United Internet: 1&1 bietet VDSL immer mehr über sein eigenes Netz an
1&1 United Internet setzt mehr und mehr auf sein eigenes Festnetz von Versatel. Das sagte Unternehmenschef Ralph Dommermuth am 23. März 2017 in der Telefonkonferenz nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das Jahr 2016(öffnet im neuen Fenster). "DSL bieten wir zunehmend über unser eigenes Netz. Wir haben ja früher viele Vorleistungen bezogen von Vodafone, der Telefónica, bei der QSC oder bei der Telekom. Wir nutzen jetzt zunehmend unser eigenes Netz und beziehen dann die letzte Meile von der Telekom oder von City Carriern."
Ausgebaut würde von 1&1 VDSL-Vectoring mit Datenübertragungsraten bis zu 100 MBit/s. Die Reichweite des Telekom-Netzes liege hier derzeit bei 27 Millionen Haushalten, was bis Ende 2018 auf 32 Millionen ansteigen solle.
Dommermuth: "Wir haben einmalige Kosten, weil die Telefónica sich aus dem DSL-Geschäft zurückzieht, in dem Sinne, dass sie kein eigenes Netz mehr betreibt. Sie will keine Vorleistung mehr anbieten." Deswegen müsse United Internet diese Kunden migrieren, im "Wesentlichen auf unser eigenes Netz". Die Telefónica hatte im Januar eingeräumt, seit langem ihre eigenen Hauptverteiler abzubauen. Der spanische Konzern unterstützt in Deutschland den Vectoring-Kurs der Telekom, der einen Ausbau im Bereich FTTC (Fiber To The Curb) vorsieht.
Access-Geschäft für Firmenkunden
Im Access-Geschäft für Firmenkunden biete das Unternehmen hauptsächlich Glasfaseranschlüsse mit 1&1 Versatel. 1&1 Glasfaser Business 1.000 kostet in den ersten zwölf Monaten 199 Euro, danach 499 Euro monatlich. Die Vertragslaufzeit beträgt zwei Jahre. Dazu kommen die Kosten für das Installationspaket in Höhe von 1.960 Euro für einen Glasfaser-Hausanschluss, einen 1&1-Glasfaser-Business-Server und die Installation vor Ort. Das Angebot richtet sich an Unternehmen, die Preise sind zuzüglich Mehrwertsteuer. Angaben zur Zahl der 1&1-Versatel-Kunden machte Dommermuth nicht.
Finanzvorstand Frank Krause sagte Golem.de auf Anfrage: "Ich möchte hier ungern Zahlen schon nennen. Das hat Anschaltzeiten und wir sind in den ersten Monaten der Vermarktung. Wie sind aber durchaus zufrieden mit den Anfragen, die hereinkommen." Alle Standorte, die einmal mit Glasfaser angeschlossen wurden, würde kein zweites Unternehmen mehr erschließen. Die Kundenbeziehungen seien langfristig.
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