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United 787-10: Bordunterhaltung wird barrierefrei

Inflight Entertainment, kurz IFE, ist üblicherweise nur etwas für Anwender ohne Einschränkungen. Benutzbarkeit und Zugänglichkeit stehen oft im Hintergrund. Die US-Fluggesellschaft United will dies mit seiner neuen Boeing 787-10 (Dreamliner) ändern.

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Nur die längste Variante des Dreamliners bekommt ein neues IFE.
Nur die längste Variante des Dreamliners bekommt ein neues IFE. (Bild: United)

Die US-Fluggesellschaft United setzt in ihren neuen Großraumflugzeugen des Typs 787-10 (Dreamliner) ein neues barrierefreies Bordunterhaltungssystem (Inflight Entertainment System, IFE) ein. Dafür verwendet United ein angepasstes Panasonic-IFE. Dieses IFE, das wir vor einigen Jahren in einer früheren Version schon ausprobiert hatten, basiert auf Android und wurde um Zugänglichkeits- und Benutzbarkeits-Funktionen erweitert.

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United arbeitet in dem IFE mit einer Gestenkontrolle auf dem Touchscreen. So wird mit einem dreifachen Tippen auf den Screen ein spezielles Menü geöffnet. Geschlossen wird dies mit einer Wischgeste: zunächst nach links und dann nach unten. Das erinnert an die Gestenkontrolle der Browser von Vivaldi und Opera. Ein direktes Treffen der Elemente der UI ist nicht notwendig. Mit Wischgesten nach links oder rechts wird zwischen den Interface-Bereichen gewechselt. Der Anwender kann anschließend irgendwo auf den Bildschirm klicken, um das Element zu aktivieren. Ein genaues Treffen auf dem Bildschirm ist nicht notwendig. Zur Zugänglichkeit gehört auch eine Vorlesefunktion. Die Lautstärke kann mit Gesten kontrolliert werden. Die Nutzung der kleinen, klassischen Bedienungselemente ist selbst für Passagiere ohne Einschränkungen eine Herausforderung. Insbesondere bei alten Systemen ist das oft der Fall.

United verspricht mit seinem neuen IFE, jedes Problem mit der Sicht lösen zu können, egal ob der Nutzer gar nicht oder nur eingeschränkt sehen kann. Einige Funktionen sind aber noch in einer Betaphase. Dazu gehört etwa der Modus für Farbenblinde und die Invertierung von Farben für lichtempfindliche Nutzer. Für Passagiere mit Schwierigkeiten beim Hören oder Einschränkungen der Bewegung soll es ebenfalls Hilfen geben, wenn auch nicht auf demselben Niveau.

In einem Editorial lobt Justin Yarbrough für das Luftfahrtfachmagazin Runway Girl Network Uniteds Ansatz und hofft auf Nachahmer. Zwar gibt es laut Yarbrough, der selbst Schwierigkeiten beim Sehen hat und als Zugänglichkeitsspezialist arbeitet, viele Ansätze. Doch diese gehen ihm bisher nicht weit genug. Er nimmt sich seine Bordunterhaltung deswegen in der Regel selbst mit.

Bis es so weit ist, vergehen aber noch ein paar Monate. Erst etwa Mitte März 2019 werden die ersten Maschinen in den Interkontinental-Liniendienst gehen und unter anderem Frankfurt am Main anfliegen. Derzeit fliegt die erste 787-10 bereits auf einer transkontinentalen Strecke im gelegentlichen Liniendienst, einer Vorbereitungsphase für den Interkontinentalverkehr. Insgesamt wird United innerhalb der nächsten zwei Jahre ein Dutzend 787-10 bekommen, die längste Variante des Dreamliners.

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