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Uncharted im Kino: Die Abenteuer des jungen Nathan Drake

Mehrmals verschoben, jetzt endlich im Kino: Uncharted . Das Warten hat sich gelohnt, denn die Game-Verfilmung unterhält auf ganzer Linie.
/ Peter Osteried
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Victor Sullivan (Mark Wahlberg) und Nathan Drake (Tom Holland) in Sony Pictures' UNCHARTED (Bild: © 2021 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)
Victor Sullivan (Mark Wahlberg) und Nathan Drake (Tom Holland) in Sony Pictures' UNCHARTED Bild: © 2021 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Seit 2010 ist eine Film-Adaption des erfolgreichen Spiels Uncharted schon in der Entwicklung. So lange, dass der damals anvisierte Hauptdarsteller Mark Wahlberg die Rolle wechseln musste: Er spielt jetzt nicht mehr Nathan Drake, sondern dessen Freund Sully – also den (älteren) Mentor des jungen Nathan. Auch inhaltlich wurde die Produktion neu ausgerichtet: War zunächst eine Adaption des ersten Spiels geplant, zeigt der Film nun, wie Nathan Drake der wurde, den man aus den Games kennt.

In Tom Holland fand man dafür den idealen Schauspieler. Er hat schon als Spider-Man bewiesen, dass er in Action gut aussieht und den nötigen Humor hat. Denn wie bei anderen Filmen des Genres (Indiana Jones!) gibt es hier nicht nur eine Schatzjagd, sondern auch jede Menge witzige Situationen und Sprüche. Das Lachen gehört zur Essenz dieser Art von Geschichten.

Der junge Nathan

Der Film ist im Grunde ein Prequel – und er geht schon in den ersten Minuten in die Vollen. Nathan Drake wird hinter einem Flugzeug hergezogen, kämpft sich wieder rein und muss dabei jede Menge Schurken abwehren. Danach folgt ein Sprung in die Vergangenheit. Der Film zeigt Drake als Kind und dann als jungen Erwachsenen, der sich als Barkeeper seinen Unterhalt verdient – und gerne auch mal die Gäste beklaut.

Sully sucht ihn auf und bietet ihm einen großen Coup an: eine Schatzsuche, an deren Ende Gold im Wert von Milliarden Dollar auf sie wartet. Sully braucht Nathan, da dieser über Kenntnisse verfügt, die zuvor nur Sullys Bruder hatte. Doch der ist mittlerweile verschwunden.

Nathan und Sully werden zum ungleichen Paar, das mit Chloe Frazer (Sophia Ali) bald zum Trio wird, wobei aber keiner dem anderen so richtig traut. Die erste Etappe ist Barcelona, doch das ist nur der Anfang der Suche nach einem Schatz, hinter dem – natürlich – auch noch andere her sind.

Oft verschoben

Inszeniert wurde der Film von Zombieland-Regisseur Ruben Fleischer. Die Dreharbeiten starteten am 16. März 2020, wurden nur wenige Tage später wegen der Corona-Pandemie unterbrochen und erst im Juli 2020 wieder aufgenommen.

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Der Starttermin verschob sich von Ende 2020 auf Mitte 2021 und schließlich pandemiebedingt erneut. Jetzt, am 17. Februar 2022, kommt der Film endlich ins Kino.

Uncharted – Filmtrailer
Uncharted – Filmtrailer (02:40)

Die Firma hinter dem Film und den Spielen, Sony, setzt große Hoffnungen auf ihn, immerhin sind auch in Zeiten der Pandemie große Erfolge möglich, siehe Spider-Man: No Way Home mit Tom Holland im letzten Jahr. Dieser Film schickt sich an, beim nordamerikanischen Allzeit-Einspielergebnis-Ranking Avatar vom dritten Platz zu stoßen(öffnet im neuen Fenster) (weltweit führt James Camerons Science-Fiction-Film aber immer noch).

Neues selbst für Fans der Games

Wie gesagt: Uncharted fängt sofort knackig an. Die Action ist superb, die technische Umsetzung herausragend, der Kampf sofort mit der richtigen Art von Humor unterlegt. Nach diesem starken Einstieg wird es etwas langsamer, die Figuren werden den Zuschauern vorgestellt – zumindest denen, die mit den Games (es gibt mittlerweile vier und ein Spin-off) nicht vertraut sind.

Der Film dient im Grunde zwei Herren: Er wendet sich an alle, die seit mittlerweile 15 Jahren die Games zocken. Er ist allerdings auch etwas für Menschen, die mit den Spielen nichts am Hut haben, aber ein unterhaltsames Action-Abenteuer sehen wollen. Beiden Zielgruppen wird Uncharted gerecht.

Als Prequel bietet es sogar den Fans etwas Neues, weil sie hier erfahren, wie Nathan und Sully sich kennenlernten, wie Frazer ins Spiel kam – und wie aus zwei Typen, die einander nicht trauen, ein schlagfertiges Team wird. Das alles erzählt Uncharted mit einer Schnitzeljagd, die die Protagonisten von den USA nach Spanien und dann zu den Westindischen Inseln führt.

Die Erzählweise folgt dabei erfolgreichen Mustern – eben denen von Indiana Jones oder, um ein jüngeres Beispiel zu nennen, den National-Treasure-Filmen (deutscher Titel: Das Vermächtnis der Tempelritter). Anders als die kurzlebige Reihe mit Nicolas Cage schickt sich Uncharted aber an, zum fetten Franchise zu werden.

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Sony hat sich auch von Marvel inspirieren lassen, entsprechend sollte man den Kinosaal nicht zu früh verlassen. Denn es gibt gleich zwei Nachspann-Sequenzen, die einen möglichen zweiten Film in Gang setzen. Tatsächlich endet die zweite Nachspann-Szene sogar mit einem Cliffhanger, nach dem man denkt: Ja, gerne mehr, und zwar pronto!

Denn der Film nimmt die Zuschauer ganz und gar für sich ein: weil die Chemie von Holland und Wahlberg super ist und weil er visuelle Ideen realisiert, die man so im Kino noch nie gesehen hat. Es gibt sogar Reverenzen an die Schlachten auf Piratenschiffen und eine Enter-Sequenz, die an Absurdität, aber auch an Coolness nicht zu toppen ist. Ganz zu schweigen von einer Verfolgungsjagd hoch in den Lüften, die zwar jedweder Logik spottet, aber Spektakel in Perfektion bietet.

Kurz gesagt: Uncharted ist perfektes Popcorn-Kino. Schnell, actionreich, witzig, exotisch, mit sympathischen Helden, einem Cameo-Auftritt, der Gamer entzücken wird, und einer fiesen Schurkin. Der Film hat alles, was es braucht, um eine ganze Reihe zu starten.


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