United Internet: Wachsende Zweifel am 5G-Netzaufbau von 1&1 Drillisch

Die großen Netzbetreiber wollen 1&1 Drillisch nicht in ihr Netz lassen. Der Besitzer der 5G-Frequenzen kommt mit dem Netzaufbau nicht weiter.

Artikel veröffentlicht am ,
Christoph Heil, Verdi-Vorstand und Telefónica-Aufsichtsrat
Christoph Heil, Verdi-Vorstand und Telefónica-Aufsichtsrat (Bild: Verdi)

Statt sich um den Netzausbau zu kümmern, streite sich 1&1 Drillisch um die Preise für Kapazitäten und rufe die Bundesnetzagentur an, um möglichst günstig die Netze der drei Konkurrenten nutzen zu können. Das hat Christoph Heil von der Verdi-Bundesverwaltung am 9. Oktober 2020 erklärt. Heil hat einen Sitz im Aufsichtsrat von Telefónica Deutschland, betont auf Anfrage von Golem.de aber, "hier ausschließlich als Gewerkschafter" zu sprechen.

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"Von einer Dynamisierung des Netzausbaus durch 1&1 ist nichts zu sehen, das Gegenteil ist der Fall", erklärte er. Die Zulassung eines vierten Players auf dem Mobilfunkmarkt, der erst die Auktionskosten in die Höhe treibe, dann selber nicht in der Lage sei, ein Netz zu bauen, und nun nach der Regulierung rufe, sei ein Fehler der Bundesregierung gewesen, sagte Heil weiter.

5G von 1&1 Drillisch gesucht

Wie Golem.de aus Branchenkreisen erfahren hat, will 1&1 Drillisch nur ein 5G-Netz aufbauen, wenn es nationales Roaming in den bestehenden 4G-Netzen der Konkurrenz gibt.

Tatsächlich hat United Internet mit seiner Tochter 1&1 Drillisch außer am Konzernsitz in Montabaur und in Karlsruhe bisher noch nicht einmal ein größeres 5G-Testnetz errichtet. Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender United Internet, machte erstmals am 16. Juni 2020 in Berlin dazu konkrete Angaben: "Wir werden ein Open-RAN-5G-Netz errichten." Vorbild sei Rakuten in Japan. Dommermuth sagte Golem.de, man sei mit drei Partnern als Ausrüster in fortgeschrittenen Verhandlungen.

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Auch die Deutsche Telekom bezweifelt, dass 1&1 Drillisch tatsächlich ein eigenes 5G-Netz aufbauen will, es gehe dem Provider nur um den Zugang zu den drei bestehenden Netzen. Das sagte Telekom-Sprecher Andreas Middel am 22. September 2020. 1&1 Drillisch hatte zuvor beantragt, dass die Bundesnetzagentur bei den ergebnislosen National-Roaming-Verhandlungen ihre Schiedsrichterrolle gegenüber Vodafone und Deutsche Telekom wahrnehmen solle.

"Die Telekom hat sehr konstruktiv mit 1&1 verhandelt und ist zu weiteren Gesprächen bereit. Es verfestigt sich aber nicht nur bei uns der Eindruck, dass 1&1 nicht in ein eigenes Mobilfunknetz investieren, sondern regulierten Zugang zu bestehenden Mobilfunknetzen erzwingen will", kommentierte Middel. Die Auktionsbedingungen sehen vor, dass 1&1 ein eigenes Netz aufbaut. "Hierzu hat 1&1 bislang keinerlei Schritte unternommen. Das Verhalten der 1&1 schadet dem Mobilfunk in Deutschland", sagte er.

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demon driver 11. Okt 2020

Schon bemerkenswert, dass selbst im Jahr 2020 der Realsozialismus und dessen sogenannte...

LarusNagel 11. Okt 2020

In einem Blog Artikel von der Telekom habe ich gelesen, das die in 3 Monaten 4500...

senf.dazu 11. Okt 2020

Ich denke das eigentlich teure am Mobilfunknetz ist das flächendeckende Glasfasfernetz...

wire-less 09. Okt 2020

Die 3,5GHz Frequenzen sind kein Druckmittel. Die waren vorher günstig verfügbar und...

wwbusch 09. Okt 2020

schön in allen drei netzen roamen dürfen, unlimited traffic und dann zu 1und1 preisen...



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