Abo
  • IT-Karriere:

Unifying: Sicherheitsupdate für Logitech-Tastaturen umgangen

Mit einem einfachen Trick kann ein Sicherheitsupdate von Logitech umgangen werden. Damit lassen sich weiterhin Eingaben von kabellosen Tastaturen abgreifen - oder Schadcode eintippen. Dabei hatte Logitech nicht einmal alle Sicherheitslücken behoben.

Artikel veröffentlicht am ,
Wer da wohl alles mittippt?
Wer da wohl alles mittippt? (Bild: Jessica Stokes/CC-BY-SA 2.0)

Zwar übertragen die kabellosen Mäuse und Tastaturen mit der Unifying-Funktechnik von Logitech ihre Eingaben verschlüsselt, doch diese lässt sich leicht umgehen. Ein Ende August veröffentlichtes Firmwareupdate sollte verhindern, dass der für die verschlüsselte Übertragung verwendete Schlüssel einfach aus dem USB-Empfänger ausgelesen werden kann. Doch das Firmwareupdate lässt sich leicht umgehen, der Schlüssel kann weiterhin ausgelesen werden - und damit die Tastatureingaben mitgelesen oder eigene Eingaben gesendet werden. Damit lässt sich beispielsweise Schadcode auf einem Computer eintippen.

Stellenmarkt
  1. LIDL Stiftung & Co. KG, Neckarsulm
  2. über experteer GmbH, Raum Sindelfingen

Mit einem einfachen Trick hebelte der Sicherheitsforscher Marcus Mengs Logitechs Sicherheitsupdate aus. Er spielte einfach eine alte, verwundbare Firmware auf den USB-Empfänger und las erneut den Funkschlüssel aus. Logitech hatte es versäumt, einen Schutz gegen einen solchen Downgrade-Angriff zu implementieren: Es wird nicht überprüft, ob die zu installierende Software älter ist als die bereits auf dem Empfänger vorhandene. Um den Schlüssel auszulesen, benötigt ein Angreifer Zugriff auf den USB-Empfänger. Möchte er keine Spuren hinterlassen, kann er nach dem Auslesen erneut die aktuelle Firmware installieren.

Letztlich bedeutet das Firmwareupdate also nur, dass der Angriff länger dauert: Statt einer Sekunde benötigt das Auslesen des Schlüssels nun 30 Sekunden, erklärte Mengs dem Onlinemagazin Heise. Betroffen sind neben den Unifying-Empfängern auch die Produkte aus der G-Lightspeed-Serie.

Sicherheitslücken sollen nicht geschlossen werden

Zwei weitere Sicherheitslücken möchte Logitech aus Kompatibilitätsgründen grundsätzlich nicht beheben: So lässt sich der Schlüssel nicht nur aus dem USB-Empfänger auslesen, sondern kann auch einfach per Funk beim Pairing von Unifying-Geräten mitgeschnitten werden. Alternativ kann ein Angreifer Tastatureingaben in die Funkverbindung einschleusen, ohne dass er im Besitz des Schlüssels ist. Hierzu braucht er kurzzeitig physischen Zugriff auf die Tastatur, um einige Tasten zu drücken und den Funkverkehr mitzuschneiden.

Da diese schwerwiegenden Sicherheitslücken nicht geschlossen werden sollen, ist es für Nutzer ratsam, keine Lightspeed- oder Unifying-USB-Empfänger an ihren Computer anzuschließen und keine entsprechenden Geräte zu verwenden. Mit der Software Logitacker lassen sich die Angriffe einfach ausführen und automatisieren.

Erst im März wurden Sicherheitslücken bei der kabellosen Fujitsu-Tastatur LX901 bekannt. Auch hier konnte die Verschlüsselung umgangen werden. Mit Bluetooth können ähnliche Probleme auftreten. Tastaturen und Mäuse mit Kabel sind von derlei Sicherheitslücken nicht betroffen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Sandisk 512-GB-SSD für 55,00€, WD Elements Exclusive Edition 2 TB für 59,00€ und Abend...
  2. 31,99€
  3. 139,00€ (Bestpreis!)

spagettimonster 06. Sep 2019 / Themenstart

die Logitech da betreibt, ich werde wieder auf Kabel-gebundene Geräte umsteigen, da mir...

ldlx 05. Sep 2019 / Themenstart

Vielen Dank fuer die Info! Ob/wie eine Mitigation fuer Maus/Presenter-only moeglich sein...

PULARITHA 05. Sep 2019 / Themenstart

Also es gibt halt schon Unterschiede zwischen physischen Zugriff und physischen Zugriff...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Ghost Recon Breakpoint Gameplay

Elitesoldaten auf einer Insel? Dabei kommt zumindest in Ghost Recon Breakpoint kein Urlaub heraus, sondern ein Kampf zwischen zwei letztlich gleich starken Fraktionen - unser Können entscheidet!

Ghost Recon Breakpoint Gameplay Video aufrufen
Verkehrssicherheit: Die Lehren aus dem tödlichen SUV-Unfall
Verkehrssicherheit
Die Lehren aus dem tödlichen SUV-Unfall

Soll man tonnenschwere SUV aus den Innenstädten verbannen? Oder sollten technische Systeme schärfer in die Fahrzeugsteuerung eingreifen? Nach einem Unfall mit vier Toten in Berlin mangelt es nicht an radikalen Vorschlägen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Torc Robotics Daimler-Tochter testet selbstfahrende Lkw
  2. Edag Citybot Wandelbares Auto mit Rucksackmodulen gegen Verkehrsprobleme
  3. Tusimple UPS testet automatisiert fahrende Lkw

Apple TV+: Apples Videostreamingdienst ist nicht konkurrenzfähig
Apple TV+
Apples Videostreamingdienst ist nicht konkurrenzfähig

Bei so einem mickrigen Angebot hilft auch ein mickriger Preis nicht: Apples Streamingdienst hat der Konkurrenz von Netflix, Amazon und bald Disney nichts entgegenzusetzen - und das wird sich auf Jahre nicht ändern.
Eine Analyse von Ingo Pakalski

  1. Apple TV+ Disney-Chef tritt aus Apple-Verwaltungsrat zurück
  2. Apple TV+ Apples Streamingangebot kostet 4,99 Euro im Monat
  3. Videostreaming Apple TV+ startet mit fünf Serien für 10 US-Dollar monatlich

Mobile-Games-Auslese: Superheld und Schlapphutträger zu Besuch im Smartphone
Mobile-Games-Auslese
Superheld und Schlapphutträger zu Besuch im Smartphone

Markus Fenix aus Gears of War kämpft in Gears Pop gegen fiese (Knuddel-)Aliens und der Typ in Tombshaft erinnert an Indiana Jones: In Mobile Games tummelt sich derzeit echte und falsche Prominenz.
Von Rainer Sigl

  1. Mobile-Games-Auslese Verdrehte Räume und verrückte Zombies für unterwegs
  2. Dr. Mario World im Test Spielspaß für Privatpatienten
  3. Mobile-Games-Auslese Ein Wunderjunge und dreimal kostenloser Mobilspaß

    •  /