Unbemannter Flugdienst: EU-Staaten können neue Drohne zur Seenotrettung buchen

Die EMSA hat bereits 200 Millionen Euro für Drohnenflüge ausgegeben. Weil Fluggenehmigungen und Zulassungen Probleme bereiten, sind neue Einsatzorte noch unklar.

Ein Bericht von Matthias Monroy veröffentlicht am
AR5, die neue Drohne von Tekever
AR5, die neue Drohne von Tekever (Bild: Tekever (Screenshot: Golem.de))

Die Meere in der Europäischen Union werden zusehends zu Teststrecken für die Überwachung mit Langstreckendrohnen. Die Grenzagentur Frontex beobachtet die libysche Seenotrettungszone seit einem Jahr mit einer israelischen Heron 1, gesichtete Boote mit Geflüchteten werden zur Rückholung nach Libyen an die dortige Küstenwache gemeldet.

Inhalt:
  1. Unbemannter Flugdienst: EU-Staaten können neue Drohne zur Seenotrettung buchen
  2. Rettungsinseln für acht Personen

Die Heron 1 wird auch von der Bundeswehr zur Aufklärung geflogen, sie hat eine Spannweite von 16 Metern und bleibt um die 20 Stunden in der Luft. In den kommenden Wochen will Frontex eine solche Drohne auf Kreta stationieren.

Auch die Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA) setzt Drohnen zur Meeresüberwachung ein und war damit sogar deutlich schneller als Frontex. Nach einem gemeinsamen Test vor sechs Jahren suchte die Agentur mit Sitz in Lissabon bereits kurz darauf Firmen für Drohnenflüge zur Meeresüberwachung, seitdem hat sie rund 200 Millionen Euro dafür ausgegeben.

2.300 Flugstunden mit Drohne aus Portugal

Die EMSA-Dienste stehen allen Schengen-Mitgliedstaaten offen, die zuständigen Ministerien müssen dafür lediglich eine Anfrage an die Agentur richten. Mehrmonatige Einsätze erfolgen dann zur Messung der Emissionen von Schiffen, zum Aufspüren von Ölteppichen, zur Bekämpfung der illegalen Fischerei oder für allgemeine Aufgaben der Küstenwachen. Hierzu gehört auch die Kontrolle von Migration.

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Die am meisten geflogene Drohne der EMSA ist die AR5 der portugiesischen Firma Tekever. Der Starrflügler kann mehr als 12 Stunden in der Luft bleiben und ist mit Radargeräten, Tag- und Nachtkameras sowie Empfängern für Signale von Schiffen oder Notfallsystemen ausgerüstet.

Letztes Jahr hat die EMSA einen neuen Vertrag über 30 Millionen Euro mit Tekever abgeschlossen. Er gilt bis zu vier Jahre, festgelegt sind darin 2.300 Flugstunden an bis zu 420 Tagen, eine Verlängerung ist möglich. Für die EMSA-Aufträge arbeitet Tekever mit einer Tochtergesellschaft der französischen Raumfahrtagentur zusammen. Diese Firma ist für die Satellitensteuerung von Drohnen zuständig, was deren Reichweite deutlich erhöht.

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Rettungsinseln für acht Personen 
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