Unity Engine: Spiele installieren kostet Entwickler künftig Geld

Das kalifornische Unternehmen Unity Technologies hat mit einem neuen Lizenzmodell für seine vor allem bei Spielen verwendete Engine für Entrüstung bei Entwicklerstudios gesorgt - und ein besonders umstrittenes Detail inzwischen wieder zurückgenommen.
Das Besondere am neuen Lizenzmodell: Für jede Installation etwa eines Spiels, das auf der Engine von Unity basiert, durch den Endkunden müssen Entwickler 20 US-Cent an Unity bezahlen. Das gilt ab einem Umsatz von 200.000 US-Dollar und ab mindestens 200.000 Installationen.
Unity hatte zuerst mitgeteilt, dass diese 20 US-Cent jedes Mal fällig werden, wenn der Endkunde das Spiel auf seinem Rechner neu installiert. Entwickler hatten sofort die Befürchtung, dass es zu so etwas wie "Install Bombing" kommt: Unzufriedene Gamer könnten tagelang nichts anderes tun, als das Spiel immer wieder zu deinstallieren und neu zu installieren, nur um dem Hersteller zu schaden.
Inzwischen hat Unity dieses wichtige Detail korrigiert: Nun sollen die 20 US-Cent nur einmal pro Gerät fällig sein. Wie das überprüft wird, ist unklar. Dennoch gibt es Nachteile: So könnten Entwickler versucht sein, den Wechsel von Plattformen etwa über Cross Progression nicht mehr zu unterstützen.
Eine weitere Sorge von Entwicklern räumte Unity Technologies inzwischen ebenfalls aus: Bei Spielen, die über Abos wie PC und Xbox Game Pass vermarktet werden, müssen nicht die Spielehersteller die 20 Cent bezahlen, sondern die Abo-Anbieter - etwa Microsoft.
Unity Engine: Neues Lizenzmodell gilt ab 2024
Trotzdem besteht die Befürchtung, dass die Kosten weitergereicht werden. Es gibt auch generelle Bedenken, weil Entwickler ihre bisherigen Geschäftsmodelle zumindest in Details überarbeiten müssen.

Das im Firmenblog vorgestellte neue Lizenzmodell(öffnet im neuen Fenster) soll ab Januar 2024 in Kraft treten. Die genannten 20 US-Cent gelten im Normalfall, es gibt Ausnahmen und besondere Bedingungen für Profi- und Enterprise-Kunden.



