Unabhängige Provider: Mehr Zusammenarbeit der "Local Friendly Humans"
Auf dem 30C3 in Hamburg hat ein Mitglied des French Data Network (FDN) dafür geworben, dass unabhängige Provider besser miteinander kommunizieren. Taziden kritisierte, dass manchmal selbst ISPs in der gleichen Stadt sich nicht kennen. Die Fédération FDN hat deswegen eine Webseite eröffnet, in die sich ISPs europaweit eintragen können – unabhängig davon, ob sie noch in der Planungsphase sind oder bereits im Normalbetrieb. Die FFDN hofft auch, dass sich so Interessierte finden, die gemeinsam einen Provider eröffnen wollen.
Bisher ist db.ffdn.org(öffnet im neuen Fenster) überwiegend mit französischen ISPs gefüllt. Die meisten davon fühlen sich der FFDN zugehörig. Dort gibt es schon eine Kommunikationsstruktur, die in Europa noch an vielen Stellen fehlt. Außerdem soll es für Interessierte einfacher werden, den nächsten ISP zu finden.
Die unabhängigen ISPs haben einige Vorteile. Wer ein Problem hat, fragt nicht bei einem Call Center an, sondern spricht mit einem "Local Friendly Human" über sein Problem. Ein unabhängiger ISP kann zudem sozial agieren und etwa einen günstigen Internetzugang für Menschen in schwierigen Situationen bereitstellen. Zudem bleibt die Kontrolle eines Teils des Internets in Nutzerhänden. Dabei geht es vor allem um Netzneutralität und Dezentralität.
Die FFDN, die aus 23 Non-Profit-ISPs besteht und 1.600 Mitglieder zählt, wird als nächstes vor allem die Kooperation mit belgischen ISPs intensivieren. Auch in Deutschland gibt es unabhängige ISPs. Dazu gehören etwa die Individual Networks. Eine Übersicht bietet ein Wikipedia-Artikel(öffnet im neuen Fenster). Solche Vereine gibt es beispielsweise in Berlin (IN-Berlin(öffnet im neuen Fenster)), Kiel (IN-Kiel(öffnet im neuen Fenster)) oder München (muc.de(öffnet im neuen Fenster)). In Stuttgart gibt es zudem das Selfnet, das über 2.400 passive Mitglieder hat. Selfnet wurde als erster unabhängiger Provider außerhalb Frankreichs in die Datenbank eingetragen.
Die Individual Networks waren einmal großflächig vernetzt. Der Dachverband löste sich jedoch zur Jahrtausendwende auf(öffnet im neuen Fenster). Heutzutage nutzen die meisten Anwender Internetzugänge über große Provider und verwenden E-Mail-Adressen von Anbietern, die diese werbefinanziert bereitstellen.
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