Unister Travel: Ab-in-den-urlaub.de verkauft
Rockaway Capital hat vom Insolvenzverwalter von Unister den Travel-Bereich gekauft. Das gab das tschechische Venture-Capital-Unternehmen(öffnet im neuen Fenster) am 23. Dezember 2016 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Erworben wurden die Plattformen ab-in-den-urlaub.de, fluege.de, reisen.de, billigfluege.de, reisegeier.de, urlaubstours.de, hotelreservierung.de und TravelViva.
Mit dem Online-Reisevermittler und -anbieter Invia betreibt Rockaway Capital bereits eine Marke auf dem mittel- und osteuropäischen Reisemarkt. Die Beteiligten haben über das finanzielle Volumen des Verkaufs Stillschweigen vereinbart. Der Gläubigerausschuss hat der Übernahme bereits zugestimmt. Der Abschluss der Transaktion ist für Anfang 2017 geplant.
Beschäftigtenzahl stark gesunken
Rockaway Capital werde alle heute noch 520 Beschäftigten des Travel-Bereichs übernehmen. Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther sagte: "Ich bin zuversichtlich, dass der neue Eigner das Potenzial der erworbenen Assets ausschöpfen wird." Nach dem Tod von Firmenchef Thomas Wagner Mitte Juli 2016 bei einem Flugzeugabsturz hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Danach wurde berichtet, dass 1.048 Beschäftigte von dem Insolvenzverfahren betroffen seien.
Mit dem Portal shopping.de wurde heute zudem der ersten Non-Travel-Geschäftsbetrieb Unisters verkauft. Die Domain geht an Solute(öffnet im neuen Fenster) aus Karlsruhe, die den Preisvergleich billiger.de betreibt. In das Leipziger Büro von Solute wechseln 15 Beschäftigte von shopping.de. Auch hier wurde über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart.
Anfang nächsten Jahres soll vor dem Landgericht Leipzig ein Prozess gegen drei frühere Manager der Unister-Holding beginnen. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR hat das Landgericht Leipzig eine entsprechende Anklage zugelassen und bereits Verhandlungstermine für mehrere Monate angesetzt.
Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden wirft den angeklagten Ex-Managern von Unister Steuerhinterziehung, unerlaubten Verkauf von Versicherungen sowie gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrug beim Onlinehandel mit Flugtickets für mehr als 87.000 Kunden vor. Ticket-Käufern sollen Preisvorteile vorenthalten worden sein.
Unister hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen und erklärt, bei den beanstandeten Geschäften gehe es um eine gängige Praxis in der Reisebranche



