euro aufstellen plus Installation", erklärte Brandmüller. "Beim Mobilfunk ist das weit schwieriger. Da ist selbst die Deutsche Bahn zu klein, wenn wir sagen, wir brauchen da eine neue Station."

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Martin Czermin, Senior Vice President B2B und Wohnungswirtschaft bei Unitymedia, sagte, "wir bauen in Kooperation mit Unternehmen, Kommunen und Gemeinden ein flächendeckendes Funknetz auf Basis von LoRaWAN auf." Dieses biete hohe Energieeffizienz, eine Reichweite von 5 bis zu 15 Kilometern und eine einfache Handhabung.

Damit seien auch genauer gesteuerte Straßenbeleuchtungen, dezentrale Luftqualitätsmessung oder exakte Parkplatzsuche möglich.

Das Netzwerk von Unitymedia werde mit Unterstützung von kommunalen und regionalen Versorgern, Gemeinde- und Stadtverwaltungen sowie Partnern aus der Wirtschaft aufgebaut. Unitymedia liefert die Gateways, aus denen das LoRa-Netzwerk besteht und betreibt das Netz. Als Infrastrukturpartner sucht Unitymedia Städte, Stadtwerke, Wohnungsbaugesellschaften oder andere Unternehmen, mit denen gemeinsame Standorte definiert werden können. An dieser Infrastruktur installiert Unitymedia die Gateways, um das Funknetz auszuleuchten.

Die ersten 50 Städte und Gemeinden, die sich für ein LoRaWAN-Funknetz entscheiden, erhalten die Gateways für die Funkinfrastruktur kostenlos.

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