Unerlaubte Nacktaufnahmen: Maas schwächt Gesetzentwurf deutlich ab

Die Bundesregierung hat das unbefugte Fotografieren nackter Personen unter Strafe stellen wollen. Nun soll vor allem die Verbreitung solcher Aufnahmen bestraft werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Aufnahme der Gruppe Women against revenge porn
Aufnahme der Gruppe Women against revenge porn (Bild: Women against revenge porn)

Der Gesetzentwurf zur Verschärfung des Sexualstrafrechts soll in seiner geplanten Form nicht in Kraft treten. Der Entwurf zur Kriminalisierung von Nacktaufnahmen von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) werde in einigen Punkten abgeändert, sagte das Ministerium auf Anfrage von Golem.de und bestätigte damit einen Bericht der Süddeutschen Zeitung. Demnach solle das unbefugte Fotografieren unbekleideter Personen nun nicht mehr generell strafbar werden. Stattdessen solle nur noch die Herstellung von Aufnahmen nackter Kinder und Jugendlicher geahndet werden, wenn sie gemacht werden, um sie zu verkaufen oder in Tauschbörsen einzustellen.

Stellenmarkt
  1. Senior Technical Project Manager (m/f/d)
    Vorwerk Services GmbH, Wuppertal
  2. Business Analyst (w/m/d)
    IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg
Detailsuche

Die Verbreitung solcher Bilder wird somit nicht mehr generell unter Strafe gestellt. Das Gesetz greift nur noch dann, wenn die Fotos unbefugt weitergegeben werden. Wenn Eltern beispielsweise Aufnahmen ihrer jugendlichen Tochter für einen Dessous-Katalog billigten, wäre das kein Verstoß gegen das Gesetz mehr, schreibt die Zeitung.

Strafe für "Rachepornos" bleibt

Die Regelungen zur Ahndung von Cybermobbing seien ebenfalls verändert worden, sagte das Ministerium weiter. Auch in diesem Fall ist die unbefugte Herstellung von Nacktaufnahmen nicht mehr strafbar. Zudem solle die Weitergabe von Nacktbildern von Erwachsenen künftig nicht mehr generell strafbar sein. Dies solle nur noch gelten für Nacktbilder, die "geeignet sind, dem Ansehen der abgebildeten Person erheblich zu schaden", berichtete die Süddeutsche Zeitung. Außerdem soll die Verbreitung von Fotos geahndet werden, "die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellen". Der bisherige Gesetzentwurf hatte noch eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren für die Verbreitung unbefugt aufgenommener Fotos vorgesehen. Diese wurde demnach auf zwei Jahre begrenzt. Diese Tatbestände könnten durch "Rachepornos" erfüllt sein, hatte das Justizministerium auf Anfrage von Golem.de jüngst mitgeteilt.

Der vom Bundeskabinett bereits gebilligte Entwurf hatte ursprünglich vorgesehen, dass jeder mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden kann, der "unbefugt eine Bildaufnahme von einer unbekleideten anderen Person herstellt". Die Pläne waren von vielen Experten kritisiert worden. Maas hatte damit auf den Fall des Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy (SPD) reagiert. Dieser soll Nacktbilder von Kindern von einem kanadischen Internetportal bezogen haben, was aber noch nicht strafbar gewesen sein soll. An diesem Mittwoch muss der Rechtsausschuss die Änderungen billigen. Am Donnerstag soll der geänderte Gesetzentwurf dann auch vom Bundestag beschlossen werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Geekbench & GFXBench
Erste Benchmarks zeigen starken Apple M1 Max

Das Apple Silicon schneidet gut ab: Der M1 Max legt sich tatsächlich mit einer Geforce RTX 3080 Mobile und den schnellsten Laptop-CPUs an.

Geekbench & GFXBench: Erste Benchmarks zeigen starken Apple M1 Max
Artikel
  1. Actionspiel: Dice präsentiert alle Specialists von Battlefield 2042
    Actionspiel
    Dice präsentiert alle Specialists von Battlefield 2042

    Zwei Assault mit unterschiedlicher Ausrichtung: Dice stellt weitere Spezialisten von Battlefield 2042 vor - und Änderungen nach der Beta.

  2. Windows 11: User wollen separate Fenster in der Taskleiste zurück
    Windows 11
    User wollen separate Fenster in der Taskleiste zurück

    Windows 11 gruppiert Instanzen einer App zusammen und streicht die Möglichkeit, sie separat anzuzeigen. Das gefällt der Community gar nicht.

  3. Sony, Nvidia, Apple: Der erste Uncharted-Trailer ist da
    Sony, Nvidia, Apple
    Der erste Uncharted-Trailer ist da

    Sonst noch was? Was am 21. Oktober 2021 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • HP Herbst Sale bei NBB: Bis zu 500€ Rabatt auf Gaming-Notebooks, Monitore uvm. • Kingston RGB 32GB Kit 3200 116,90€ • LG OLED48A19LA 756,29€ • Finale des GP Anniversary Sales • Amazon Music 3 Monate gratis • Saturn Gutscheinheft: Direktabzüge und Zugaben [Werbung]
    •  /