Unfälle möglich: Forscher demonstrieren Angriff auf Kfz-Radarsysteme

Ein Forschungsteam der Duke University in North Carolina hat eine Madradar genannte Radar-Spoofing-Technik entwickelt, mit der sich Radarsensoren moderner Kraftfahrzeuge gezielt stören und dadurch potenziell auch Unfälle provozieren lassen. Die Technologie sei in der Lage, gegenüber den Radarsystemen die Annäherung eines tatsächlich vorhandenen Autos zu verbergen oder ein nicht existierendes Phantomauto zu erzeugen, hieß es in einem Bericht der Pratt School of Engineering(öffnet im neuen Fenster) .
Ebenso lässt sich demnach die Kursänderung eines anderen Fahrzeugs vortäuschen. Dafür sendet Madradar eigene Radarsignale aus, um das Radar des Ziels zu täuschen. Eine Kenntnis spezifischer Einstellungen des zu störenden Kraftfahrzeugs sei für einen erfolgreichen Angriff nicht erforderlich, erklärten die Forscher.
"Ohne viel über das Radarsystem des Zielfahrzeugs zu wissen, können wir in realen Experimenten ein gefälschtes Fahrzeug aus dem Nichts auftauchen oder ein tatsächliches Fahrzeug verschwinden lassen" , sagte Miroslav Pajic, Leiter des Madradar-Forschungsprojektes. Einen Einblick in die Arbeitsweise der Technik geben die Forscher in einem kurzen Videoclip auf Youtube(öffnet im neuen Fenster) .
Fahrzeughersteller sollten handeln
Radarsysteme werden in modernen Kraftfahrzeugen eingesetzt , um Fahrassistenzsysteme bei der Erkennung anderer Fahrzeuge oder sonstiger Objekte zu unterstützen. Auf Basis der von den Sensoren gesammelten Informationen werden verschiedene Fahrmanöver ausgeführt - das Fahrzeug bremst ab oder lenkt um, um Kollisionen zu vermeiden.
Die Radarsensoren sind dafür aber nicht die einzige Informationsquelle, in der Regel kommen zusätzlich Kameras oder laserbasierte Technologien (Lidar) zum Einsatz. Madradar müsste also mit weiteren Angriffstechniken kombiniert werden, um zuverlässig einen Crash herbeizuführen. Dennoch sind die potenziellen Auswirkungen eines Angriffs nicht zu unterschätzen.
Den Fahrzeugherstellern empfehlen die Forscher daher, sofort Schutzmaßnahmen gegen Madradar-Angriffe zu ergreifen. Abhilfe schaffen könne etwa die zufällige Änderung von Betriebsparametern der Radarsysteme im Laufe der Zeit. Darüber hinaus empfehlen die Forscher, die Verarbeitungsalgorithmen der Systeme um zusätzliche Sicherheitsfunktionen zu erweitern, die in der Lage sind, Madradar und vergleichbare Angriffe zu erkennen.
Technische Details zu ihrer Angriffstechnik veröffentlichte das Team in einem separaten Paper (PDF)(öffnet im neuen Fenster) . Darüber hinaus wollen die Forscher ihre Forschungsergebnisse beim kommenden Network and Distributed System Security Symposium ( NDSS 2024(öffnet im neuen Fenster) ) vorstellen. Dieses findet zwischen dem 26. Februar und dem 1. März in San Diego, Kalifornien, statt.



