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Unaufdringliche Werbung: Chrome erhält angeblich vorinstallierten Adblocker

Google will angeblich seinen Chrome-Browser mit einem Adblocker ausstatten. Damit sollen die Standards einer Allianz für bessere Werbung durchgesetzt werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Chrome könnte die Vorgaben der Allianz für bessere Werbung bald standardmäßig umsetzen.
Chrome könnte die Vorgaben der Allianz für bessere Werbung bald standardmäßig umsetzen. (Bild: betterads.org)

Der Suchmaschinenkonzern Google will angeblich seinen Chrome-Browser künftig mit einem vorinstallierten Adblocker ausstatten. Sowohl die mobile als auch die Desktop-Version seien betroffen, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Personen, die mit den Firmenplänen vertraut sein sollen. Der standardmäßig aktivierte Adblocker solle nur solche Werbung blockieren, die für eine "schlechte Nutzererfahrung" sorgen könne. Details stünden noch nicht fest, allerdings könne das Projekt am Ende auch komplett abgeblasen werden.

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Würde Chrome tatsächlich mit einem vorinstallierten Werbeblocker ausgeliefert, würde sich bei einem Browser-Marktanteil in Deutschland von etwa 33 Prozent die Adblocker-Quote hierzulande deutlich erhöhen. Die nicht blockierte Werbung soll dem Bericht zufolge den Kriterien entsprechen, die eine Coalition for better Ads (Allianz für bessere Werbung) im vergangenen März festgelegt hat. Der internationalen Allianz gehört neben Firmen wie Google und Facebook unter anderem der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) an, zu dem der Onlinevermarkterkreis (OVK) gehört. Auch die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OVM), bei der mehr als 100 große deutsche Konzerne Mitglied sind, ist in der Allianz vertreten.

Pop-ups und blinkende Anzeigen unerwünscht

Zu der nicht akzeptablen Werbung gehören beispielsweise Pop-Ups, automatisch startende Videos mit Ton, vorgeschaltete Anzeigen mit Countdown sowie große Anzeigen, die nicht mitscrollen. Auf Smartphones kommen noch blinkende animierte Anzeigen, bildschirmfüllende Scrollover-Anzeigen, nachgeschaltete Anzeigen sowie eine Anzeigendichte von mehr als 30 Prozent des Bildschirms hinzu.

Der Chrome-Browser würde damit in direkte Konkurrenz zum Adblock-Plus-Anbieter Eyeo und dessen Acceptable-Ads-Programm treten. Google zahlt angeblich einen Millionenbetrag an Eyeo, um in das bezahlte Whitelisting aufgenommen zu werden. Eine Praxis, gegen die der Axel-Springer-Verlag im vergangenen Jahr vor dem Oberlandesgericht Köln erfolgreich geklagt hat.

Google fürchtet zunehmende Verbreitung von Adblockern

Dem Bericht zufolge will Google sogar noch weitergehen: Demnach könnte Chrome alle Anzeigen auf einer bestimmten Seite blockieren, wenn sich darunter einige befinden, die nicht den Kriterien entsprechen.

Hintergrund der Pläne sei die zunehmende Verbreitung von Adblockern, die auch Googles eigenes Werbegeschäft künftig stärker beeinträchtigen könne, schreibt das Wall Street Journal. Mit dem eigenen Adblocker und einer Mitsprache bei den Kriterien hätte Google eine bessere Kontrolle über die zulässige Werbung. Ein Google-Sprecher sagte auf Anfrage von Golem.de: "Wir kommentieren Gerüchte und Spekulationen generell nicht. Wir arbeiten eng mit der Coalition for Better Ads und der Werbeindustrie zusammen, um eine Vielzahl an Möglichkeiten zu testen, wie Google und andere Mitglieder der Koalition die Better Ads Standards unterstützen können."

Verlage wollen Adblocker verbieten

Problematisch könnte das Vorgehen in kartellrechtlicher Hinsicht sein. Schließlich verfügt Google mit Chrome über einen recht großen Marktanteil, der in den USA sogar bei fast 50 Prozent liegen soll. Zum anderen konkurriert Google über seine eigenen Seiten und Werbeformate mit anderen Anbietern. Verlage wie Axel Springer wollen im Streit mit Adblockern bislang jedoch keine Einschränkung ihrer Werbeformate akzeptieren. Die Möglichkeit, kostenlos in das Whitelisting von Eyeo aufgenommen zu werden, lehnt der Verlag bislang strikt ab.

Zudem hatte sich der nordrhein-westfälische Verlegerverband kürzlich für ein gesetzliches Verbot von Adblockern ausgesprochen. In ihrer Begründung beriefen sich die Verleger wie in den zahlreichen Prozessen gegen Eyeo darauf, dass mit Werbeblockern die Integrität von Onlinemedien zerstört werde. Denn, so argumentierten die Verlage: "Anzeigen sind Nachrichten - es sind inhaltliche Informationen im Kernbereich der Pressefreiheit." Unabhängig von der Qualität ihres Beitrages hätten "die Annoncen einen informations-, meinungs- und bildungsfördernden Einfluss auf den Leser hinsichtlich des jeweiligen Sachgebietes". Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) wollte sich auf Anfrage von Golem.de zunächst nicht zu dem Bericht äußern.

Aber vielleicht ist die Coalition for Better Ads auch eine Möglichkeit für die Verlage, sich ohne Vorbelastung durch jahrelange Streitigkeiten mit Eyeo auf eine Diskussion über unaufdringliche Werbung einzulassen. Wenn Werbekunden und Vermarkter entsprechende Vorgaben akzeptieren und fordern, wird den Verlagen am Ende auch nichts anderes übrig bleiben.



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User_x 21. Apr 2017

frage aber wie die ladegeschwindikeit bewertet wird. dass die domain schnell liefert ok...

FreiGeistler 21. Apr 2017

Habe in meinem "Lese-Browser" mit deaktivierten js und Bilder vom 23. März bis 24.April...

FreiGeistler 21. Apr 2017

Stimmt schon, warum sind die noch nicht auf github?

Cok3.Zer0 20. Apr 2017

Mal ehrlich: Hier wird die Aufmachung der Werbung reguliert; vielmehr müsste der Inhalt...

dahana 20. Apr 2017

Ich mache dann einfach immer den Ton aus. Werbung nervt dann eigentlich überhaupt nicht...


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