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Kriminalität: Mutter per KI-Stimme um 15.000 US-Dollar betrogen

Eine Mutter erhält unerwartet einen Anruf : Ihre Tochter sei in einen Unfall verwickelt und brauche dringend Geld . Die Mutter zahlt.
/ Marc Stöckel
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Ein betrügerischer Anruf kostet eine Mutter aus Florida 15.000 US-Dollar. (Bild: pixabay.com / Alexas_Fotos)
Ein betrügerischer Anruf kostet eine Mutter aus Florida 15.000 US-Dollar. Bild: pixabay.com / Alexas_Fotos

Im US-Bundesstaat Florida haben Kriminelle eine Mutter unter Einsatz einer KI-generierten Stimme in Angst und Schrecken versetzt und sie dazu verleitet, den Betrügern 15.000 US-Dollar an Bargeld zu überlassen. Lokalen Medienberichten zufolge(öffnet im neuen Fenster) erhielt die Frau einen Anruf, der von der Nummer ihrer Tochter zu kommen schien. Nach der Annahme des Telefonats war auch die Stimme der Tochter zu hören, die aufgewühlt behauptete, einen Unfall verursacht zu haben.

"Es gibt niemanden, der mich davon überzeugen könnte, dass es nicht meine Tochter war" , erklärte die Mutter. "Ich kenne das Weinen meiner Tochter." Die angebliche Tochter behauptete, ihr Telefon sei von der Polizei sichergestellt worden, nachdem sie beim Schreiben einer SMS während der Fahrt eine schwangere Frau angefahren habe.

Danach übernahm dem Bericht zufolge ein Mann das Telefonat und gab sich als Anwalt der Tochter aus. Er erklärte, sie sei festgenommen worden und er benötige eine Kautionszahlung in Höhe von 15.000 US-Dollar in bar. Jedoch solle die Mutter der Bank nicht sagen, wofür sie das Geld abhebe, da dies negative Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit der Tochter haben könne.

Zweite Forderung stimmt Enkel skeptisch

Nachdem die Mutter das Geld beschafft und es gemäß Absprache einem Fahrer übergeben hatte, der es bei ihr zu Hause abholte, folgte sogleich die nächste Forderung. Die Betrüger forderten weitere 30.000 US-Dollar und begründeten dies damit, dass das ungeborene Kind der schwangeren Frau durch den Unfall gestorben sei. Die Familie habe sich bereit erklärt, von einer Klage abzusehen, sofern die geforderte Geldsumme bezahlt werde.

Doch der Enkel der betrogenen Mutter wurde auf die Situation aufmerksam, vermutete eine Betrugsmasche und organisierte ein Telefonat mit der echten Tochter, die gerade bei der Arbeit war. "Als ich ihre Stimme hörte, brach ich zusammen. Es ging ihr gut" , erklärte die Mutter. Sie war offenkundig auf eine Deepfake-Betrugsmasche hereingefallen.

Deepfake-Betrugsfälle auch in Unternehmen

Vergleichbare Angriffe gab es auch schon in den Reihen namhafter Unternehmen wie Ferrari und Lastpass . Die Angreifer bedienen sich dafür moderner KI-Technologie, um Stimmen oder sogar ganze Videostreams echter Personen zu fälschen. Häufig werden dabei Führungskräfte imitiert , um Mitarbeiter zu unüberlegten Handlungen zu verleiten.

Unklar ist noch, woher die Betrüger bei dem Vorfall in Florida das Stimmmaterial der Tochter hatten, um die Stimme per Software zu klonen. Es wird vermutet, dass dafür Videos aus sozialen Netzwerken wie Facebook herangezogen wurden.

Die betrogene Familie hat den Fall zur Anzeige gebracht und versucht, über eine Gofundme-Kampagne(öffnet im neuen Fenster) ihre Verluste auszugleichen. Mit 7.869 US-Dollar kam bereits mehr als die Hälfte der verlorenen Summe zusammen.


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