United Internet: Ein viertes Mobilfunknetz gleicht Mission Impossible

Nur wenn wirklich moderne Technik zum Einsatz kommt, schafft United Internet es jetzt vielleicht noch, sein 5G-Netz auszurollen. Open RAN dürfte das nicht leisten können.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Mission-Impossible-Vorführung im August 2018
Mission-Impossible-Vorführung im August 2018 (Bild: Emmanuel Wong/Getty Images for Paramount Pictures)

United Internet hat das Angebot der Telefónica für nationales 4G-Roaming akzeptiert und kann endlich beginnen, das vierte Mobilfunknetz für Deutschland zu bauen. Doch es bleibt nur noch wenig Zeit: Die Mission Impossible ist nur als Partnerschaft durch aktives Standort-Sharing mit den existierenden Netzbetreibern zu erfüllen.

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Laut den gültigen Vorgaben der Bundesnetzagentur muss United Internet im 3,6-GHz-Frequenzbereich bis Ende 2025 mindestens 25 Prozent der Haushalte mit 5G versorgen, das sind in jedem Fall mehrere Tausend Standorte. 1.000 Standorte müssen aber bereits bis Ende des Jahres 2022 in Betrieb sein, je Bundesland proportional umgelegt. Die Behörde wird zudem mit sich reden lassen, was Fristverlängerungen anbelangt. Bei den 2-GHz-Frequenzen hat United Internet noch viel Zeit, die bekommt der Konzern erst am 2026.

5G-Testanlagen von United Internet sind kaum errichtet. Laut der Telekom-Tochter Deutsche Funkturm dauert es bei einem neuen Antennenstandort bisher etwa zwei Jahre von der ersten Planung bis zur Inbetriebnahme. Ein großer Teil dieser Zeit entfalle auf die Suche nach einem geeigneten Standort. Firmensprecherin Lisa Pleiß sagte Golem.de auch nicht, wie viele Standorte das Unternehmen gegenwärtig schon akquiriert hat. "Wir befinden uns in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Standortbetreibern", erklärte sie, die man "natürlich schnellstmöglich abschließen und unseren Netzbau starten" wolle.

5G mit Open RAN ist noch eine unsichere Nummer

Erschwerend kommt hinzu, dass United Internet auf die traditionellen Ausrüster wie Huawei, ZTE, Samsung, Ericsson oder Nokia komplett verzichten will. Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender United Internet, machte erstmals am 16. Juni 2020 in Berlin dazu konkrete Angaben: "Wir werden ein Open-RAN-5G-Netz errichten." Vorbild sei der neue Netzbetreiber Rakuten in Japan.

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Doch die offene Technologie liegt beim 5G-Standard noch zurück, Massive MIMO bietet hier nur der japanische Ausrüster NEC und die Technik ist gar nicht offen im Sinne von Open RAN.

Eine Lösung für United Internet ist aktives 5G-Standort-Sharing. Es ist seit dem Jahr 2020 technisch möglich. Doch die Netzbetreiber in Deutschland wollen es bisher kaum einsetzen und die Sales-Experten der Netzausrüster vermarkten es nicht besonders aktiv. Sie fühlen sich dem verpflichtet, was ihre Kunden wollen. 5G-Standort-Sharing bieten Ericsson, Nokia oder Huawei an: Die Chinesen zeigten im Februar 2020 in London eine Basisstation, die den gesamten in Deutschland verfügbaren C-Bandbereich von 400 MHz überstreichen kann. China Telekom und China Mobile nutzen in China 400.000 5G-Standorte als Dual Carrier. Das spart viel Geld und sorgt für einen schnellen Netzausbau.

Bedenkt man den Rückstand beim Netzausbau dürfte United Internet anders als Tom Cruise die Mission Impossible vielleicht doch nicht schaffen und sich mittelfristig auf das Zusammengehen mit einem anderen Netzbetreiber vorbereiten.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de [IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)]

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M.P. 17. Feb 2021

Ob wohl einer von den "Telebörse Moderatoren" an seine Moderationen erinnert werden will...

Der Kellner 17. Feb 2021

Versatel hat sich schon vor Jahren aus dem Privatkundengeschäft verabschiedet und sich...

M.P. 16. Feb 2021

Die sind gleichzeitig 5G Basisstationen und müssen zwingend auf die Fensterbank hinter...

Karbid 16. Feb 2021

Es wurde auch eine in Montabaur installiert. 1&1 setzt komplett auf ZTE als Ausrüster...



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