Ungeklärte Brandursache: Paris zieht 149 Elektrobusse aus dem Verkehr

In Paris werden Elektrobusse vorübergehend stillgelegt, nachdem am Freitag ein weiterer Bus in Flammen aufging.

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Bluebus 5SE brennt.
Bluebus 5SE brennt. (Bild: Gégé LSMR/Screenshot: Golem.de)

In Paris kommt es zu Verkehrseinschränkungen, weil ein Drittel der Elektrobusse der Stadt vorübergehend stillgelegt werden. Dabei handelt es sich um 149 Elektrobusse. Der Grund: Es kam zu Bränden bei den Fahrzeugen. Im April brannten zwei Busse aus noch ungeklärter Ursache aus. Verletzt wurde niemand.

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Es handelt sich um die Busse des Typs Bluebus 5SE des Herstellers Bollore. Die staatliche Verkehrsgesellschaft RATP hat den Hersteller zu einem Gutachten über die Brandursache bei den Bussen aufgefordert.

Paris hat seit 2016 seine Reihe von Elektrobussen angeschafft. Der Bestand soll bei rund 500 Fahrzeugen liegen, die von drei unterschiedlichen Herstellern stammen. Die RATP will gemäß der Roadmap Bus2025 bis 2024 die Beschaffung von bis zu 800 Elektrobussen vornehmen. Die Busse von Bluebus haben LMP-Akkus (Lithium-Metal-Polymer) an Bord.

Günstige Akkus mit hoher Betriebstemperatur

Die Akkus von Bluebus stammen von der kanadischen Firma Blue Solutions, die bereits seit 2019 Festkörperakkus auf der Basis von Lithiumeisenphosphat (LFP) anbietet. Statt eines flüssigen Elektrolyts kommt darin ein festes Polymer aus Polyethylenoxid (auch bekannt als Polyethyleneglycol) zum Einsatz, das gleichzeitig als Separator dient. Die Anode besteht aus einer leichten Lithiummetallfolie.

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Der Separator muss Kathode und Anode elektrisch voneinander trennen, um interne unkontrollierte Kurzschlüsse zu vermeiden. Beim Laden von Akkus mit Metallanode kann nadelförmiges Lithium entstehen und den Separator durchdringen. Ein Kurzschluss kann zu hohen Temperaturen führen und weitere Prozesse im Akku in Gang setzen. In herkömmlichen Akkus wird das Lithium beim Laden hingegen in einer Graphitanode gespeichert, was die Entstehung der Lithiumnadeln verhindert.

Der Vorteil der Konstrution ist die hohe Energiedichte der Akkupacks, die trotz Verwendung von LFP auf dem Niveau von Packs mit Nickel und Kobalthaltigen Akkuzellen liegt. Der Aufbau der Zellen macht auch ein einfaches Recycling des Lithiums in der Folie möglich. Nachteile sind, dass das Polymer erst ab einer Temperatur von rund 60 Grad Celsius gut leitfähig für Lithiumionen wird und die Ladezeit vier bis fünf Stunden beträgt, was den Einsatz in Pkw erschwert.

Elektromobilität: Grundlagen und Praxis

Neue Akkuzellen und Akkupacks könnten Konstruktionsfehler aufweisen

Blue Solutions hat 2022 eine verbesserte Version des Akkus eingeführt, die Ladezeit von fünf auf vier Stunden verkürzt und die Energiedichte um zehn Prozent erhöht. Es wird nun zu untersuchen sein, ob beispielsweise Konstruktionsfehler in der Fabrik oder falsche Ladeprotokolle zu internen Kurzschlüssen führen.

Ein Kurzschluss kann zu Temperaturen weit über 350 Grad Celsius in der Akkuzelle führen, ab der auch Lithiumeisenphosphat Sauerstoff freisetzen kann und die Akkuzelle intern verbrennt und weiter aufheizt. Hinzu kommt der Zerfall der Lithiumsalze im Elektrolyt, weitere chemische Reaktionen und die Gefahr weiterer Kurzschlüsse durch Zerstörung der Separatorschicht. Dabei können weitere Akkuzellen überhitzt werden, die ebenso anfangen können zu brennen. Ein gut konstruiertes Akkupack sollte aber in der Lage sein, solche Kettenreaktionen zu vermeiden. Der fulminante Brand deutet aber darauf hin, dass ein großer Teil der Akkuzellen an dem Feuer beteiligt war.

Im Jahr 2020 gewährte die Europäische Kommission einen ersten Zuschuss in Höhe von 23 Millionen Euro für den Kauf von Elektrobussen und die Umstellung bestimmter Buszentren auf Elektrobusse (Lagny, Corentin, Pleyel, Lilas und Lebrun) und Biomethan (Massy, Bussy, Thiais und Nanterre). Im Jahr 2021 wurde ein zweiter Zuschuss in Höhe von 27,7 Millionen Euro für die Umstellung bestimmter Buszentren auf Elektrofahrzeuge (Point du Jour, Croix Nivert, Neuilly, Vitry, Belliard) und Biomethan (Aubervilliers) gewährt.

Ab 2025 will Paris nur noch vollelektrische Busse kaufen. Paris unternimmt auch beim Individualverkehr große Anstrengungen, die Luftqualität zu verbessern. So dürfen ab 2024 keine Diesel-Pkw mehr einfahren, und ab 2030 dürfen nur noch Elektroautos zugelassen werden.

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Doener 05. Mai 2022

Mir ist es lieber wenn das Dach brennt als der Unterboden. Ich würde auch vermuten da...

Sharra 05. Mai 2022

ODER, sie hängen es nur nicht an die große Glocke, weil sowas natürlich mal vorkommen...

486dx4-160 04. Mai 2022

Ach, Bollore ist mit 8,6 Mrd. Vermögen immerhinder 16. reichste Oligarchen-Clans...



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