Unity: "Inzwischen entstehen viele tolle Spiele ohne Programmierer"

Früher war er der Chef von Electronic Arts, jetzt ist John Riccitiello für Unity Technologies zuständig, das Unternehmen hinter der Unity-Engine. Golem.de hat mit ihm über Virtual Reality, die Entwickler-Community und neue Funktionen für Games gesprochen.

Artikel von veröffentlicht am
John Riccitiello, CEO bei Unity Technologies
John Riccitiello, CEO bei Unity Technologies (Bild: Unity Technologies)

John Riccitiello ist seit Oktober 2014 der CEO von Unity Technologies, dem vor rund zehn Jahren gegründeten Hersteller der Unity-Engine. Von 1997 bis 2004 und von 2007 bis 2013 war er der Chef von Electronic Arts. Golem.de hat sich mit Riccitiello auf der Unite Europe unterhalten, einer zweitätigen Tagung für Entwickler, die Unity verwenden.

Inhalt:
  1. Unity: "Inzwischen entstehen viele tolle Spiele ohne Programmierer"
  2. Mit VR-Headset auf dem Sofa

Golem.de: Können Sie anhand der Grafik von einem Spiel erkennen, welche Engine es verwendet?

John Riccitiello: Nicht wirklich. Anhand des Quellcodes oder der DLLs ist das einfach, aber sonst ist das seit zwei Jahren oder so nicht mehr zu machen. Bei einigen Spielen kann man es vielleicht an der Benutzeroberfläche erkennen, wenn die Entwickler die Werkzeuge von Unity ohne allzu viele Änderungen verwenden.

Golem.de: Wenn es nicht die Grafik ist, welches sind denn dann die Vorteile von Unity gegenüber der Konkurrenz?

Stellenmarkt
  1. IT-Systemadministrator (m/w/d)
    BruderhausDiakonie Stiftung Gustav Werner und Haus am Berg, Reutlingen
  2. Product Owner im Sondermaschinenbau (m/w/d)
    Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Erlangen
Detailsuche

Riccitiello: Wir haben eine vielleicht zehnmal so große Community an Entwicklern wie unsere Wettbewerber. Es gibt also sehr viel mehr Leute, die den Umgang mit unserem Produkt kennen. Und ich bin überzeugt, dass es mit Unity viel einfacher ist, schöne Spiele zu machen, die leistungsstark sind und Funktionen wie Multiplayer unterstützen, und das auf sehr vielen Plattformen. Außerdem fangen wir gerade an, die Entwickler direkt bei der Monetarisierung mit einigen innovativen Ansätzen zu unterstützen. Das bietet keine andere Engine.

Golem.de: Sie meinen die neu angekündigte Möglichkeit, Werbung in Spielen einzubinden, ganz ohne externes SDK?

Riccitiello: Genau. Und unsere Analysemöglichkeiten sowie ein paar weitere Ideen, die wir aber erst in der Zukunft vorstellen wollen. Ich empfinde den Engine-Markt gar nicht so sehr als Wettbewerb. Wir müssen uns vor allem die Frage stellen, wie wir unseren Kunden helfen können, Erfolg zu haben.

Golem.de: Warum entscheiden sich eigentlich immer mehr Entwickler, eine Engine zu lizenzieren, statt eigene Technologien zu programmieren?

Riccitiello: Bei uns arbeiten derzeit 200 Ingenieure nur an der Engine selbst. Ende des Jahres werden es vermutlich fast 300 sein. Das gibt es sonst nirgendwo. Das Frostbite-Team besteht aus 40 Leuten. Heute auf unserer Keynote haben die Entwickler von Cities Skyline gesprochen, die die Unity Engine lizenziert haben. In dem Team gibt es gerade mal zwei Programmierer, und sie haben sehr erfolgreich mit Sim City konkurriert, an dem wahrscheinlich rund 100 Programmierer gearbeitet haben. Und genau genommen haben an Cities Skyline eben auch 202 Programmierer gearbeitet: 200 von uns und die zwei Entwickler des Spiels.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Mit VR-Headset auf dem Sofa 
  1. 1
  2. 2
  3.  


mryello 02. Jul 2015

Ich denke für Menschen wie mich die als einzelne Person ein Spiel erstellen wollen ist...

Zeitvertreib 29. Jun 2015

Ui das muss dir ja besonders wichtig sein. Der gleiche Beitrag wie in dem anderen Thread...

Lyve 29. Jun 2015

- Scene-Files können immer noch nicht vernünftigt gemerged werden, mit mehreren Leuten...

MistelMistel 26. Jun 2015

Wenn spiele ohne Programmierer entstehen, dann entsteht ein Animationsfilm wohl auch ohne...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
25 Jahre Mars Attacks!
"Aus irgendeinem merkwürdigen Grund fehl am Platz"

Viele Amerikaner fanden Tim Burtons Mars Attacks! nicht so witzig, aber der Rest der Welt lacht umso mehr - bis heute, der Film ist grandios gealtert.
Von Peter Osteried

25 Jahre Mars Attacks!: Aus irgendeinem merkwürdigen Grund fehl am Platz
Artikel
  1. NIS 2 und Compliance vs. Security: Kann Sicherheit einfach beschlossen werden?
    NIS 2 und Compliance vs. Security
    Kann Sicherheit einfach beschlossen werden?

    Mit der NIS-2-Richtlinie will der Gesetzgeber für IT-Sicherheit sorgen. Doch gut gemeinte Regeln kommen in der Praxis nicht immer unbedingt auch gut an.
    Von Nils Brinker

  2. Artemis I: Orion-Kapsel ist in Mondorbit eingeschwenkt
    Artemis I
    Orion-Kapsel ist in Mondorbit eingeschwenkt

    Die Testmission für Mondlandungen der Nasa Artemis I hat den Mond erreicht. In den kommenden Tagen macht sich die Orion-Kapsel auf den Rückweg.

  3. Apple-Auftragsfertiger: Unruhen bei Foxconn und 30 Prozent iPhone-Produktionsverlust
    Apple-Auftragsfertiger
    Unruhen bei Foxconn und 30 Prozent iPhone-Produktionsverlust

    Foxconn soll Einstellungsprämien an Arbeiter nicht gezahlt haben, weshalb es zu Unruhen kam. Nun gab es Massenkündigungen. Für Apple ist die Situation gefährlich.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Black Friday bei Mindfactory, MediaMarkt & Saturn • Prime-Filme leihen für je 0,99€ • WD_BLACK SN770 500GB 49,99€ • GIGABYTE Z690 AORUS ELITE 179€ • Seagate FireCuda 530 1TB 119,90€ • Crucial P3 Plus 1TB 81,99 & P2 1TB 67,99€ • Alpenföhn Wing Boost 3 ARGB 120 3er-Pack 42,89€ [Werbung]
    •  /