Unify: Ex-Siemens-Sparte entlässt die Hälfte der Beschäftigten

Unify, ehemals Siemens Enterprise Communications, wird die Hälfte der weltweit rund 7.700 Arbeitsplätze abbauen. Das gab der Hersteller für Firmentelefonanlagen bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Das Unternehmen gehört zu 49 Prozent Siemens und zu 51 Prozent dem US-Investor Gores Group.
Ziel sei es, sich dem im Wandel begriffenen Unified-Communications-Markt anzupassen und stärker softwareorientierte Produkte anzubieten. Der Fokus soll auf Softwareentwicklung, Integration und Managed Services liegen.
50 Prozent des Stellenabbaus entfallen auf Zentraleuropa. In Deutschland werde der Abbau die Konsolidierung mehrerer Standorte umfassen, was vor allem die Zentrale sowie Forschung und Entwicklung betrifft.
"Der Markt verändert sich heute schnell" , sagte Dean Douglas, Chef von Unify. "Unify muss sich wandeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben."
Peter Mokrus, Unify-Unternehmensbetreuer der IG Metall und Aufsichtsratsmitglied bei dem Unternehmen, sagte(öffnet im neuen Fenster) : "Für diesen Kahlschlag haben wir keinerlei Verständnis und werden ihn nicht kampflos hinnehmen. Seit Jahren jagt eine Restrukturierung die nächste, ohne dass sich das Geschäft wirklich erholt hätte."
Das Unternehmen hat in Deutschland rund 3.100 Beschäftigte. Aufgrund der Digitalisierung von Telekommunikationslösungen sei Unify mit seinen klassischen Telefonanlagenprodukten immer mehr unter Druck geraten und hat weltweit erheblich an Geschäft verloren. Wegen der anhaltenden Verluste gab es schon 2013 einen Abbau von über 600 Stellen in Deutschland, aber ohne Kündigungen. Unify könne als Lösungsanbieter nur mit innovativen Produkten überleben.
Mit Unify gerät erneut ein von Siemens ausgegliedertes Geschäft in negative Schlagzeilen, wie zuletzt Nokia Siemens Networks. Sibylle Wankel, Tarifverantwortliche der IG Metall für Siemens, sagte: "Das kann so nicht weitergehen." Ein Desaster wie bei BenQ müsse vermieden werden.



