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Unglückliche Namenswahl: Angriff stürzte unbeteiligte IT-Firma ins Chaos

Der 2023 erfolgte Angriff auf die Südwestfalen-IT hatte für eine andere IT-Firma Konsequenzen – obwohl sie mit dem Vorfall gar nichts zu tun hatte.
/ Marc Stöckel
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Ein IT-Dienstleister wurde nach dem Cyberangriff auf andere Firma unverhofft angefeindet. (Bild: pixabay.com / TheDigitalArtist)
Ein IT-Dienstleister wurde nach dem Cyberangriff auf andere Firma unverhofft angefeindet. Bild: pixabay.com / TheDigitalArtist

So mancher erinnert sich sicherlich noch an den Ransomwareangriff auf den kommunalen Dienstleister Südwestfalen-IT (SIT), der Ende 2023 IT-Dienste unzähliger Verwaltungen lahmgelegt hatte. Dieser Vorfall hatte offenkundig auch Auswirkungen auf eine IT-Firma aus dem Sauerland, die mit dem Angriff eigentlich gar nichts zu tun hatte. Ihr zum Verwechseln ähnlicher Name wurde ihr dabei zum Verhängnis: IT Südwestfalen GmbH.

Eigentlich hatten die beiden IT-Dienstleister wenig miteinander zu tun und bedienten auch unterschiedliche Zielgruppen. Die SIT versorgt eher Kommunalverwaltungen und öffentliche Einrichtungen. Die IT Südwestfalen adressierte hingegen vor allem Unternehmen aus der Industrie und dem Mittelstand.

Wie das Nachrichtenportal come-on.de berichtet(öffnet im neuen Fenster), ging der Angriff auf die SIT aber wegen des ähnlichen Namens auch an der IT Südwestfalen nicht spurlos vorbei. Zunächst bekam das eigentlich gar nicht betroffene Unternehmen den Angaben zufolge Nachrichten und Anrufe von besorgten Kunden, die sich nach laufenden IT-Projekten oder der Verfügbarkeit ihrer Daten erkundigten.

Anfeindungen und beschädigte Autos

Doch die Folgen der Namensverwechslung, die wohl teilweise auch in Medienberichten stattfand, reichten noch viel weiter. Die Rede ist von Anfeindungen und negativen Bewertungen im Internet, die eigentlich an die Südwestfalen-IT gerichtet waren. Auch sollen Mitarbeiter der IT Südwestfalen manchmal im Alltag angesprochen und für die Folgen des Cyberangriffs verantwortlich gemacht worden sein.

Hinzu kamen wohl Sachbeschädigungen an Firmenwagen des Unternehmens. Dass dies auf die Namensverwechslung mit der SIT zurückzuführen sei, lasse sich zwar nicht sicher nachweisen, davor soll es solche Vorfälle bei der IT Südwestfalen aber nie gegeben haben, heißt es.

Obendrein hatte der Vorfall für das Unternehmen wohl auch wirtschaftliche Folgen. Vor dem Cyberangriff soll die IT Südwestfalen jeden Monat zwei bis vier Neukundenanfragen erhalten haben. Danach sollen es nur noch zwei bis vier Anfragen pro Quartal gewesen sein, was laut Geschäftsführer Danny Fischer wohl Umsatzeinbußen von etwa 500.000 bis 750.000 Euro zur Folge hatte.

Namensänderung soll helfen

Mittlerweile änderte die IT Südwestfalen ihren Namen. Sie firmiert inzwischen als Citadelle Systems West GmbH. Das Unternehmen gehört mit seinen Standorten in Lüdenscheid und Iserlohn ohnehin schon seit 2021 zur Citadelle-Systems-Gruppe, wie auch auf der firmeneigenen Webseite(öffnet im neuen Fenster) zu lesen ist. Diese Verbindung zeigt sich nun auch direkt am neuen Firmennamen.

Zu Verwechselungen kommt es laut Bericht zwar trotzdem manchmal noch, aber "man merkt, dass es langsam abebbt. Aber es steckt noch in den Köpfen", so Geschäftsführer Fischer. Auf den Firmenwagen des Unternehmens ist wohl noch der alte Firmenname zu sehen, doch auch das soll sich bis Ende 2026 ändern.

Der von dem Cyberangriff betroffenen Südwestfalen-IT macht Fischer allerdings keinen Vorwurf. "Ich habe mich damals in ihre Lage versetzt. Deshalb hatte ich eher ein Gefühl von Demut", erklärte er. Daher habe er nicht mit der SIT über die Verwechslungen gesprochen. "Ich wollte in dieser Situation keine Nebenkriegsschauplätze schaffen", so Fischer. Die SIT hatte mit den Folgen des Angriffs bekanntlich ohnehin genug zu tun.


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