Uni Erlangen: Sicherheitsbedenken führen zur Ablehnung von Stipendiaten

Aufgrund von Sicherheitsbedenken in Bezug auf mögliche Spionage wird die Universität Erlangen-Nürnberg keine chinesischen Doktoranden mehr annehmen, die von China finanziert werden.
Der Beschluss gelte seit Anfang Juni 2023, bestätigte eine Sprecherin der Uni Correctiv(öffnet im neuen Fenster) . Er betrifft allerdings nicht alle chinesischen Studierenden, sondern diejenigen, die ein Stipendium allein vom Chinese Scholarship Council (CSC) haben. Das sind in der Regel Promotionsstipendien.
Laut einem Bericht der Deutschen Welle(öffnet im neuen Fenster) gibt es an mindestens 30 deutschen Universitäten CSC-Stipendiaten aus China. Einige Hochschulen unterhalten sogar offizielle Partnerschaften mit dem China Scholarship Council.
Spionagevorwürfe gegen China
Im Falle einer Kofinanzierung zusammen mit anderen renommierten und demokratisch verankerten Institutionen sieht die Universität Erlangen-Nürnberg keinen Grund für eine Ablehnung der Bewerber. Bereits eingeschriebene CSC-Stipendiaten können ihre Doktorarbeit weiterführen.
Mit dem Beschluss reagiert die Hochschule auf Sicherheitsbedenken beim Technologietransfer nach China. Westliche Geheimdienste warnen schon länger vor Spionageaktivitäten chinesischer Nachrichtendienste, insbesondere bei Hochtechnologie.
Kritiker monieren, der pauschale Ausschluss von CSC-Stipendiaten sei stigmatisierend und schade dem wissenschaftlichen Austausch. Andere Stimmen argumentieren dem Bericht zufolge, die Vorsichtsmaßnahme sei angesichts der politischen Entwicklungen notwendig, um sensible Technologien zu schützen.
Die Entscheidung der Uni Erlangen-Nürnberg spiegelt die wachsenden Bedenken in Deutschland und anderen westlichen Ländern wider, dass Forschungsergebnisse und Know-how durch chinesische Kanäle abfließen könnten.



