United Airlines: Mit Bug Bounties um die Welt reisen

Die US-Fluggesellschaft United Airlines will Sicherheitsforscher künftig mit einem Bug-Bounty-Programm belohnen. Wer Lücken in der Webseite findet, bekommt jedoch kein Geld – sondern Bonusmeilen. Eine entsprechende Ankündigung(öffnet im neuen Fenster) findet sich auf der Webseite des Unternehmens.
Die Entlohnung ist nach der Schwere der gefundenen Fehler gestaffelt. Cross-Scripting-Schwächen werden mit 50.000 Meilen belohnt. Angriffe, mit denen Authentifizierungsmaßnahmen umgangen werden können, sind mit 250.000 Meilen dotiert. Der Hauptpreis, eine Million Meilen, ist für Sicherheitslücken reserviert, die die Ausführung fremden Codes innerhalb des Online-Auftritts der Fluggesellschaft erlauben(öffnet im neuen Fenster) .
In Flugzeugen darf nicht nach Lücken gesucht werden
Für die Teilnahme an dem Programm gibt es einige Regeln. So beschränkt es sich nur auf die Webseite und Buchungssysteme des Unternehmens. Sicherheitslücken in der Software von Flugzeugen dürfen also nicht gesucht werden. Teilnehmer des Programms müssen bereits Mitglieder des Mileage-Plus-Programms der Firma sein. Außerdem dürfen keine Mitarbeiter der Airline zur Herausgabe kritischer Daten überredet werden: Social Engineering als Angriffsmethode fällt also aus. Auch Angriffe, die den laufenden Geschäftsbetrieb stören, sind tabu.
Mitte April erregte der Sicherheitsforscher Chris Roberts Aufsehen, als er während eines United-Fluges auf Twitter über mögliche Sicherheitslücken der Bordelektronik spekulierte(öffnet im neuen Fenster) . Nach der Landung wurde er vom FBI befragt. United verweigerte ihm zudem auf dem geplanten Rückflug das Boarding – er musste sich eine andere Fluggesellschaft suchen(öffnet im neuen Fenster) . Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Vorfall und der Ankündigung gibt, ist unklar.
United ist die erste Airline, die ein solches Bug-Bounty-Programm unterstützt. Technologiefirmen wie Google(öffnet im neuen Fenster) und Mozilla(öffnet im neuen Fenster) haben entsprechende Angebote schon seit Jahren. Im Unterschied zu United zahlen sie aber nicht mit der kostenlosen Nutzung ihrer ohnehin meist kostenfreien Dienste, sondern mit harten Dollars.
Mit den Meilen sind vielfältige Reisen möglich. Für einen kostenlosen Interkontinentalflug (Hin- und Rückflug) sind bei United 60.000 Meilen fällig, für 300.000 gibt es den Trip in der Business-Class. Wer mit dem Angebot von United nicht zufrieden ist, kann aber auch Lufthansa fliegen: Beide Fluglinien sind Teil der Star Alliance(öffnet im neuen Fenster) .



