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Unbemannter Turm: Panzer Leopard 2 ARC 3.0 mit Drohnenabwehr vorgestellt

Das deutsch-französische Rüstungsunternehmen KNDS hat einen neuen Panzer namens Leopard 2 ARC 3.0 vorgestellt.
/ Andreas Donath
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Leopard 2 ARC 3.0 (Bild: KNDS)
Leopard 2 ARC 3.0 Bild: KNDS

Auf der Rüstungsmesse Eurosatory hat KNDS den Leopard 2 ARC 3.0 präsentiert. Der Kampfpanzer basiert auf dem Leopard 2, weist jedoch wesentliche Änderungen auf, die ihn zu einem wichtigen Schritt in der deutsch-französischen Panzerkonstruktion machen.

Eine der größten Änderungen ist der unbemannte Turm, der die Besatzung besser schützt, indem die Panzerung auf den Rumpf konzentriert wird, in dem sich die Besatzung befindet. Die Designentscheidung reduziert auch das Gesamtgewicht des Panzers, das laut Hersteller unter 60 Tonnen liegen wird. Als Hauptkanone kommen 120-mm-, 130-mm- und auch 140-mm-Modelle infrage.

Der Turm verfügt außerdem über eine Waffenstation mit einer 30-mm-Kanone, die eine direkte Anwendung der im Ukrainekrieg gewonnenen Erkenntnisse darstellt. Die Kanone kann Bodenziele und leicht gepanzerte Fahrzeuge bekämpfen und anfliegende Drohnen mit selbstzerstörender Munition abwehren. Der Panzer verfügt außerdem über Abschussvorrichtungen für Rauchgranaten und einen Raketenwerfer, mit dem Ziele außerhalb der Sichtlinie bekämpft werden können.

Die Konstruktion mit getrenntem Turm erhöht nach Herstellerangaben die Überlebenschancen der Besatzung und die Möglichkeit der Reparatur, selbst wenn der Turm katastrophal beschädigt ist.

Verteidigungsfähigkeiten und Sensoren

Der Leopard 2 ARC 3.0 ist mit dem aktiven Schutzsystem Trophy(öffnet im neuen Fenster) ausgestattet, das darauf ausgelegt ist, anfliegende Panzerabwehrraketen abzufangen und zu zerstören. Der Panzer verfügt außerdem über zahlreiche Sensoren, darunter Kameras, die der Besatzung einen 360-Grad-Rundumblick ermöglichen und möglicherweise bei der Erkennung von Drohnen helfen. Darüber hinaus verfügt der Panzer über ein Laserwarnsystem, um zu erkennen, wenn er ins Visier genommen wird. Die Panzerung umfasst reaktive Platten.

Der Leopard 2 ARC 3.0 ist für die Steuerung von Drohnen in der Luft und am Boden ausgelegt. Diese Drohnen können der Panzerbesatzung Aufklärungsdaten liefern, mit denen sich feindliche Panzer oder Panzerabwehrstellungen hinter Deckungen aufspüren lassen.

Es gibt noch Fragen zur Munitionslagerung und Nachladefähigkeit des Panzers. Durch die Konstruktion mit getrenntem Turm ist es unwahrscheinlich, dass es eine Luke für die Munitionsübergabe vom Rumpf gibt. Der zusätzliche Platz im Rumpf könnte jedoch möglicherweise für die Lagerung von mehr Munition oder die Unterbringung von elektronischen Systemen genutzt werden.

Upgradefähigkeit in der Leo-2-Familie

Der Leopard 2 A-RC 3.0 ist vollständig abwärtskompatibel mit den bestehenden Leopard-2-Varianten. Das bedeutet, dass jeder Leopard 2, der derzeit im Einsatz ist, auf den A-RC-3.0-Standard aufgerüstet werden kann.


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